Überschrift
Text
Quelle
Besoldungsranking 2001
E.B. Durch das Professorenbesoldungsreformgesetz ist das System der
Professorenbesoldung grundlegend geändert worden. Die Dienstaltersstufen
kommen in Fortfall und die Grundgehälter sind gesenkt worden. Als Ausgleich
für die gesenkten Grundgehälter wird den Professoren die Möglichkeit
eingeräumt, variable Leistungsbezüge anläßlich von Berufungs- und
Bleibeverhandlungen, aber auch für besondere individuelle Leistungen in den
Bereichen Forschung, Lehre, Weiterbildung und Nachwuchsförderung zu
erhalten.
Dieses Bundesgesetz bedarf der Umsetzung in Landesrecht. Als erstes
Bundesland hat Niedersachsen durch Erlaß einer entsprechenden
Rechtsverordnung die Rechtsgrundlage dafür geschaffen, daß das neue System
für Universitätsprofessoren erstmals am 1. Oktober 2003 in Anwendung kommt.
Für Professoren an Fachhochschulen gelten die Neuregelungen der W-Besoldung
bereits seit dem 1. Januar dieses Jahres.
Einen individuellen Rechtsanspruch auf die Gewährung von Leistungsbezügen
gibt es nicht. Um zu verhindern, daß die Länder durch Einsparung von Zulagen
ihre Besoldungsausgaben für Hochschullehrer zu reduzieren, sieht § 34 des
neuen Bundesbesoldungsgesetzes einen sog. Vergaberahmen vor. Dieser
Vergaberahmen verpflichtet die Bundesländer, den Gesamtbetrag der
Leistungsbezüge so zu bemessen, daß die durchschnittlichen
Besoldungsausgaben für die Professoren denen des Jahres 2001 entsprechen.
Mithin kommt dem Besoldungsdurchschnitt für das Jahr 2001 als Ausgangsbasis
erhebliche Bedeutung zu. Durch Landesrecht kann der Besoldungsdurchschnitt
jährlich um durchschnittlich 2 Prozent, insgesamt höchstens um bis zu 10
Prozent überschritten werden.
Die Besoldungsdurchschnitte für das Kalenderjahr 2001 sind nunmehr vom
Bundesministerium des Innern zusammengefaßt worden. Sie zeigen das
durchschnittliche Einkommen der Universitätsprofessoren in den einzelnen
Bundesländern und damit auch eine Rangliste der Länder.
Autonomie?
NRW-Universitäten müssen teureren Strom beziehen
E.B. Nordrhein-Westfalen hat die Stromlieferverträge für seine
Liegenschaften insgesamt neu ausgeschrieben, um kostengünstigere
Vereinbarungen zu bekommen. Während sich die Kleinabnehmer wie z. B.
Forsthäuser freuen dürfen, weil es für sie billiger wird, beginnt für
Großabnehmer wie z. B. Universitäten der Katzenjammer, Beispiel Universität
Wuppertal: Die bergische Universität muß ihren Strom seit dem 1. Januar 2003
von einem teureren Anbieter beziehen. Bislang hatte die Universität im
Rahmen eines Gesamtvertrages ihren Strom äußerst günstig von den Stadtwerken
Wuppertal bezogen. Die Universität muß nun für das laufende Jahr 418 000
Euro mehr für die Stromversorgung einstellen, die zu Lasten anderer
Bereiche, auch von Forschung und Lehre, gehen werden.
Das gleiche gilt für den Standort Duisburg der Universität Duisburg-Essen:
Nach dem bisherigen Vertrag mit den Stadtwerken Duisburg, wären 1 450 000,
Euro angefallen. Aufgrund des neuen Vertrages, den das Land mit den
Stadtwerken Bochum abgeschlossen hat, werden voraussichtlich 255 000, Euro
mehr zu zahlen sein.
Rehabilitiert
Keine Kündigung für HRK-Generalsekretär
Die Affäre um den bislang einzigen Rauswurf eines Generalsekretärs einer
Wissenschaftsorganisation ist zugunsten des Gekündigten beendet worden.
Zwischen der HRK und Dr. Jürgen Heß wurde folgendes vereinbart:
"Die Kündigungserklärung vom 20.1.03 wird zurückgenommen. Ein
Kündigungsgrund liegt nicht vor. Im Zuge der Auseinandersetzungen, die zu
der Kündigungserklärung geführt hatten, sind prinzipielle
Meinungsunterschiede offenkundig geworden. Die Parteien nehmen dies zum
Anlass, das Vertragsverhältnis des HRK-Generalsekretärs einvernehmlich zum
17.2.03 zu beenden.(...)
Die Parteien verpflichten sich, absolute Vertraulichkeit über alle damit
zusammenhängenden Vorgänge zu wahren und keinerlei Erklärungen in der Sache
abzugeben.
Mit Anschluß dieser Vereinbarung werden die Kündigungsschutzklage und der
Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung vor dem Arbeitsgericht Bonn
unverzüglich zurückgenommen. Damit sind alle noch möglichen gegenseitigen
Ansprüche erledigt.
Bonn, den 17. Februar 2003
Prof. Dr. Klaus Landfried Dr. Jürgen Heß³
Überholt
Erstmals mehr weibliche Studenten
Im Wintersemester 2002/2003 haben sich mit 50,4 Prozent aller
Studienanfänger erstmals mehr Frauen als Männer an den deutschen Hochschulen
eingeschrieben. Der weibliche akademische Ehrgeiz scheint zuzunehmen: Im
vergangenen Jahr entschieden sich 38,7 Prozent der Frauen im Alter von 19
bis 25 Jahren für eine Ausbildung an der Universität oder Fachhochschule.
Nur 36,5 Prozent der gleichaltrigen Männer begannen ein Studium.
Im OECD-Schnitt haben die Frauen mit einer Studienanfängerquote von 48
Prozent die Männer (40 Prozent) noch deutlicher überholt. Bis heute sind
Forschung und Lehre hierzulande fest in Männerhand: Nur jeden dritten
Doktor- und jeden neunten Professorentitel erwirbt eine Frau.
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft,
30. Januar 2003
Doch Geld für DFG
Der Etat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) soll nach den
Vorstellungen von Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn in diesem Jahr
nun doch um 2,5 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro steigen. Dafür werde sie
sich trotz der angespannten Haushaltslage des Bundes einsetzen. Die von der
im November angekündigten Nullrunde auch betroffene Max-Planck-Gesellschaft,
die Blaue-Liste-Einrichtungen und das Akademieprogramm gehen weiterhin leer
aus.
Quelle: dpa Kulturpolitik, 17. Januar 2003
Berlin spart
Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin will den Etat der vier Universitäten
und fünf staatlichen Fachhochschulen ab 2006 um weitere 200 Mio. Euro
jährlich kürzen. Sollte der Plan Realität werden, würden die Hochschulen den
Löwenanteil der 400 Millionen Euro erbringen, die der Wissenschaftssenator
bis 2008 einsparen muß. 100 Millionen davon soll bei der Kultur gestrichen
werden, weitere 100 Millionen bei der Hochschulmedizin.
Quelle: Die Welt, 10. Februar 2003
Ganztagsbetreut
Kinderbetreuung bringt mehr ein als sie kostet
Eine umfassende Kinderbetreuung bringt dem Staat mittel- und langfristig
mehr ein als sie kostet. Zu diesem Ergebnis kommt laut
Bundesfamilienministerin Renate Schmidt ein Gutachten des Deutschen
Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Wenn alle Mütter mit Kindern ohne
bisherige ganztägige Betreuung wieder Einkünfte erzielten, würden bis zu
sechs Milliarden Euro Einkommensteuer mehr hereinkommen. Die
Sozialversicherungen könnten auf 8,9 Milliarden Euro mehr hoffen.
Quelle: dpa Kulturpolitik, 20. Januar 2003
Übergangsjahr
Mit einer stärkeren Verzahnung von Abitur und Studienbeginn will der
Bayerische Philologenverband die Ausbildungszeiten verkürzen. Das 13.
Schuljahr soll als "Übergangsjahr³ zur Universität umgestaltet werden. Dazu
sollen die Universitäten bei den Lehrplänen wie auch beim Abitur mitwirken.
Quelle: dpa Kulturpolitik
Professor Loriot
Honorarprofessur für den Maitre Grandparleur
Bernhard Victor Christoph Carl von Bülow, besser bekannt als Loriot, ist vom
Akademischen Senat der Universität der Künste Berlin zum Honorarprofessor
bestellt worden. Die entsprechenden Gutachten lassen keinen Zweifel an der
professoralen Eignung des 79-Jährigen: Der Tübinger Professor für Rhetorik,
Walter Jens, beneidet gar die UdK-Studierenden, die Loriot, "dem
grundgescheiten und umfassend belesenen Praktiker und maitre grandpaleur³
zuhören dürfen. Der Germanist Peter Wapnewski sieht in Loriot "die
Inkarnation der allem Lernen vorausgehenden Forderung, ridens dicere verum:
Im Lachen die Wahrheit zu sagen. Die Wahrheit dem Lachen preiszugeben. Im
Lachen die Wahrheit zu enthüllen.³
Quelle: Universität der Künste Berlin, 12. Februar 2003
© Forschung & Lehre 2003 |