Kommentar
09 | September 2014 Artikel versenden Artikel drucken

Großartig

Michael Hartmer

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Ein wissenschaftspolitischer Beschluss einer Landesregierung ruft bei den Betroffenen nicht Protest, nicht mal die übliche „Zwar-Aber-Rhetorik“, sondern einfach nur schiere Begeisterung hervor. „Großartig“ sei die Entscheidung der Landesregierung, die Grundmittel um über 20 Prozent aufzustocken. Die Universitäten „seien außerordentlich beeindruckt“; den Ministern Bauer und Schmid sei für Weitblick und Mut zu danken, so der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz.

Das sind ungewohnt enthusiastische Töne. Gilt nicht mehr Humboldts Verdikt über die Gelehrten als „die unbändigste und am schwersten zu befriedigende Menschenklasse“? Nein, warum auch. Dass die Grundmittel seit 1998 nicht mehr erhöht wurden und ein Teil des Segens aus der Umschichtung von Mitteln stammt, schmälert das Bild kaum. Zusammen mit der demnächst höchsten W-Grundbesoldung zeigt Baden Württemberg den anderen Bundesländern, wo Barthel den Most holt. Und mit Blick auf NRW ist festzustellen, dass Grün/Rot nicht dasselbe ist wie Rot/Grün.

Die zuständige Ressortministerin Bauer steigt mit diesem Coup endgültig in die erste Reihe der deutschen Bildungspolitik auf, und das nach einer Amtszeit von drei Jahren. Egal, wo dieser Weg hinführen wird, der Respekt der Wissenschaft wird kein schlechter Proviant sein.


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