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01 | Januar 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Aufwendungen pro Studentin und Student sinken

Die realen Aufwendungen pro Studentin und Student sinken. Inflation und höhere Personalkosten einberechnet, gaben Hochschulen 2013 deutschlandweit 907 Euro und damit 12 Prozent weniger pro Studierendem aus als noch 2004. Nur in den Bundesländern Bremen (plus 507 Euro), Hamburg (plus 2.172 Euro) und Rheinland-Pfalz (plus 371 Euro) sind die Aufwendungen nennenswert gestiegen. Brandenburg kommt auf plus 5 Euro. Am stärksten gesunken sind die Aufwendungen in NRW (minus 2.085 Euro) und Berlin (minus 1.939 Euro). Dies ergibt das aktuelle Arbeitspapier „Inventur der Finanzierung des Hochschulsystems. Mittelflüsse, Kontroversen und Entwicklungen im letzten Jahrzehnt“ der gewerkschaftsnahen Hans Böckler Stiftung. Insgesamt fließt mehr Geld in die deutschen Hochschulen als vor zehn Jahren – angesichts der steigenden Studierendenzahlen (plus 28 Prozent, 2004-2013) jedoch nicht genug, um positive pro Kopf Ausgaben zu erzielen. 33,6 Mrd. Euro standen dem Hochschulsystem 2013 zur Verfügung. 94,5 Prozent von der Gesamtsumme waren öffentliche Gelder. 5,5 Prozent waren Drittmittel von privaten Stiftungen und gewerblicher Wirtschaft. 29,4 Mrd. Euro (87,5 Prozent) flossen direkt an die Hochschulen. Der größte Einzelposten waren dabei zu 56 Prozent (18,3 Mrd. Euro) Grundmittel, d.h. laufende Ausgaben für Personal, Verwaltung oder Gebäudemanagement. 4,2 Mrd. Euro (12,5 Prozent) wurden für die Förderung von Studierenden und Wissenschaftlern eingesetzt mit BAföG (3,1 Mrd. Euro) als größtem Posten. Zwischen den Bundesländern bestehen hinsichtlich der Grundmittel starke Finanzierungsunterschiede. Während die Aufwendungen in Hamburg (plus 85 Prozent), Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz (plus 51 Prozent) laut Studie deutlich gestiegen sind, lagen sie in Sachsen nur bei plus 6 Prozent. In Berlin sind sie als einziges Bundesland gesunken (minus 9 Prozent). Prozentual am Bruttoinlandsprodukt bemessen liegen die Grundmittel 2013 in Berlin (0,91 Prozent), Sachsen-Anhalt (0,9 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen (0,85 Prozent) vergleichsweise hoch, wohingegen Schleswig-Holstein (0,48 Prozent) am wenigsten Gewicht auf die Hochschulfinanzierung legt. Der Länderschnitt liegt bei 0,69 Prozent.


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