Kommentar
12 | Dezember 2014 Artikel versenden Artikel drucken

Wagnis Wissenschaft

Felix Grigat

Die Landung des Forschungsroboters Philae auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko eine halbe Milliarde Kilometer von der Erde entfernt ist eine spektakuläre Leistung der Wissenschaft, ein Meilenstein in der Geschichte der Raumfahrt. Europäische Forscher und Techniker werden dafür zu Recht weltweit gelobt und bewundert – das „alte Eu­ro­pa“ kann es doch noch! Dabei ging es bei dieser Expedition, die wie Science Fic­tion anmutet, um den Kern dessen, was Wissenschaft so faszinierend macht und viele Menschen allererst auf den Weg der Forschung führt: Den Traum, etwas mehr davon zu verstehen, was die Welt im Innersten zusammenhält, das Wagnis, „das Ganze“ (C.F. von Weizsäcker) zu begreifen und der Frage „What is it all about?“ (Whitehead) auf den Grund zu gehen.

Der Dank dafür gebührt vielen: Den Ideengebern, den Wissenschaftlern, Technikern und Helfern und nicht zuletzt denen, die das europäische Weltprojekt mit über einer Milliarde Euro finanziert haben. Dazu kommt die große Welle der Begeisterung für die Raumfahrt – die Mission (und ihre geschickte Öffentlichkeitsarbeit) hat Köpfe und Herzen der Menschen erreicht. Ein Hoffnungszeichen für die von Utilitarismus und Ökonomismus bedrohte Wissenschaft. Hoffentlich hat man auch künftig den Mut, Geld für solche Wagnisse einzusetzen.


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