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01 | Januar 2017 Artikel versenden Artikel drucken

DHV setzt Ministerranking aus

Der Deutsche Hochschulverband (DHV) wird Mathias Brodkorb, von Oktober 2011 bis Oktober 2016 Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern, die Auszeichnung „Wissenschaftsminister des Jahres“ verleihen. Aus Protest gegen die Akkreditierungsentscheidung der Kultusministerkonferenz (KMK) vom 8. Dezember 2016 hatte der DHV zuvor erstmals sein traditionelles Ministerranking ausfallen lassen, über das die Auszeichnung bislang verliehen wurde. Mathias Brodkorb habe sich beharrlich und vehement gegen den „anhaltenden Akkreditierungsirrsinn“ gestemmt und dafür geworben, den Universitäten die Qualitätssicherung ihrer Studiengänge anzuvertrauen, sagte der Präsident des DHV, Professor Dr. Bernhard Kempen. Große Unterstützung habe Brodkorb dafür aus der Wissenschaft erfahren. Neben dem DHV und dem Deutschen Juristischen Fakultätentag hatten rund 2 500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den sogenannten „Heidelberger Appell“ unterstützt, den Minister Brodkorb gemeinsam mit Staatsminister a. D. Professor Dr. Julian Nida-Rümelin zur Online-Petition erhoben hatte. Mit der nunmehr von der Kultusministerkonferenz (KMK) vorgesehenen Übertragung der Akkreditierungsentscheidung von den Akkreditierungsagenturen auf den Akkreditierungsrat werde aus einem bislang einstufigen Verfahren ein zweistufiges, in dem der Akkreditierungsrat zur neuen „Superbehörde“ aufsteige. Mehr Bürokratie und höhere Kosten werden nach Ansicht Kempens die Folge sein. Die Erweiterung des Akkreditierungsrates um acht Professoren aus allen Fächergruppen, deren Stimmen bei fachlich-inhaltlichen Entscheidungen doppelt zählen sollen, sei zudem nicht mehr als „ein Feigenblatt“, weil auch dadurch die Qualitätsbeurteilung von derzeit mehr als 18 000 Studienangeboten nicht gewährleistet werden könne. Die Kultusminister sollten ihren Beschluss revidieren und anstelle einer externen Begutachtung durch den Akkreditierungsrat den Universitäten die Verantwortung für die Qualitätssicherung ihrer Studiengänge übertragen.


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