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04 | April 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Plagiatsfälle an der Medizinischen Fakultät der Universität Münster

Die medizinische Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster hat acht ihrer Absolventinnen und Absolventen den Doktortitel aberkannt. Laut Untersuchungskommission und Fachbereichsrat haben sie „schwere wissenschaftliche Mängel“, wie die Universität Forschung & Lehre mitteilte. 14 Medizin-Absolventen erhielten eine Rüge. Fünf der gestraften Absolventen haben vor dem Verwaltungsgericht Münster geklagt, wovon eine Klage laut Pressesprecher bereits abgewiesen wurde. Der Doktorvater zweier Arbeiten muss zudem Konsequenzen für „schweres wissenschaftliches Fehlverhalten“ tragen: Vonseiten der Universität erhält er keinerlei Personal oder Sachmittel, die über die gesetzlich festgelegte Grundausstattung seiner Stelle hinausgehen. Der Rektor der WWU, Professor Dr. Johannes Wessels, begrüßte das Urteil, da es „im Interesse der Wissenschaft insgesamt und der großen Mehrheit der ehrlichen Promovierenden ist, die die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis befolgen“. Als Reaktion auf den Vorfall hat die Universität ihre Promotionsordnung verändert, wozu auch ein verbindlicher regelmäßiger Austausch zwischen Doktoranden und Betreuern gehöre. Bereits 2014 hatten Mitwirkende der Internet-Plattform „VroniPlag Wiki“, die Dissertationen und Habilitationen auf deren Korrektheit prüft, die WWU auf den Plagiatsverdacht hingewiesen. Insgesamt tauchen die Universität Münster mit 30 und die Berliner Charité mit 34 Fällen derzeit am häufigsten in der VroniPlag-Statistik auf. Die Plattform wählt ihre Untersuchungsfälle selbst aus. Ein abschließendes Plagiats-Gutachten müssen wie im Fall Münster Experten erstellen.


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