BWL vor Jura und Medizin Die Betriebswirtschaftslehre ist schon
seit mehr als zehn Jahren das beliebteste Studienfach in Deutschland. So
strebte im Wintersemester 1998/99 jeder dreizehnte Hochschüler ein
BWL-Diplom an. Ebenfalls attraktiv ist das Fach Rechtswissenschaft, das
gegenüber 1988/89 die Medizin von dem zweiten Platz verdrängt
hat. Nachgelassen hat das Interesse bei den Fächern Elektrotechnik
und Maschinenbau. Hier studieren in ganz Deutschland heute rund 40.000
junge Leute weniger als zehn Jahre zuvor in Westdeutschland. Dies macht
sich auch am chronischen Nachwuchsmangel bei Jung-Ingenieuren bemerkbar.
Urheberrecht Kein Respekt vor geistigem Eigentum E.B. An immer mehr Universitäten verstoßen Studenten gegen das Urheberrecht. Sie verkaufen zum Teil ihre Vorlesungsmitschriften an private Unternehmen, obwohl das Urheberrecht nach Expertenmeinung entweder beim Dozenten oder der Universität liegt. Um Musik ohne Lizenz herunterzuladen, benutzen Studenten oft das Netzwerk der Hochschulen. Einige Hochschulen wirken diesem Trend bereits entgegen und blockieren in ihren Netzwerken den Zugang zu der entsprechenden Software „Napster“. Außerdem sollen nach Behauptung der Software-and-Information-Industry-Association 47 Prozent der Software auf Studentenrechnern kopiert und nicht gekauft worden sein. Experten führen diesen fehlenden Respekt vor dem Urheberrecht auf ein mangelndes Verständnis des Themas „geistiges Eigentum“ zurück. Die meisten Befragten einer Studie von Professor Paul Goldstein, der Urheberrecht in Stanford unterrichtet, sehen Ladendiebstahl als Verbrechen an, da der Ladeninhaber finanzielle Verluste habe, während das Kopieren eines Buches legitim sei, da der Inhalt des Buches noch anderen Lesern zur Verfügung stehe. Patente Deutsche Erfinder auf zweitem Platz Deutsche Erfinder und Firmen haben
im vergangenen Jahr 10.897 internationale Patente beantragt. Nur
die US-Erfinder reichten mit insgesamt 29.463 Anmeldungen noch mehr Patente
ein als die Deutschen, berichtete die Weltorganisation für Geistiges
Eigentum (WIPO) am 25. Februar in Genf. Die Plätze drei bis fünf
belegten Japan, Großbritannien und Frankreich. Das Jahr 1999 war
insgesamt für die WIPO ein Rekordjahr. Nie zuvor wurden unter dem
Patent-Kooperations-Abkommen (PCT) so viele internationale Patente eingereicht.
Die Zahl der Anträge stieg innerhalb eines Jahres um 10,5 Prozent
auf 74.000 Anmeldungen. An der Rangliste hat sich gegenüber 1998 nichts
geändert, die Zahl der Patente aus Deutschland ist allerdings angestiegen.
Kamen 1998 noch 42,3 Prozent aller PCT-Patente aus den USA und 13,6 Prozent
aus Deutschland, so waren es im vergangenen Jahr 39,8 und 14,7 Prozent.
Verwertungsprivileg Änderung des Patentrechts geplant E. B. Die Wissenschaftsminister von Bund und Ländern wollen das „Hochschullehrerprivileg“ im Arbeitnehmer-Erfindungsgesetz streichen, nach dem Professoren anders als andere Arbeitnehmer über Patentanmeldung, Nutzung und Veröffentlichung ihrer Erfindung selbst entscheiden können. Dieses Recht war den Professoren 1957 eigens eingeräumt worden. Jetzt sollen sie nur noch 30 Prozent von den Erlösen ihrer Erfindungen behalten und die Hochschule den Rest bekommen. Anlass ist die geringe Zahl der Patentanmeldungen deutscher Hochschulen. 60 Prozent der Professoren legten keinen Wert auf Patente. Durch ungeschützte Veröffentlichung würden die Erfindungen der freien Verwertung auf der ganzen Welt zugänglich gemacht. Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin hat jedoch den Plänen der Wissenschaftsminister gegenüber „erhebliche Rechtsbedenken“. Auch der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes fordert, dass die Professoren weiterhin über die Nutzung ihrer Erfindungen selbst entscheiden können. Der Vorstoß der Wissenschaftsminister werde „Kreativität und Erfindergeist“ nicht stärken. Zeitprofessuren Warnung vor Rufannahmen in Baden-Württemberg E. B. Der Deutsche Hochschulverband hat seine Mitglieder davor gewarnt, einen Erstruf an die Universitäten des Landes Baden-Württemberg anzunehmen. In Baden Württemberg sollen Professoren künftig bei der Erstberufung nur noch auf Zeit eingestellt werden und sich in den ersten drei Jahren nicht auf andere Stellen bewerben können. Der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, Hartmut Schiedermair, hält diese Regelung angesichts der langen Qualifikationszeit der Hochschullehrer für sachlich unbegründet und unsozial. Mit dieser Regelung werde sich Baden-Württemberg einen großen Nachteil im Wettbewerb um die geistige Elite schaffen. Der Wissenschaftsminister Klaus von Trotha reagierte verärgert auf die Warnung des Deutschen Hochschulverbandes. Von Trotha erklärte, dass die Berufungssperre von drei Jahren bei auf Zeit berufenen Professoren in Baden-Württemberg ausgesetzt werde. Er wies den Vorwurf der Wettbewerbsfeindlichkeit zurück: „Gute Nachwuchswissenschaftler brauchen den Wettbewerb nicht zu scheuen.“ Unterstützung erhielt von Trotha von HRK-Präsident Klaus Landfried: „Sofern die erste Berufung früh genug erfolgt, halte ich eine einmalige Befristung als Probezeit für zumutbar. Gute Leute werden das Urteil ihrer Kollegen auch nicht fürchten.“ Noten per Handy E. B. Am Institut für Wirtschaftsinformatik an der Katholischen Universität Eichstätt (KUE) können sich die Studenten ab sofort per Handy zu Klausuren anmelden, ihre Noten abfragen oder sogar Literaturrecherchen durchführen. Durch diesen Service des Lehrstuhls von Professor Klaus D. Wilde können die Studenten nun zeit- und ortsunabhängig Angebote des Instituts nutzen. Hierfür sind Handys der neueren Generation erforderlich, die den technischen Standard WAP (Wireless Application Protocol) unterstützen. In Planung haben die Wirtschaftsinformatiker einen Service, der Studierende per Kurzmitteilung (SMS) über Termine von Klausuren oder anderen Veranstaltungen informiert. Weitere Informationen stehen auf der Homepage des Instituts unter http://www-winfo.ku-eichstaett.de. Teures Studentenleben Nach wie vor ist ein Studium an deutschen
Universitäten in den alten Bundesländern um rund ein Drittel
teurer als in den neuen Bundesländern. Die Lebenshaltung in Ostdeutschland
kostet im Schnitt 75.000 DM im Laufe eines Hochschulstudiums. Die Ausgaben
der Studenten für Miete, Essen, Kleidung und Bücher liegen in
den alten Bundesländern dagegen bei 102.000 DM. Die höchsten
Kosten haben die Studenten der Kunstwissenschaft. Sie studieren überdurchschnittlich
lang und zahlen rund 122.200 DM während ihres Studiums im Westen (im
Osten 88.300 DM). Die angehenden Juristen kommen dagegen mit dem
wenigsten Geld aus, ihnen reichen im Westen 86.600 DM und im Osten 65.5000
DM.
Mehr Ingenieurinnen Im Jahr 1998 haben bundesweit rund
7.200 Frauen die Diplomprüfung in Ingenieurwissenschaften bestanden
- fast doppelt so viele wie zehn Jahre zuvor in den alten Bundesländern.
Damit ist heute jeder fünfte Ingenieurstudent eine Frau. In den neuen
Bundesländern liegt ihr Anteil mit 24 Prozent deutlich höher
als in den alten Bundesländern mit 18 Prozent. Insgesamt waren im
Wintersemester 1998/99 mehr als 58.000 Frauen in einem ingenieurwissenschaftlichen
Studiengang eingeschrieben.
Veranstaltungshinweis des "Zukunftsforum Gesundheitspolitik" © Forschung & Lehre 2000 |