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03 | März 2017 Artikel versenden Artikel drucken

HU Berlin zieht Kündigung von Andrej Holm zurück

Die Humboldt-Universität (HU) zu Berlin hat ihre Kündigung von Andrej Holm zurückgezogen. Präsidentin Sabine Kunst reagierte damit auf sein Geständnis, bei seiner Einstellung an der HU Informationen über seine Stasi-Vergangenheit zurückgehalten zu haben, was er bedauere. Kunst teilte daraufhin auf der Universitäts-Website der HU mit, das Vertrauensverhältnis damit für „zwar gestört, aber nicht mehr vollständig zerstört“ zu halten und änderte die Kündigung in eine Abmahnung. Bis Ende 2018 wird Holm allerdings nicht als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die HU zurückkehren. In dieser Zeit wird der parteilose Stadtsoziologe als Berater der Linken für Mieten- und Wohnungspolitik arbeiten. Kritiker beklagen, dass Holm nun ein weiteres Mal für seine „Einstellungslüge“ durch öffentliche Gelder finanziert werde. Wissenschaftssenator a.D. George Turner sieht den Exzellenzstatus der HU Berlin gefährdet (Tagesspiegel). Die Studierenden, die aus Ärger über Holms Kündigung Räume des soziologischen Instituts der Universität besetzt hatten, haben diese wieder freigegeben. Ihren Protest würden sie aber fortsetzen, sagte die Gruppe Medienvertretern. Es gehe ihnen um mehr als Holms Kündigung: Sie forderten unter anderem eine kritische Lehre, mehr Mitbestimmung und einen sozialeren Wohnungsbau. Am Institut wollten sie einen Raum für selbstorganisierte Lehre und Aktionen beanspruchen. In der Nacht vor Ende der Besetzung wurden laut FAZ Flure des Lehrstuhls Theorie der Politik von Professor Herfried Münkler vollgeschmiert. Die Studierenden bestritten, dass sie dies waren.


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