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01 | Januar 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Masterplan für künftige Medizinerausbildung

Neben der Abiturnote sollen künftig auch kommunikative und soziale Fähigkeiten Zulassungskriterien für das Medizinstudium werden. Gleichzeitig soll dieses „konsequent kompetenzorientiert“ ausgerichtet werden. Das geht aus dem Masterplan Medizinstudium 2020 vor, mit dem Bund und Länder die „Weichen für die Ausbildung der nächsten Medizinergeneration stellen“ wollen, über den die „Ärzte Zeitung“ vorab informiert. „Die Allgemeinmedizin muss im Studium den Stellenwert erhalten, der ihr auch in der Versorgung zukommt”, heiße es im Masterplan. Das spiegelt sich im Maßnahmenpaket:

Die Abiturnote bleibe ein wichtiges Auswahlkriterium. Doch die Hochschulen müssten zusätzlich mindestens zwei weitere Kriterien anwenden. Ausdrücklich genannt werden die sozialen und kommunikativen Fähigkeiten und die „Leistungsbereitschaft“ der Bewerber. Ins Gewicht fallen sollen auch die vorherige Ausbildung und Tätigkeit in medizinischen Berufen sowie ehrenamtliches Engagement im medizinnahen Bereich.

Das Studium soll „konsequent kompetenz­orien­tiert“ ausgerichtet werden. Den Studierenden sollen neben Wissen auch „Fähigkeiten, Fertigkeiten und Haltungen“ vermittelt werden. Ausdrücklich verzichtet wird auf die Forderung, die Zahl der Studienplätze aufzustocken. Vom ersten Semester an sollen theoretische und klinische Inhalte verknüpft und Lehrpraxen stärker in die Ausbildung eingebunden werden. Am Ende des Studiums sollen alle Studierenden in der Allgemeinmedizin geprüft werden. Das Praktische Jahr werde statt drei künftig vier Ausbildungsabschnitte je zwölf Wochen umfassen. Den Ländern solle die Möglichkeit eingeräumt werden, mindestens zehn Prozent der Studienplätze vorab an Bewerber zu vergeben, die sich verpflichteten, „bis zu zehn Jahre“ hausärztlich in schlecht versorgten Regionen zu arbeiten („Landarztquote“).


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