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11 | November 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Hamburg: Verhaltenskodex zur Religionsausübung

Die Universität Hamburg hat einen Verhaltenskodex verabschiedet, der die Religionsausübung von Studierenden an der Universität regeln soll. Der Kodex schreibt fest, dass das vom Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland gewährte Recht auf Religionsfreiheit für die Angehörigen der Universität Hamburg in keiner Weise eingeschränkt ist. Zur Religionsfreiheit gehöre auch die Freiheit der Religionsausübung, etwa bei der Verwendung religiöser Symbole wie dem Kreuz, dem Davidstern oder Kopfbedeckungen. Gleiches gelte für das Tragen religiös motivierter Bekleidung, solange durch diese, z.B. durch Vollverschleierung, selbstverständliche Anforderungen an die wissenschaftliche Kommunikation, Unterrichtsdurchführung oder an Prüfungen (Feststellung der Identität) nicht behindert werden. Alle Universitätsangehörigen müssten die Religionsfreiheit aller Mitglieder und die Gleichberechtigung der Geschlechter respektieren.

Der Kodex betont jedoch auch, dass die Universität Hamburg als säkulare Institution den Methoden und Standards wissenschaftlicher Forschung und Lehre verpflichtet ist. Das bedeute, dass die Ausübung religiöser Freiheit dort ende, wo der wissenschaftliche Auftrag der Universität Hamburg beeinträchtigt oder gefährdet werde. So schließen es laut Universität wissenschaftliche Standards zum Beispiel aus, wissenschaftliche Inhalte, Methoden oder Personen aus religiösen Gründen abzulehnen. Auch die Durchführung von Forschung und Lehre, also zum Beispiel Vorlesungen, dürften nicht durch eine religiöse Alltagsgestaltung beeinträchtigt werden. Bei religiösen Feiertagen außerhalb der gesetzlichen Regelungen setzt der Kodex auf gegenseitige Rücksichtnahme aller Beteiligten, ohne dass die Wissenschaftspraxis beeinträchtigt werden darf. Religiöse bzw. rituelle Handlungen müssten auf nichtstörende Handlungen eingeschränkt werden sowie im Raum der Stille stattfinden.

Insgesamt plädiert der Verhaltenskodex für Respekt, Toleranz und konstruktive Lösungen in Bezug auf die Religionsausübung.

Die Universität hat den Kodex formuliert vor dem Hintergrund „vereinzelter Vorkommnisse“, die eine Reihe von Fragen zum Umgang mit dem Religiösen in Studium, Lehre, Forschung und im alltäglichen Miteinander an der Hochschule aufgeworfen hätten.


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