Besoldung
11 | November 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Die Schere öffnet sich weiter

Durchschnitt W anhand real gezahlter Besoldung | Hubert Detmer

Seit kurzem liegen dem Deutschen Hochschulverband (DHV) neue Durchschnittswerte des Statistischen Bundesamts für die W-Besoldung im Bereich der einzelnen Dienstherren vor. Diese Werte beziehen sich auf den Erhebungsmonat Juni 2016. Die abgebildeten Tabellen stellen insoweit ein „Ranking“ der tatsächlich im Durchschnitt gezahlten (und verhandelten) Besoldung dar. Hessen muss freilich im Vergleich zu den anderen Bundesländern „nach unten“ relativiert werden, da in der hessischen „Juni-Besoldung“ fünf Prozent eines Monatsbezugs als anteilige Auszahlung der Sonderzuwendung („Weihnachtsgeld“) enthalten ist. Hinzuweisen ist des Weiteren darauf, dass sich die Durchschnittswerte auf die Professorenbesoldung an öffentlichen Hochschulen und Berufsakademien (ohne Hochschulkliniken) beziehen und neben den jeweiligen Grundgehältern die gewährten Leistungsbezüge, Forschungs- und Lehrzulagen, den Familienzuschlag und – wie bereits erwähnt – im Einzelfall auch ein „anteiliges Weihnachtsgeld“ enthalten. Gegenüber den vergangenen Zahlen (Juni 2015) – siehe hierzu ausführlich: Detmer, Forschung & Lehre 2017, S. 122 ff. – haben sich die Zahlen in aller Regel erhöht (nicht zuletzt infolge zwischenzeitlich realisierter Besoldungsdynamisierungen). Ferner ist festzuhalten, dass inzwischen in fünf Bundesländern (Bayern, Berlin, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz) die Durchschnittswerte in W3 die C4-Durchschnittswerte zum Teil deutlich übersteigen, während die Durchschnittswerte in W2 in allen Bundesländern hinter den Durchschnittswerten in „C3“ zurückbleiben. Auch geht die Schere im Vergleich der Bundesländer zueinander weiter auseinander. Während in Bezug auf Juni 2015 Unterschiede von bis zu 1.260 Euro brutto monatlich in W3 zu verzeichnen waren, lag diese Differenz im Juni 2016 bereits bei 1.480 Euro.

Erstmals veröffentlicht der DHV auch die Durchschnittsbesoldungen für Juniorprofessorinnen und -professoren. Wenngleich in W1 zum einen nur in einigen Ländern und zum anderen lediglich begrenzt über die Besoldung verhandelt werden kann, sind auch in „W1“ inzwischen Unterschiede von bis zu 680 Euro brutto monatlich zu verzeichnen.

Real gewährte Durchschnittsbesoldung W1 6/2016

Real gewährte Durchschnittsbesoldung W1 6/2016

Real gewährte Durchschnittsbesoldung W2

Real gewährte Durchschnittsbesoldung W2

Real gewährte Durchschnittsbesoldung W3

Real gewährte Durchschnittsbesoldung W3


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