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08 | August 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Akademien für mehr Qualität bei Promotionen

Die Wissenschaftsakademien haben grundlegende Reformen der Promotionspraxis vorgeschlagen. Sie fordern die Universitäten dazu auf, ihrer Verantwortung für die Qualitätssicherung „flächendeckend und vollumfänglich“ nachzukommen. In einer gemeinsamen Stellungnahme „Promotion im Umbruch“ schlagen die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften ein modifiziertes Modell der Individualbetreuung vor. So soll in einer Betreuungsvereinbarung die frühzeitige Beteiligung einer zweiten Betreuungsperson festgelegt werden („Doppelbetreuung“). Auch sollen die Promotionsordnungen in der Regel die Beteiligung externer Betreuerinnen und Betreuer vorsehen. Interne und externe Betreuung sollen als gleichrangig bewertet werden. Die Akademien sehen weiter angesichts von „inflationären Tendenzen der Bestnotenvergabe“ die Glaubwürdigkeit der Promotion gefährdet. Dem soll durch eine differenzierte Notenvergabe entgegengewirkt werden. So könne zum Beispiel bei der Vergabe der Bestnote noch eine dritte, externe Bewertungsinstanz hinzugezogen werden. Für die Medizin schlagen sie die Einführung eines regulären Studienabschlusses MD („Medical Doctor“) vor. Damit würde der Dr. med. zu einem wissenschaftlichen Doktorat mit einer Wertigkeit oberhalb des MD. Nach Ansicht der Akademien ist die kooperative Promotion von Absolventen der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) ein Zukunftsmodell. Hier müssten bereits etablierte Regelungen so weiterentwickelt werden, dass kooperative Betreuungen auf unbürokratische Weise möglich werden.


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