Kommentar
07 | Juli 2016 Artikel versenden Artikel drucken

Der Bruch

Felix Grigat

Die Welt ist aus den Fugen, wusste bereits Shakespeares Hamlet und der Austritt der Briten aus der Europäischen Union zeigt dies einmal mehr auf dramatische Weise. Der Brexit hat Folgen, die bislang kaum überschaubar sind. Deutlich ist: Die EU verliert knapp 20 Prozent ihrer Wirtschaftskraft und 13 Prozent ihrer Arbeitnehmer. Dem EU-Haushalt ist über Nacht der nach Deutschland und Frankreich drittgrößte Nettozahler abhandengekommen. Forschungsorganisationen, Nobelpreisträger und Wissenschaftler hatten eindringlich vor schlimmen Konsequenzen für die britische und die europäische Wissenschaft gewarnt. HRK-Präsident Hippler bezeichnete vor dem Referendum einen möglichen Austritt als „verheerend für die Zusammenarbeit in Eu­ro­pa“. Es geht um Milliardensummen, um die Zukunft der Wissenschaft und der Wissenschaftler. Wird es einen Exodus britischer Forscher in die EU und in die USA geben? Können es sich künftig Studenten aus der EU noch leisten, im künftigen Großbritannien zu studieren?

Der Bruch geht durch die gesamte internationale Wissenschaft. Blütenträume von einem geeinten, harmonischen und starken Europa sind erstmal zerstoben. Dennoch gilt es, den Mut nicht zu verlieren und sich noch mehr für die Sache der Wissenschaft einzusetzen. Das braucht viel Geduld. Aber ohne Wissenschaft gibt es weder für Großbritannien noch die EU eine lohnende Zukunft.


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