Nachrichten
06 | Juni 2017 Artikel versenden Artikel drucken

HRK fordert neues Konzept für Hochschulfinanzierung und klare Regeln für die kooperative Promotion

Die HRK hat auf ihrer Mitgliederversammlung ihren Vorschlag für eine Neugestaltung der Hochschulfinanzierung vorgestellt. „Zwei Säulen-plus“ lautet der Titel ihres Modells, mit dem sie eine verlässliche Grundfinanzierung der Hochschulen sichern will. Nur so könne deren Zukunftssicherheit im europäischen und internationalen Wettbewerb gesichert werden. Säule 1 des Modells zielt auf mehr unbefristet bereitgestellte Mittel für Lehre und Forschung, die unter anderem zusätzliche Dauerstellen und grundlegende Investitionen ermöglichten. Die Summe müsse der zunehmenden Studierendenanzahl entsprechen. Dafür bedürfe es sowohl mehr gesicherten Personals als auch Räumen an den Hochschulen. Säule 2 sind Mittel, die in konkrete Programme zur Sicherung der Qualität und der Zukunftsfähigkeit von Hochschulen fließen sollen. Es sei weniger Geld als für Säule 1 notwendig, aber immer noch so viel, dass die Programme nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit großer, sondern auch kleinerer Hochschulen stärkten sowie unterschiedliche Profile und Spezialisierungen förderten. Mit dem „Plus“-Element ist der „Hochschulpakt für Bildung, Forschung und Innovation“ gemeint, der mit einer Steigerung von drei Prozent jährlich vor allem Geld in Säule 1 schießen soll. Mit dem Konzept will die HRK die wahrgenommene unausgewogene Förderung von Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen beenden.

Darüber hinaus pocht die HRK?auf klare Regeln zur kooperativen Promotion. Die Universitäten haben sich dafür zu einer „systematischen Institutionalisierung der Zusammenarbeit“ mit den Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Promotionsverfahren verpflichtet. Dies bedeute, dass klare Regelungen in den Hochschulordnungen und in den Promotionsordnungen der Fakultäten und Fachbereiche geschaffen werden. „Die Selbstverpflichtung der Universitäten hat das Ziel, mehr Transparenz zu schaffen und einen deutschlandweiten Flickenteppich zu vermeiden, der mit unterschiedlichen Regelungen der kooperativen Promotion in den Landeshochschulgesetzen zu entstehen droht“, erklärte der Präsident der HRK, Professor Horst Hippler. Gemeinsame Grundsätze seien ein wichtiger Schritt für Fachhochschulabsolventinnen und -ab­solventen sowie ein gemeinsames Verständnis von den Rechten und Pflichten rund um die kooperative Promotion – „auch wenn es weiterhin unterschiedliche Meinungen zu einem eigenständigen Promotionsrecht der Hochschulen für angewandte Wissenschaften gibt“.

Laut HRK-Umfrage unter den promotionsberechtigten Fakultäten und Fachbereichen deutscher Hochschulen liegt die Zahl der in einem kooperativen Verfahren abgeschlossenen Promotionen für den Zeitraum 2012 bis 2014 bei 376. Gegenüber dem Zeitraum von 2009 bis 2011, in dem sie 116 betrug, hat sie sich damit mehr als verdreifacht. In den Prüfungsjahren 2012, 2013 und 2014 wurden mindestens 1.245 Absolventinnen und Absolventen von Fachhochschulen promoviert. Rund ein Drittel davon waren Frauen (398) und zwei Drittel Männer (847). Im Vergleich zu den Jahren 2009 bis 2011, in denen 876 Absolventinnen und Absolventen von Fachhochschulen promoviert wurden, sei dies ein Anstieg von über 30 Prozent. Die meisten Promotionen von FH-Absolventinnen und -Absolventen wurden in den Ingenieurwissenschaften abgeschlossen (430). Mit 386 Promotionen stehen die Naturwissenschaften an zweiter Stelle.


Zurück | Artikel versenden Artikel versenden | Artikel drucken Artikel drucken