Mehr Frauen in technischen Fächern

In den technischen Studiengängen gibt es immer mehr Studentinnen. Der höhere Frauenanteil macht sich insbesondere bei den Absolventenzahlen  bemerkbar. Im Jahr 1998 haben bundesweit rund 7.200 Studentinnen die Diplomprüfung bestanden, dies sind fast doppelt so viele wie zehn Jahre zuvor in den alten Bundesländern. 

An den deutschen Hochschulen waren im Wintersemester 1998/99 mehr als 58.000 Frauen in einem ingenieurwissenschaftlichen Studium eingeschrieben, jeder fünfte Studierende ist damit eine Frau. An den ostdeutschen Universitäten und Fachhochschulen liegt der Anteil von Frauen in technischen Studiengängen mit 24 Prozent höher als im Westen (18 Prozent).  Die Studentinnen sind vor allem bei den Ingenieur-Fächern zu finden, bei denen Phantasie und Design gefragt sind. Bei dem Fach Innenarchitektur liegt der Frauenanteil bei 71 Prozent. In der Architektur, der Raumplanung und im Umweltschutz belegen Frauen zwei von fünf Studienplätzen. Der Beruf des Elektroingenieurs ist bei Frauen weniger attraktiv, es sind nur rund 2.900 Studentinnen im Fach Elektrotechnik eingeschrieben.
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft, 16. März 2000
  

Modernisiert

Reform der ungarischen Hochschulen

E.B. In Ungarn wurde die Reform der Hochschulen im Zuge der Reformierung von Staat und Gesellschaft abgeschlossen. Es war nötig, die Zahl der ungarischen Hochschulen zu reduzieren, um mit den modernen Anforderungen von Lehre und Forschung mithalten zu können. Insbesondere in den Bereichen Agrarwissen-schaften, Pädagogische Wissenschaften und Medizin gab es eine Vielzahl kleiner Hochschulen, die eine großen Zahl von Gastdozenten hatten und häufig keine Forschung betrieben. Seit 1996, nach der Novellierung des Hochschulgesetzes von 1993, wurde deshalb an einer Reduzierung der Zahl von Ausbildungsstätten unter gleichzeitiger Stärkung des Ausbildungs- und Forschungspotentials der Universitäten und Hochschulen gearbeitet. Die neue Hochschullandschaft Ungarns ermöglicht intensivere Kooperationsbeziehungen zwischen deutschen und ungarischen Hochschulen. Eine aktuelle Liste der ungarischen Universitäten (inklusive Rektoren, Adressen, Telefon- und Fax-Nummern) ist auf der Homepage des DAAD unter http://www.daad.de/magazin einzusehen.
 

Gemischtwarenläden

Deutsche Hochschulen in der Kritik

Die deutschen Hochschulen ähneln nach Ansicht des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft zu sehr Gemischtwarenläden. Es werde alles angeboten, auch wenn einiges längst zum Ladenhüter geworden sei, sagte der Vorsitzende des Stifterverbandes, Arend Oetker, am 5. April auf einer Tagung zum Thema „Aufbruch an deutschen Hochschulen“ in Frankfurt am Main. Bei einer Hochschuldichte wie in Deutschland wäre ein solches Vollangebot völlig anachronistisch. Mobilität sei in der beruflichen Karriere etwas Selbstverständliches geworden. Nach Meinung des Commerzbank-Vorstandes Klaus Müller-Gebel sind die deutschen Hochschulen besser als ihr Image. „Wir finden zwar immer etwas zu meckern, aber das, was unter dem Strich in Lehre und Forschung rauskommt, kann sich international sehen lassen“, sagte Müller-Gebel. Die Hochschulen verkauften sich jedoch zu schlecht. 
Quelle: dpa-Dienst für Kulturpolitik, 10. April 2000
 

Rentenüberleitung

Enttäuschung über Gesetzentwurf

E.B. Am 11. April 2000 hat im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung eine Verbändeanhörung zu einem als Referentenentwurf vorliegenden 2. Gesetz zur Änderung und Ergänzung des Anspruchs- und Anwartschaftsüberführungsgesetzes stattgefunden. Das Gesetz setzt die Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts vom 28. April 1999 sowie Urteile des Bundessozialgerichts vom 3. und 4. August 1999 zur Überleitung der in der DDR erworbenen Rentenansprüche und -Anwartschaften um. Der Gesetzentwurf stößt bei allen Verbänden, auch dem Deutschen Hochschulverband, auf Ablehnung. Tief enttäuscht zeigten sich alle an der Anhörung Beteiligten, dass der Gesetzentwurf lediglich die Vorgaben der Rechtsprechung umsetze, darüber hinaus jedoch keine rechtsgestaltenden Regelungen enthalte. Hierdurch werde, hieß es in zahlreichen Äußerungen, kein Rechtsfrieden geschaffen und vorhandene Gräben nur weiter vertieft. Ein Vertreter des Arbeitsministeriums wies abschließend darauf hin, dass in einer Anhörung einem Referentenentwurf zuvor noch nie mit einer solchen totalen Unzufriedenheit begegnet worden sei.
 

Professorenbewertung

Selbst- und Fremdevaluation in Baden-Württemberg

E.B. Die Professoren in Baden-Württemberg sollen künftig geprüft werden. Wissenschaftsminister Klaus von Trotha kündigte am 9. März in Stuttgart die Einführung eines Bewertungssystems zur Sicherung der Qualität von Forschung und Lehre an. Das System umfasst die Selbstanalyse der Hochschulen und die Bewertung durch externe Experten. Zentrale Punkte der Evaluation sind die Güte der Leistung, Nachwuchsförderung und Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Gesteuert werden soll die Bewertung von einer Evaluationsagentur, die ihre Arbeit im kommenden Jahr aufnimmt. Von Trotha erwartet von der Selbstanalyse der Hochschulen objektive Ergebnisse: „Eine Abbrecherquote lässt sich nicht schönreden.“ Weitere Kriterien sind die Zahl der Lehrkräfte, der Studierenden und der Laborplätze. Die Studenten sollen an der Bewertung mitwirken und über Anwesenheit und Anzahl der Sprechstunden des Professors berichten. Der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz der Universitäten (LRK) im Südwesten, Hans Wolff, begrüßte die Evaluation grundsätzlich, kritisierte aber die hochschulüber-greifende Evaluation und die Begrenzung der Bewertungsgrundlage auf Baden-Württemberg. Es müssten zudem die verschiedenen Fächerprofile berücksichtigt werden. 

    
Ausgaben für Studenten

Im vergangenen Jahr haben Staat und Wirtschaft zusammen über 330 Milliarden Mark für Bildung und Forschung ausgegeben. Dies geht aus einem Finanzbericht der Bund-Länder-Kommission (BLK) hervor. Ein Schüler kostete den Staat im Jahr 1999 durchschnittlich 6.750 Mark. Im Jahr 1975 waren dies noch rund 2.600 Mark. Für einen Studenten gab der Staat 17.800 Mark im Jahr aus. Die öffentlichen Ausgaben pro Student waren preisbereinigt seit 1975 bis zur deutschen Einheit real gesunken (von 13.200 auf 9.000 Mark). Erst danach sind sie wieder angestiegen. Dies resultierte laut Bericht aus den höheren Ausgaben für die neuen Hochschulbauten und Forschungslabors sowie Renovierungen in den neuen Bundesländern.
Quelle: dpa-Dienst für Kulturpolitik, 27. März 2000  
 

Fehlender Nachwuchs

Das Interesse an einem Physikstudium in Deutschland lässt nach. Auf der Jahrestagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) in Dresden zeigten sich die Experten besorgt. Während vor zehn Jahren noch etwa 4.000 Frauen und Männer pro Jahr zum Vordiplom kamen, seien es in diesem Jahr voraussichtlich nur noch 1.500. Die Zahl der Doktoranden nehme ebenfalls stark ab. Bemängelt wurde auch der geringe Frauenanteil. Dabei würden Absolventen in der Industrie händeringend gesucht und hätten selbst in zehn oder 15 Jahren noch die besten Chancen, hieß es. Die Physikalische Gesellschaft will nun das Image der Physik mit verschiedenen Aktivitäten aufpolieren. 
Quelle: dpa-Dienst für Kulturpolitik, 27. März 2000
 

Abitur

E.B. In Baden-Württemberg wird als erstem Bundesland die gymnasiale Oberstufe neu geordnet, um das Abitur als Voraussetzung zur Aufnahme eines Studiums zu stärken. Die Abiturprüffächer werden von vier auf fünf erhöht. Schriftliche Prüfungen in den Fächern Deutsch, Mathematik und einer Fremdsprache sollen verpflichtend sein. Der Deutsche Hochschulverband hat den Beschluss begrüßt. Damit begebe sich das Land Baden-Württemberg auf den richtigen Weg, um die Studierfähigkeit der Abiturientinnen und Abiturienten zu verbessern.

 
 
 
 

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