Nachrichten
07 | Juli 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Horizont 2020: Das meiste Geld fließt nach Deutschland

Knapp 12.000 Forschungsvorhaben hat die Europäische Kommission bisher über das Förderprogramm Horizont 2020 mit insgesamt 20,4 Milliarden Euro unterstützt. Es wurden fast 102.000 Anträge eingereicht. 11,6 Prozent waren erfolgreich. Der Großteil der Projektteilnehmer kam aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen (64,9 Prozent), 27,7 Prozent aus der Wirtschaft und 7,3 Prozent aus öffentlichen Einrichtungen und Organisationen. 75 Prozent der Projekte waren transnationale Forschungsvorhaben. Das ergab der veröffentlichte Zwischenbericht der EU-Behörde unter Einbeziehung der Stellungnahmen von internationalen Interessenvertretern.

Knapp 93 Prozent der Fördersumme ging an EU-28 Länder, anteilig das meiste Geld an deutsche (17 Prozent) und britische Teilnehmer (15,1 Prozent). Insgesamt waren 131 Länder beteiligt, darunter 87 Drittländer. Die Kommission spricht von einem insgesamt „attraktiven und gut funktionierenden“ Programm des Forschungsstandorts EU. Zu den noch bestehenden Schwachpunkten zähle, dass die Forschungsvorhaben noch keine signifikante Auswirkung auf die tatsächliche Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen hätten. Dies liege auch daran, dass der Austausch zwischen Forschenden und der Gesellschaft oftmals ausbleibe. Auch fließe insgesamt noch zu wenig Geld in Projekte, die eine nachhaltige Entwicklung – auch hinsichtlich des Klimawandels – forcierten. Darüber hinaus treibe Horizont 2020 die Innovationskraft kleiner und mittelständischer Unternehmen in der EU noch nicht ausreichend voran.

Die Wettbewerbsfähigkeit der EU und die Schaffung von Arbeitslätzen sind zentrale Ziele des Förderprogramms, das bei einer Laufzeit von 2014 bis 2020 insgesamt circa 70 Milliarden Euro umfasst.


Zurück | Artikel versenden Artikel versenden | Artikel drucken Artikel drucken