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02 | Februar 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Mehr Studienanfänger jünger als 18 Jahre

Im Studienjahr 2015 (Sommersemester 2015 und Wintersemester 2015/16) waren laut Statistischem Bundesamt (Destatis) 3.737 Studienanfängerinnen und -anfänger unter 18 Jahren im ersten Hochschulsemester eingeschrieben. Damit machten sie 0,74 Prozent aller insgesamt 506.580 Anfänger aus. An Universitäten war der Anteil minderjähriger Studienanfängerinnen und
-anfänger leicht höher als im Hochschul-Durchschnitt. Mit 2.876 U-18-Jährigen machten sie ein Prozent aller Studienbeginner aus.

Die Zahl minderjähriger Studienanfänger ist gering, doch steigt stetig. Im Vorjahr 2014 lag ihr Anteil mit 3.325 Studierenden bei 0,65 Prozent und 2013 mit 2.782 bei 0,55 Prozent. Vor zehn Jahren waren gerade einmal 293 (0,08 Prozent) der Studienbeginner unter 18. Grund für den starken Anstieg ist vor allem die Verkürzung der Schulzeit auf 12 Jahre durch G8. Ab 2004 wurde G8 laut Kultusministerkonferenz (KMK) in den meisten Bundesländern eingeführt, Thüringen war mit 1991 Vorreiter. Fünf Länder sind mittlerweile jedoch wieder zu G9 zurückgekehrt oder bieten flexible Lösungen an, bei denen Schülerinnen und Schüler zwischen einer 12- und 13-jährigen Schulzeit wählen können. Die Hochschulgesetze enthalten spezielle Regelungen für minderjährige Studierende. Die meisten Bundesländer fordern eine Generaleinwilligung der Eltern für Verfahrenshandlungen, die unmittelbar mit dem Studium zusammenhängen. Damit können Studierende sich z.B. eigenständig bewerben, einschreiben, einen Bibliotheksausweis beantragen, sich für Prüfungen anmelden, den Studiengang wechseln oder an einer Exkursion teilnehmen, sofern diese im Rahmen des Studienfachs stattfindet. „Freizeit“-Exkursionen von Fachschaften sind laut Hochschulrektorenkonferenz (HRK) dagegen von der Regelung ausgeschlossen. In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen haben Studierende für entsprechende Aufgaben eine gesetzlich festgeschriebene „Teilhandlungsfähigkeit“.

Berlin und NordrheinWestfalen bieten einen Anreiz für das junge Studieren: Mittels einer Vorabquote sind mindestens fünf Prozent (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Berliner Hochschulzulassungsverordnung) bzw. zwei Prozent (§ 23 Abs. 2 Vergabeverordnung NRW) der Studienplätze für minderjährige Studierende vorzuhalten.


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