Forschung & Lehre

Was ist bei einem Ruf in das Ausland zu beachten? (F&L 1/07, S. 39)

05 | Mai 2009

Der Wechsel in das Ausland bedarf besonderer Vorbereitung. Dies gilt insbesondere dann, wenn in Deutschland bereits ein Lebenszeitbeamtenverhältnis besteht. Denn mit der Berufung in das Ausland geht ein sich auf viele Bereiche beziehender „Systemwechsel“ einher. Hierbei ist zunächst zu beachten, daß im Ausland in der Regel kein dem Beamtenverhältnis gleichstehender Status begründet wird. Häufig werden Berufungen auf der Grundlage von Angestelltenverhältnissen realisiert, die – anders als das deutsche Beamtenverhältnis – grundsätzlich kündbar sind. Im Hinblick auf die Bezahlung sollten nach Möglichkeit konkrete Einkommensvergleichsberechnungen vorgenommen werden. Dies geschieht im internationalen Berufungsgeschäft regelmäßig nicht nach Maßgabe des Devisenkurses. Um die Bezüge, die im Ausland angeboten werden, mit einem potentiellen Einkommen in Deutschland vergleichen zu können, werden die ausländischen Angebote in der Regel nach Maßgabe der sogenannten Verbrauchergeldparität modifiziert. Wesentlicher Verhandlungsgegenstand ist zudem die Versorgungsfrage. Durch den Wechsel des Versorgungssystems muß darauf geachtet werden, dass keine Nachteile in der Altersversorgung zu verzeichnen sind. Wichtig – und häufig vergessen – ist zudem die Absicherung anderer Versorgungsrisiken wie z.B. der Dienstunfähigkeit sowie der Hinterbliebenenversorgung. Insbesondere bei einem Wechsel aus dem deutschen Beamtenverhältnis sind häufig Pensionslücken auszugleichen. Dies liegt daran, daß mit dem Ausscheiden aus dem deutschen Beamtenverhältnis ein Verlust des Versorgungsanspruches einhergeht. Stattdessen findet eine Nachversicherung in der deutschen Rentenversicherung statt, die diesen Verlust nicht auszugleichen vermag. Viele Universitäten, vor allem in der Schweiz und in Österreich, haben sich mittlerweile allerdings auf diese Problematik eingestellt. Martin Hellfeier

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