Forschung & Lehre

Wie gestalte ich ein Konzeptpapier für Berufungsverhandlungen? (F&L 12/06, S. 705)

05 | Mai 2009

Gelegentlich ist zu beobachten, daß in Ausschreibungstexten für freie Professuren die Übersendung eines Konzeptpapiers für die Professur bereits in den Bewerbungsunterlagen gefordert wird. In diesen Fällen wird das Konzept für die Professur regelmäßig bereits beim Gespräch mit der Berufungskommission nach dem Probevortrag erörtert. Spätestens aber in den Berufungsverhandlungen ist es dringend nötig, ein Konzeptpapier zu erstellen. Bei der Gliederung eines derartigen Konzeptpapiers gibt es keine Dogmen. Empfehlenswert ist es allerdings, das Konzeptpapier nach den Dienstaufgaben in Forschung und Lehre (im Bereich der klinischen Medizin tritt die Krankenversorgung hinzu) zu gliedern. Im Rahmen dieser Struktur sollten die für notwendig erachteten sächlichen und personellen Mittel herausgearbeitet werden. Hinzu tritt die notwendige Grundausstattung sowie laufende Investitionsmittel. Voraussetzung hierfür ist eine umfassende Information über den aktuellen Stand der Professur. So sollte vor Erstellung des Konzeptpapiers mit den Fachkollegen vor Ort die aktuelle Situation der Professur analysiert werden. Wichtig ist, daß in dem Konzeptpapier die eigene Vision der Professur herausgearbeitet wird. Welche Ziele sollen in fünf Jahren erreicht werden? Anhand der nachvollziehbaren Zukunftsvision der Professur lassen sich dann in den Berufungsverhandlungen die Ausstattungswünsche plausibel begründen. Berücksichtigt werden muß weiterhin, daß sich das Konzept nicht an ein fachwissenschaftliches Publikum, sondern an die Hochschulleitung richtet. Das Konzeptpapier sollte letztlich – im Regelfall – den Umfang von fünf bis sechs Seiten nicht überschreiten.
Dirk Böhmann

Copyright © 2008 Forschung und Lehre. All rights reserved.