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02 | Februar 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Humboldt-Universität kündigt Holm wegen „arglistiger Täuschung“

Die Humboldt-Universität zu Berlin hat den ehemaligen Baustaatssekretär der Linken, Andrej Holm, entlassen. Die Präsidentin der HU, Sabine Kunst, sagte, sie bedauere diese Entscheidung sehr, weil die Humboldt-Universität zu Berlin (HU) einen renommierten und anerkannten Stadtsoziologen mit großer wissenschaftlicher Reputation verliere. Seine Lehrveranstaltungen waren laut Kunst bei den Studierenden besonders geschätzt, die Anerkennung unter seinen Kolleginnen und Kollegen erstreckt sich über alle Fakultäten. Die Kündigung beruhe nicht auf der Tätigkeit von Holm für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS), sondern einzig darauf, dass er die HU hinsichtlich seiner Biographie getäuscht und auch an dem wiederholt vorgebrachten Argument der Erinnerungslücken festgehalten habe. Zu Beginn der Pressekonferenz ist es, einem Bericht des Berliner Tagesspiegels zufolge, im Senatssaal der HU zu lautstarken Protesten von Studierenden gekommen. Laut der Präsidentin Kunst habe Holm mit seinen Angaben im Fragebogen zur Einstellung in der Universität und in verschiedenen Lebensläufen zu verschleiern versucht, dass er Offiziersschüler des MfS war. Dies sei arbeitsrechtlich eine „arglistige Täuschung“. Am 13. Dezember 2016 habe Holm der HU einen neuen Lebenslauf zugesandt. Die Tätigkeit als Offiziersschüler werde hier gegenüber der HU erstmals erwähnt. Es sei durch diese Übersendung klar, dass es Holm bewusst gewesen sei, dies bislang verschwiegen zu haben. Obwohl er die bisherigen Falschangaben zum Teil korrigieren wollte, bleibe er immer noch bei seiner Angabe, er habe eine Grundausbildung beim Wachregiment geleistet.

Zuvor war Holm bereits von seinem Amt als Berliner Bau-Staatssekretär zurückgetreten und dann offiziell vom rot-rot-grünen Senat entlassen worden. Einem Bericht der Wochenzeitung Die Zeit zufolge, will Holm gegen die Kündigung seines Lehrauftrags an der Humboldt-Universität klagen. Ziel der Klage sei festzustellen, dass die Kündigung rechtswidrig und damit unwirksam sei.


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