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06 | Juni 2016 Artikel versenden Artikel drucken

Kempen kritisiert Noteninflation

Der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, Professor Bernhard Kempen, hat in einem Interview mit der Zeitung „Die Welt“ gefordert, die Notenvergabe an den Universitäten zu überdenken und sich innerhalb der Fachgesellschaften auf eine andere Notensprache zu besinnen, die das Bewertungsspektrum abdecke. „In ganz vielen Fächern haben die Kollegen die Neigung, nur noch Bestnoten zu vergeben“, sagte Kempen. Dies sei eine fatale Entwicklung: „Noten müssen ihre Aussagekraft behalten.“

Darüber hinaus mahnte der DHV-Präsident eine Debatte darüber an, was Schulen und Hochschulen voneinander erwarteten. In einigen Fächern kämen viele Abiturienten an, die gar nicht studierfähig seien, obwohl sie sehr gute Noten hätten. „Oft müssen die Universitäten den Unterricht der Oberstufe nachholen. Das ist bestürzend. Hier wäre eine stärkere Koordination zwischen Schule und Universität wünschenswert. Eine Art Konsens darüber, was die eine Seite von der anderen erwartet“, betonte Kempen.

Die Politik forderte er auf, für bessere Studien- und Arbeitsbedingungen für junge Wissenschaftler zu sorgen. Dazu seien mehr Professuren erforderlich. Mindestens 7.500 zusätzliche Stellen müssten geschaffen werden.


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