Kommentar
08 | August 2015 Artikel versenden Artikel drucken

Schwierig

Felix Grigat

Es klingt einleuchtend: Wissenschaftler sollen das, was sie erforschen, nicht nur den Fachkollegen, sondern auch denen verständlich machen, die die Forschung letztlich bezahlt haben: den Bürgern.

In der Tat ist es nicht anrüchig, über die Ergebnisse seiner Forschungen Rechenschaft abzulegen. Aber ist es darüber hinaus notwendig, dies „populär“ und „in der Breite“ zu tun, wie Ministerin Wanka fordert? Kann ein guter Wissenschaftler das, was er selbst erforscht hat, auch dem Nichtfachmann, dem Nichtwissenschaftler, ja dem Kollegen aus einer anderen Fakultät erläutern? Dem ein oder anderen Hochschullehrer mag dies vorzüglich gelingen. Es gibt aber viele wissenschaftliche Sachverhalte, die nur Wenigen einsichtig und verstehbar sind. Wissenschaft ist schwierig, oft abstrakt und hochspeziell. Wissenschaft ist Wissenschaft und nicht Unterhaltung. Eine unbequeme Wahrheit in einer Zeit, in der fast alles zur Unterhaltung wird.

Darüber hinaus sind Wissenschaftler Laien im Metier der Wissenschaftskommunikation. Denn diese ist mittlerweile ein professionelles Geschäft für Spezialisten. Sehr gute Fachjournalisten, die beides können, werden gebraucht: Verstehen, was der Wissenschaftler sagt und dies professionell, interessant und verständlich dem Normalbürger vermitteln. Hier muss gefördert und investiert werden.


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