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07 | Juli 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Deutsche Fachhochschulen haben Professorenmangel

Während an Universitäten immer mehr jüngere Wissenschaftler auf verhältnismäßig wenige Professorenstellen drängen, bleibt an den Fachhochschulen jede zweite Professur nach der ersten Auswahlrunde unbesetzt. 36 Prozent der Stellen müssen mehrfach ausgeschrieben werden und für gut jede sechste Professur wird auch nach mehreren Ausschreibungsrunden kein passender Kandidat gefunden. Das ergab eine aktuelle Studie des Deutschen Zentrums für hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). 41 staatliche Fachhochschulen und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften haben daran teilgenommen. Im Schnitt bewerben sich demnach in Deutschland 22 Kandidaten auf eine ausgeschriebene FH-Professur. Besonders wenige Bewerbungen (rund 18) gibt es in den Ingenieurwissenschaften und im Gesundheitswesen (rund 16). In den Ingenieurwissenschaften stehen die Professuren laut DZHW in Konkurrenz zu attraktiven Jobs in der Privatwirtschaft oder an einer Universität. In den erst kürzlich akademisierten Gesundheitsfachberufen fehlten passgenaue Promotionsmöglichkeiten. Über alle Fachbereiche hinweg werden 29 Prozent der Bewerber aus dem Berufungsverfahren ausgeschlossen, weil ihnen formale Voraussetzungen wie der Doktortitel zum Nachweis ihrer wissenschaftlichen Qualifikation oder die bei einer FH-Professur essenzielle Praxiserfahrung fehlen. Bei knapp der Hälfte der Verfahren umfasst die Liste der zur Berufung vorgeschlagenen Personen daher weniger als drei Personen, was nur in Ausnahmefällen erlaubt ist.

Wissenschaftsministerin Johanna Wanka sorgt sich um die ausbleibenden Ingenieur-Bewerber als „Innovationsmotor“ in ihrer Forschungszusammenarbeit mit Unternehmen. Der Bund will die Fachhochschulen in ihrer Personalgewinnung unterstützen. An ihren Standards sollten diese festhalten.


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