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05 | Mai 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Experten votieren für Änderung des Embryonenschutzgesetzes

In einem am 29. März 2017 veröffentlichten Diskussionspapier hat sich ein Expertengremium der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina dafür ausgesprochen, Experimente an überzähligen menschlichen Embryonen auch in Deutschland zu gestatten. Plädiert wird zugleich für eine Änderung des Embryonenschutzgesetzes, das die Forschung an menschlichen Embryonen bislang untersagt. Genome Editing und Genomchirurgie, die gezielte Eingriffe in das Erbgut erlaubten und vielversprechende Möglichkeiten in Forschung und Anwendung eröffneten, machen aus Sicht der Expertengruppe eine differenzierte Diskussion um Embryonenschutz erforderlich. Der Einsatz von Genome Editing zur Erforschung der menschlichen Embryonalentwicklung sei sinnvoll, weil die Entwicklung beim Menschen sich in einigen Aspekten deutlich von der Embryonalentwicklung bei Tieren unterscheide. Wünschenswert sei auch eine Grundlagenforschung, die es ermögliche, Nutzen und Risiken von Keimbahntherapien und -effekten evidenzbasiert einschätzen zu können.

Die Wissenschaftler zogen zugleich enge Grenzen in der Umsetzung solcher Forschungsvorhaben. Sie wollen ausschließlich solche Embryonen aus der Fortpflanzungsmedizin zulassen, die nicht mehr verwendet werden und deswegen keine reale Lebenschance hätten. Eine Absage erteilten sie Versuchen, mittels Genome Editing genetische Verbesserungen des Menschen zu erzielen.


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