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05 | Mai 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Honorarprofessur ist eine männliche Domäne

Nur zehn Prozent der Honorarprofessuren in Deutschland gehen an Frauen. Laut Statistischem Bundesamt gibt es insgesamt 1.714 Ehrentitel, davon entfallen 179 auf Frauen. Besonders wenige Honorarprofessorinnen gibt es in Bayern und Baden-Württemberg, wo nur jeder 20. Ehrentitel an eine Frau verliehen wird. Diese Werte liegen noch deutlich unter der Zahl der hauptamtlichen Professuren, die je nach Hochschule zwischen 20 und 40 Prozent auf Frauen entfallen. Dies sind Ergebnisse einer Recherchekooperation von der Wochenzeitung „Die Zeit“ und dem Bayrischem Rundfunk (BR). Honorarprofessuren sollen die regulären Professorinnen und Professoren in der Lehre unterstützen; der Titel wird etwa Rechtsanwälten, Unternehmern, Politikern oder Künstlern verliehen, um Berufspraxis in die Hochschulen zu tragen. Einheitliche Kriterien, wer den Titel verdient, gibt es nicht. Die Regeln seien vielerorts aufgeweicht, kritisiert Stefan Hornbostel, Leiter des Instituts für Forschungsinformation und Qualitätssicherung in Berlin. Wolfgang Herrmann, Präsident der Technischen Universität München, kündigt gegenüber der Zeit an, tätig zu werden; er wolle über eine Initiative für mehr Honorarprofessorinnen nachdenken.


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