Kommentar
10 | Oktober 2014 Artikel versenden Artikel drucken

Rasch handeln

Felix Grigat

Bund und Länder sind sich in der Regel nicht grün. Bei den Kämpfen um Macht und Geld bleibt oft das Verständnis für die Belange der Wissenschaft ebenso wie das Einmaleins des Rechnens und der Lebenswirklichkeit auf der Strecke. So auch bei den „Overhead-Kosten“ von Forschungsprojekten. Weil die Drittmittelforschung bislang nicht vollkostenfinanziert wird, muss die Grundfinanzierung der Hochschulen „dafür herhalten“ (HRK), die Kosten für die Durchführung von Forschungsprojekten zu bestreiten. Das hat zur Folge, dass die Hochschulen ihrem Kernauftrag zu Forschung und Lehre immer weniger gerecht werden können. Wer jedes eingeworbene Forschungsprojekt aus seiner Grundsubstanz bezuschussen muss, nimmt Schaden und muss mittelfristig Leistungen einstellen. Zurecht fordern die Hochschulrektoren deshalb, dass Bund und Länder den Hochschulen die vollen Kosten ihrer Forschungsprojekte erstatten sollen. Denn sonst siegen sich die erfolgreichen Hochschulen, auf deren Exzellenz doch Bund und Länder so stolz sind, in der Tat „zu Tode“. Erfolge schaden dann langfristig mehr als sie nutzen. Warum sich noch an Wettbewerben um Drittmittel beteiligen, wenn dadurch die Grundsubstanz erodiert? Warum noch um „drittmittelstarke Professoren“ werben? Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, muss rasch gehandelt werden.


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