Wissensdefizite bei Studienanfängern
Viele Studierende haben zu Beginn ihres Studiums ernsthafte Wissens- und
Fähigkeitsdefizite, die im Laufe der ersten Semester behoben werden sollten,
um den Anforderungen an den Hochschulen gerecht zu werden. Das ist die
Meinung der überwiegenden Mehrzahl der deutschen Studienanfänger; vier von
fünf verweisen auf entsprechende Erfahrungen. Die Untersuchung, an der rund
8000 Studienanfänger teilnahmen, zeigt, daß solche Defizite unter den
Studienanfängern aller Fachrichtungen weit verbreitet sind. Allerdings
übersteigt in den medizinischen, in den mathematisch-naturwissenschaftlichen
und in den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen der Anteil noch das
allgemeine Mittel. Verhältnismäßig häufig verweisen die Studienneulinge auf
unzureichende Kenntnisse in Mathematik und in einer zweiten Fremdsprache
(außer Englisch). Noch größere Probleme bestehen aber bei der Beherrschung
wissenschaftlicher Arbeitstechniken und beim Umgang mit dem Computer.
Quelle: HIS, 14. Januar 2002
Deutschland Schlußlicht?
Besoldungsvergleich Deutschland, Österreich, Schweiz
(EB) Die Hochschuldienstrechtsreform könnte nach Auffassung des Deutschen
Hochschulverbandes zu erheblichen Wettbewerbsnachteilen auf dem
deutschsprachigen Berufungsmarkt führen.
Nach der "neuen" Bundesbesoldungsordnung W betragen die Grundgehaltssätze
für Professoren in Deutschland in den Besoldungsgruppen W1, W2 und W3 nur
noch 3.260, 3.724 und 4.522 Euro. Dies ergibt - ohne Berücksichtigung des
Familienzuschlages - eine Jahresbesoldung von ca. 42.000 bis ca. 58.000
Euro. Aufgestockt werden kann dieses Grundgehalt durch befristet oder
unbefristet gewährte Leistungsbezüge. Theoretisch kann jeder Hochschullehrer
Leistungsbezüge bis zu 5.017, 79 Euro monatlich erhalten (Unterschied
Grundgehälter
W 3 und B 10); höhere Leistungsbezüge sollen möglich sein bei Gewinnung aus
dem Ausland und der Industrie bzw. entsprechenden Bleibeverhandlungen.
Insgesamt aber soll die Besoldungsreform "kostenneutral" umgesetzt werden.
Die Jahresbesoldung nach Maßgabe der Grundgehälter in den Besoldungsgruppen
C 3 und C 4 (jeweils 15. Dienstaltersstufe) beträgt demgegenüber ca. 66.000
bzw. ca. 76.000 Euro. Daneben sieht die Bundesbesoldungsordnung C vor, daß
Professoren der Besoldungsgruppe C 4 monatlich Zuschüsse und Sonderzuschüsse
bis zu 3.629,50 Euro gewährt werden können.
In Österreich kann Professoren nach der Dienstrechtsnovelle 2001 eine
Jahresbruttovergütung von bis zu 131.857,60 Euro gewährt werden. Für
außergewöhnliche Leistungen können zudem widerrufbare Leistungsprämien
zuerkannt werden.
In der Schweiz wird nach den Angaben der Schweizerischen
Universitätskonferenz (Stand: 1.1.2001) die höchste Jahresbesoldung - ohne
Zulagen an der ETH Zürich gezahlt (162.480 Euro). Dicht gefolgt wird die
ETH Zürich von der Universität Basel (158.820 Euro). Kantonal sind freilich
erhebliche Abweichungen zu verzeichnen.
Aachen und München Drittmittelkönige
Bundesweit schon jede fünfte Mark aus Drittmitteln
Knapp ein Fünftel ihres Etats für Forschung und Lehre beschaffen sich die
Hochschulen selbst. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom 12.
Dezember 2001 haben die deutschen Universitäten 1999 zusammen 4,9 Milliarden
Mark an sogenannten Drittmitteln bei privaten und öffentlichen Einrichtungen
eingeworben. Auf jede Professorenstelle entfielen damit 200 100 Mark. Die
normale Grundfinanzierung belief sich im Durchschnitt auf 858 700 Mark je
Professorenstelle. 1998 hatten die Hochschulen 4,6 Milliarden Mark
eingeworben, 194 100 Mark pro Professorenstelle.
Die Ausbeute ist im Fächervergleich sehr unterschiedlich. Am erfolgreichsten
sind die Ingenieurwissenschaften an den Universitäten. Dort warb jeder
Professor durchschnittlich 395 100 Mark ein. Humanmediziner kamen auf 309
300 Mark. In den Geisteswissenschaften ist die Drittmittelbeschaffung
schwieriger. Sprach- und Kulturwissenschaftler warben beispielsweise nur 52
500 Mark ein. Fachhochschulen liegen mit durchschnittlich 13 200 Mark pro
Professorenstelle weit hinter den Universitäten.
Am erfolgreichsten war gemessen an der Zahl der Professoren die RWTH
Aachen. Sie nahm 1999 im Durchschnitt 603 800 Mark pro Professorenstelle
ein. Absolut gerechnet war allerdings die größere TU München mit 251
Millionen Mark an Drittmitteleinnahmen erfolgreicher als Aachen mit 237
Millionen Mark.
Weiteres unter http://www.destatis.de
Quelle: dpa
Dienstalter
Besoldungsänderungsgesetz
(EB) Am 1. Januar 2002 ist das 6. Besoldungsänderungsgesetz in Kraft
getreten. Es sieht u. a. im Gegensatz zur bisherigen europarechtswidrigen
Gesetzesfassung die Berücksichtigung von Tätigkeiten im ausländischen
öffentlichen Dienst der EU-Mitgliedsstaaten bei der Festsetzung des
Besoldungsdienstalters vor. Hierüber hatte Forschung & Lehre bereits
ausführlich berichtet (1999, S. 525). Neu ist ferner, daß "Zeiten der
tatsächlichen Pflege von nach ärztlichem Gutachten pflegebedürftigen nahen
Angehörigen (Eltern, Schwiegereltern, Ehegatten, Geschwistern oder Kindern)
bis zu drei Jahren für jeden nahen Angehörigen" berücksichtigt werden.
Soweit sich durch diese Neuregelungen eine Verbesserung im Hinblick auf das
Besoldungsdienstalter ergibt, wird das Dienstalter bei entsprechendem Antrag
auch für die bei Inkrafttreten des Gesetzes bereits im Amt befindlichen
Beamten mit Wirkung vom Monat der Antragstellung neu festgesetzt.
Studiengebühren
Langzeit-Studiengebühren in Niedersachsen
Niedersachsen hat als zweites Bundesland nach Baden-Württemberg Gebühren für
Langzeitstudenten eingeführt. Studenten, die länger als vier Semester über
der Regelstudienzeit an den Hochschulen bleiben, müssen vom Sommersemester
an im April 2002 500 Euro pro Semester zahlen. Wissenschaftsminister Thomas
Oppermann (SPD) hat sich damit gegen heftigen Widerstand der Opposition im
Landtag und gegen Teile der SPD in Land und Bund durchgesetzt.
Quelle: dpa Kulturpolitik, 17. Dezember 2001
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