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06 | Juni 2017 Artikel versenden Artikel drucken

EU bestätigt Quotenregelung für Medizinstudium in Österreich

Die EU-Kommission hat die Aufhebung des EU-Moratoriums gegen die Quotenregelung beim Medizinstudium in Österreich bekanntgegeben. Damit können weiterhin 75 Prozent der Anfängerplätze für Studierende mit österreichischem Abiturzeugnis reserviert werden. Die Quote für Zahnmedizin solle aber abgeschafft werden. Das berichtet der Österreichische Rundfunk.

Die Europäische Kommission habe formell über die Einstellung des Verfahrens entschieden. Ausgehend von Daten der österreichischen Behörden habe die Kommission befunden, „dass das für das Medizinstudium geltende Quotensystem berechtigt und angemessen ist, um das öffentliche Gesundheitssystem in Österreich zu schützen, und daher beibehalten werden darf“, so die Brüsseler Behörde laut Bericht.

Die Kommission fordere Österreich jedoch auf, die Situation weiterhin genau zu überwachen und der Kommission alle fünf Jahre darüber Bericht zu erstatten, ob die Beschränkungen beibehalten werden sollten. Die Beschränkungen für das Zahnmedizinstudium seien „nicht gerechtfertigt, da kein Mangel an Zahnärzten prognostiziert ist“, erklärt die Kommission.

Seit 2006 gilt für das Medizinstudium in Österreich eine Quotenregelung: 75 Prozent der Plätze für Human- und Zahnmedizin sind für österreichische Maturanten reserviert, 20 Prozent gehen an EU-Bürger und fünf Prozent an Nicht-EU-Bürger. 84 Prozent der Deutschen, die in Österreich Medizin studiert haben, verlassen in den ersten drei Jahren nach dem Abschluss das Land: Das zeigen aktuelle Daten der Statistik Austria.


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