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04 | April 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Studierende sind keine digitalen Enthusiasten

Studierende an deutschen Hochschulen sind keine digitalen Enthusiasten. Zwar wünscht sich eine deutliche Mehrheit der Studierenden (über 80 Prozent) digitale Medien und Videoangebote rund um die Lehrveranstaltung – nicht zuletzt deswegen, weil sie dadurch selbstständiger unter verschiedenen Lernangeboten wählen können. Rund 20 Prozent der Studierenden sind der Meinung, dass Lehrveranstaltungen ausschließlich mit digitalen Medien durchgeführt werden sollten. Die höchsten Zustimmungswerte unter den Lern- und Unterrichtsmitteln erhält allerdings die „gute alte Tafel“. Studierende halten vor allem die fachliche Eignung des Lehrpersonals für entscheidend; ausschlaggebend sind also nicht die Medien selbst, sondern deren didaktisch sinnvoller Einsatz. Das ist ein Ergebnis einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung unter Studierenden, Professoren und Mitarbeitern der Hochschulverwaltung für den „Monitor Digitale Bildung“.

Von allen Fachgruppen am wenigsten aufgeschlossen gegenüber digitalen Medien sind laut Studie die Lehramtsstudierenden. Dozenten hielten sich nicht nur bei der Anwendung innovativer Lernformate zurück. Sie hegten große Skepsis gegenüber Wissensvermittlung durch Videos (86 Prozent), sähen ungelöste rechtliche Probleme (62 Prozent) und beklagten den hohen Aufwand in der Vorbereitung (60 Prozent). Außerdem fühlten sich 60 Prozent der Dozenten durch Tablets oder Laptops gestört, wenn die Studierenden sie während ihrer Lehrveranstaltung nutzen. Eine gesamte Vorlesungsreihe als abrufbares Video produzierten gerade einmal zwei Prozent der Professoren. Diese so genannten MOOCs (Massive Open Online Courses) spielten demnach in der akademischen Lehre an deutschen Hochschulen so gut wie keine Rolle.


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