nachrichten
01 | Januar 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Studiengebühren für EU-Ausländer in Baden-Württemberg

Das baden-württembergische Kabinett hat ein Gesetz über Studiengebühren für EU-Ausländer beschlossen. Damit unterstützt die Landesregierung einen Vorstoß von Ministerin Theresia Bauer. 1.500 Euro sollen betroffene Studierende ab dem Wintersemester 2017/18 pro Semester zahlen. Ein Zweitstudium wird sie 650 Euro kosten, so die Mitteilung des Ministeriums. Mit dem Erlös will das Land die Betreuung internationaler Studierender verbessern sowie ihre Haushaltsausgaben stabil halten. Diese stiegen unter anderem wegen der zunehmenden Studierendenzahlen. Laut Statistischem Bundesamt waren in Baden-Württemberg im WS 2015/16 205.859 Studierende an Universitäten, pädagogischen sowie Kunsthochschulen eingeschrieben, 22.461 von ihnen stammten aus Ländern außerhalb der EU. Ein „moderater Eigenanteil” an ihrer Studienfinanzierung ist laut Ministerpräsident Winfried Kretschmann gerechtfertigt, da sie nicht wie Inländer oder EU-Bürger Steuern zahlten und damit zur Finanzierung der Hochschulen beitrügen. Zudem seien die größten Herkunftsgruppen China (21 Prozent) und Indien (6 Prozent) Studiengebühren gewohnt. Politische Jugendorganisationen sowie Gewerkschaften kritisierten die Entscheidung. Die Grüne Jugend hält die Entscheidung für diskriminierend und spricht von einer „Campus-Maut”. Der Deutsche Gewerkschaftsbund fürchtet die generelle Rückkehr zu Gebühren. „Allgemeine Studiengebühren schließt der Koalitionsvertrag aus. Und der gilt“, kommentierte Bauer. Von der Neuregelung ausgenommen sind Geflüchtete sowie Studierende, die bereits an einer Hochschule in Baden-Württemberg eingeschrieben sind, seit Jahren dort leben oder eine deutsche Hochschulzugangsberechtigung haben.


Zurück | Artikel versenden Artikel versenden | Artikel drucken Artikel drucken