Steuerrecht aktuell
01 | Januar 2018 Artikel versenden Artikel drucken

Steuerrecht aktuell

Birgit Ufermann

Kleinbeträge

Rückwirkend zum 1. Januar 2017 gibt es Vereinfachungen für Rechnungen über Kleinbeträge, deren Gesamtbetrag 250 Euro nicht übersteigt. Rechnungen über Kleinbeträge müssen den vollständigen Namen, die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers, das Ausstellungs­datum, die Menge/Art der gelieferten Gegenstände oder den Umfang/Art der sonstigen Leistung und das Entgelt und den darauf entfallenden Steuerbetrag in einer Summe sowie den anzuwendenden Steuersatz oder im Fall einer Steuerbefreiung einen Hinweis darauf enthalten (§ 33 UStDV).
Schreiben des BMF (IV C 6-S 2142/16/10001:011) vom 15.11.2017

Einnahmenüberschussrechnung

Für die Steuererklärung des Jahres 2017 ist für die Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit nur noch die Abgabe der standardisierten Einnahmenüberschussrechnung mit elektronischer Authentifizierung möglich. Dies gilt für alle Steuerpflichtigen, auch für die, die bisher eine formlose Gewinnermittlung einreichen konnten, da ihre Betriebseinnahmen geringer als 17.500 Euro im Jahr waren. Diese Regelung besteht nicht mehr fort. Auch „Kleinunternehmer“ müssen demnach die Anlage EÜR 2017 und die Anlage AVEÜR elektronisch einreichen. Nur auf Antrag kann das Finanzamt in Härtefällen auf die elektronische Übermittlung dieser standardisierten Einnahmenüberschussrechnung über www.elster.de verzichten.
Schreiben des BMF (IV C 6-S 2142/1610001:011) vom 9.10.2017

Umsatzbesteuerung bei Hochschulen

Der Bundesfinanzhof hat mehrere Entscheidungen zur Umsatzsteuerpflicht von juristischen Personen des öffentlichen Rechts (z.B. Hochschulen) getroffen. Somit besteht seit 1. Januar 2017 die Möglichkeit, dass ju­ris­ti­sche Personen des öffentlichen Rechts als Unternehmer bei Tätigkeiten, die ihnen im Rahmen der öffentlichen Gewalt obliegen, tätig sind, auch wenn sie in Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten Gebühren, Beiträge oder sonstige Abgaben erheben. Dies gilt nur dann nicht, wenn eine Behandlung als Nichtunternehmer zu größeren Wettbewerbsverzerrungen führen würde. (Die Neuregelung des § 2b UStG ist aus europarechtlichen Gründen notwendig geworden). Es ist jedoch nach wie vor nicht zu beanstanden, wenn die Hochschule die hiervon abweichende Rechtsprechung des BFH der Besteuerung zugrundelegt, sofern dies einheitlich für die gesamte Hochschule erfolgt. Eine Beschränkung auf einzelne Leistungen ist nicht zulässig. Der bisherige § 2 Abs. 3 UStG kann – nach der bereits erfolgten Optionserklärung gegenüber dem Finanzamt – auch weiterhin für Leistungen bis zum 31.12.2020 angewandt werden.
Schreiben des BMF (III C 2 – S 7106/0:002) vom 27.7.2017


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