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01 | Januar 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Tierversuche in Grundlagenforschung verdoppelt

Die Zahl der Tierversuche in der Grundlagenforschung steigt. Mehr als 1,6 Mio. Tiere wurden 2015 eingesetzt, das sind knapp doppelt so viele wie im Vorjahr (870.358). Die Grundlagenforschung macht damit laut der aktuellen Tierversuchsstatistik des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) den größten Anteil aus. Für die angewandte sowie die translationale Forschung, an der Schnittstelle zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung, wurden weitere 95.910 Tiere eingesetzt, 44.018 für sogenannte regulatorische Zwecke (u.a. Tests auf Toxizität und Hautreizung) und Routineproduktion (z.B. von Antikörpern), 7.041 für die Erhaltung von Arten und 3.494 für Ausbildungszwecke an Hochschulen und in Schulungen. Insgesamt wurden für wissenschaftliche Zwecke ähnlich wie 2014 rund 2,8 Mio. Tiere eingesetzt, 771.889 von ihnen wurden ohne vorangehende Eingriffe getötet.

Knapp 91 Prozent der eingesetzten Tiere waren Säugetiere, darunter zu 82 Prozent Nagetiere, vor allem Mäuse (73 Prozent) und Ratten (12 Prozent).

Laut BMEL seien 43 Prozent der Eingriffe von „geringer Belastung“, den mit Abstand nächstgrößten Anteil machten jedoch für die Tiere tödliche Versuche aus (35 Prozent). Während die Grundlagenforschung insbesondere auf die Untersuchung der Wirkungsweise des Nerven- (20,2 Prozent) und Immunsystems (24,1 Prozent) zielt, steht in der angewandten Forschung die Erforschung von Krebserkrankungen im Fokus (33,9 Prozent). Rechtliche Grundlage der Statistik, die das BMEL?einmal jährlich für die EU-Kommission erhebt, ist die EU-Richtlinie 2010/63/EU zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere.


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