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12 | Dezember 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Wissenschaftsrat fordert Reform des Peer Reviews

Das Begutachtungswesen (peer review) steht nach Ansicht des Wissenschaftsrates unter zunehmendem Druck. Sowohl die Erwartungen an die Leistungen von Gutachterinnen und Gutachtern als auch die Nachfrage nach Begutachtungen seien aus verschiedenen Gründen deutlich gewachsen, ohne dass die Gruppe der Gutachtenden systematisch vergrößert und Wissen über Begutachtungen strukturierter vermittelt wurden. Der Wissenschaftsrat hat deshalb in einem Positionspapier zu Begutachtungen im Wissenschaftssystem Empfehlungen formuliert, die die Qualität von Begutachtungen und auf ihnen aufbauenden Entscheidungen sichern sollen. Begutachtungsverfahren müssten überprüft und auf Wichtiges beschränkt werden. Außerdem sollten Erfahrungen mit alternativen Verfahren kontrolliert erprobt werden. So soll nach Ansicht des Rates „mit innovativen Auswahlverfahren der Gefahr des sogenannten Mainstreamings in der Forschungsförderung begegnet werden – etwa mit Zufallsauswahl oder mit Hilfe eines Sondervotums (wild card)“.

Der Wissenschaftsrat forderte weiter, Begutachtungsprozesse bestmöglich zu organisieren und zu unterstützen. Die Gruppe der Gutachtenden müsse durch „innovative“ Maßnahmen erweitert werden. Dazu gehöre insbesondere, dass Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler an das Begutachten über Mentoring durch erfahrene Gutachtende herangeführt werden. Gutachterinnen und Gutachter müssten auf ihre Aufgaben besser vorbereitet und mit Feedback zu ihren Begutachtungsleistungen begleitet werden. Auch sollten sie mehr Anerkennung erfahren für den „unverzichtbaren Beitrag“, den sie zum Nutzen von Wissenschaft und Gesellschaft leisten.

Der Rat betont, dass Begutachtungen unterschiedlichster Art im Wissenschaftsbetrieb eine fundamentale Rolle spielten. Sie sicherten Qualität und begründeten die Verteilung von Ressourcen. Mit Hilfe von schriftlichen und mündlichen Gutachten entschieden Zeitschriftenredaktionen und Verlage über Publikationsmöglichkeiten, Förderer aus Stiftungen, Privatwirtschaft und öffentlicher Hand über Finanzmittel für Personen und Institutionen, Einrichtungsleitungen über Stellenbesetzungen oder Infrastrukturzugang und Jurys über Preise.


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