Forschung & Lehre

Wie präsentiere ich mich im Gespräch mit der Berufungskommission? (F&L 5/06, S. 285)

05 | Mai 2009

Der Probevortrag vor der Berufungskommission gliedert sich in einen öffentlichen und einen nicht-öffentlichen Teil. Im öffentlichen Teil steht der wissenschaftliche Vortrag im Vordergrund. In der öffentlichen Diskussion nach dem Probevortrag wird es regelmäßig darum gehen, das Thema des Vortrages zu vertiefen oder auf Nachfrage zu erläutern. Genauso wichtig wie der öffentliche Teil des Probevortrages ist allerdings auch die Selbstpräsentation im nicht-öffentlichen Gespräch mit der Berufungskommission. Hier sollten Sie sich darauf einstellen, daß die bisherigen wissenschaftlichen Leistungen durchaus kritisch hinterfragt werden. So kann Sie die Berufungskommission vorsätzlich verunsichern wollen, indem man bspw. Ihre Forschungsleistungen marginalisiert. Hierauf sollten Sie vorbereitet sein. Dies gilt auch für angeblich unterdurchschnittliche Drittmitteleinwerbungen. Auch Fragen zu Ihrem persönlichen Umfeld gehören mittlerweile zum Standardrepertoire derartiger Gespräche. So könnte Ihnen entgegengehalten werden: „Da Ihre Familie doch sicherlich nicht mit umziehen wird, wäre Ihre hinreichende Präsenz im Fachbereich doch gar nicht gesichert.“ In einem derartigen Fall sollten Sie selbstverständlich die Umzugsbereitschaft der ganzen Familie versichern. Weiterhin ist es elementar wichtig, daß Sie Ihr Konzept von der Professur anschaulich vermitteln können. Wo sehen Sie „Ihre“ Professur in fünf Jahren? Sie sollten auch mit der Struktur des Fachbereichs hinreichend vertraut sein, um eine glaubwürdige Konzeption präsentieren zu können. Definitiv einrichten sollten Sie sich auf die klassische Abschlußfrage: „Haben Sie noch Fragen?“ Anhand konkreter Fragen zur weiteren Entwicklung des Fachbereichs sollten Sie erkennen lassen, daß Sie sich intensiv mit den örtlichen Gegebenheiten auseinandergesetzt haben. Dirk Böhmann

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