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07 | Juli 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Rund ein Drittel der Studierenden bricht Bachelor ab

Ein Drittel der Bachelor-Studierenden mit Studienbeginn in den Jahren 2010 und 2011 hat das Studium abgebrochen. An Universitäten waren es 32 Prozent, an Fachhochschulen 27 Prozent. An Universitäten fällt der Entschluss bei 43 Prozent bereits in den ersten beiden Semestern. 27 Prozent gehen im dritten oder vierten Semester. Das ergibt eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW).

Als Grund für den Abbruch gaben die meisten Uni-Abgänger an, die Leistungsanforderungen nicht erfüllen zu können (27 Prozent). 18 Prozent sprachen von einer mangelnden Motivation und 17 Prozent von dem Wunsch nach einer praktischeren Tätigkeit. Finanzielle Engpässe waren für 11 Prozent der Grund, das Bachelorstudium abzubrechen. Ihr Masterstudium an einer Universität brachen 15 Prozent der Studienanfänger von 2012 ab. Das sind 4 Prozent mehr als unter den Studienanfängern von 2010. An den Fachhochschulen ist ihr Anteil um 12 Prozent auf 19 Prozent gestiegen.

Knapp die Hälfte der Abgänger findet laut Studie schnell eine Alternative: 43 Prozent sind nach einem halben Jahr in einer Berufsausbildung und 31 Prozent erwerbstätig.

Für das BMBF sind die Ergebnisse ein Zeichen dafür, dass Schulen besser über die Möglichkeiten für anschließende Ausbildungswege aufklären müssen. Helfen soll unter anderem, dass seit 2016 zehn Prozent der Mittel aus dem Hochschulpakt 2020 in Maßnahmen gegen den Studienabbruch fließen.

Eine Teilstudie unter Federführung der Stiftung Mercator hat weiter ergeben, dass die Abbruchquote mit 41 Prozent bei Studierenden aus Zuwanderungsfamilien deutlich höher sei. Häufig starteten diese zum Beispiel von einer Berufsschule in ein Studium. Die Stiftung folgert daher, dass nicht-gymnasiale weiterführende Schulen ihrer studienvorbereitenden Rolle nicht gerecht werden. Sie plädiert dafür, schulische Lerninhalte und fachliche Studienanforderungen auf Landesebene besser aufeinander abzustimmen.


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