Kommentar
07 | Juli 2014 Artikel versenden Artikel drucken

Subtile Korruption

Michael Hartmer

Es gilt, einer Berufungskommission der HU Berlin ein kleines Denkmal zu setzen. Sie hat sich um die Universität verdient gemacht, weil sie ihre ehernen Grundsätze, die sie legitimieren und im Innern zusammenhalten, verteidigt hat.

Angesichts des Berufungsfalles Aschenbrenner muss die Frage erlaubt sein, warum die Bestenauslese in Berufungsverfahren der ausdrücklichen Belobigung bedarf? Wieso ist es der Rede wert, wenn die Vorgabe des Grundgesetzes, Professuren nur nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung zu besetzen, befolgt wird? Weil es eine schleichende Korruption mit Programmgeldern gibt, die die Universitäten verderben. Wer Programmmittel für Professorinnenstellen statt für Professuren zur Verfügung stellt, weiß genau, was er tut: Die geschlechtsneutrale Bestenauslese zugunsten eines vorbestimmten Ergebnisses torpedieren. Es ist von empörender Scheinheiligkeit, die darbenden Universitäten darauf zu verweisen, dass sie sich ja nicht um diese Projektmittel bemühen müssten. Offensichtlich rechtfertigt das legitime und wichtige Ziel „Frauenförderung in der Wissenschaft“ jede Pression. Was wiegt da schon die Zumutung an eine Berufungskommission, alle männlichen Bewerber rechtswidrigerweise auf die Seite zu legen? Nichts – bloße Kollateralschäden auf dem Weg zur Geschlechterparität.


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