Kommentar
05 | Mai 2013 Artikel versenden Artikel drucken

Gescheitert

Michael Hartmer

Endlich scheint Bewegung ins deutsche Akkreditierungsunwesen zu kommen. Kaum eine Reform schafft so viel Verdruss in den Universitäten wie die von der KMK verordnete Akkreditierung von Studiengängen. Wer mit sehr begrenzten Mitteln sehr viel leisten muss, ärgert sich eben ganz besonders über zusätzliche unnötige Arbeit. Die Hälfte aller Studiengänge läuft ohne Akkreditierung und ohne Beanstandung. Die andere Hälfte hat mehr nolens als volens das Verfahren über sich ergehen lassen. Spitzenuniversitäten – immerhin im ständigen internationalen Wettbewerb um die besten Studierenden und Professoren – Mindeststandards ihrer Studiengänge zu attestieren ist Unsinn. Die KMK hat eine wettbewerbswidrige, autonomiefeindliche und für die Hochschulen sehr teure externe Prüfbürokratie etabliert, die am eigenen Götzen „Effizienz“ gescheitert ist.

Wer hat in der KMK oder im Bund den Mumm, endlich mal eine Reform anzuschieben, auf die die Hochschulen warten? Es genügt die gesetzliche Vorgabe an alle Hochschulen, ein Qualitätsmanagementsystem zu errichten. Die staatliche Nachsteuerung – bislang bei weniger als einem Prozent aller Fälle notwendig – bliebe durch Rechtsaufsicht und Zielvereinbarung möglich. Die Agenturen würden Qualitätsberater, und das Akkreditierungssystem stände wieder auf den Füßen.


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