Kommentar
05 | Mai 2016 Artikel versenden Artikel drucken

Heikel

Felix Grigat

Forschungskooperationen zwischen Hochschulen und privaten Partnern sind heikel: Universitäre Forschung ist grundsätzlich öffentliche Forschung, geheime Forschung an Universitäten wäre ein prinzipieller Widerspruch. Der Verdacht, nicht erkenntnis-, sondern interessengeleitet zu forschen, ist für die Wissenschaft unerträglich. Deshalb ist zu begrüßen, dass der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft mit seinen Mitgliedsunternehmen Empfehlungen für Transparenz-Standards für Forschungskooperationen veröffentlicht hat. Ziel soll sein, die Freiheit der Forschung vor externer Einflussnahme zu bewahren und das geistige Eigentum von Hochschulen und Unternehmen zu schützen. Es geht also um eine schwierige Balance, die in der Vergangenheit zum Schaden der Wissenschaft immer wieder gestört worden ist. Dazu kommt, dass es ohne Ausnahmen vom Transparenzgebot nicht gehen wird, denkt man nur an die innere und äußere Sicherheit. Auch der massive Wettbewerb der Unternehmen untereinander, der auf Geheimhaltung drängt, hat Gewicht. Eine schwierige Gemengelage, in der Empfehlungen hilfreich, ja notwendig sind. Noch wichtiger aber ist: Unternehmen und Hochschulen müssen den Kern der Freiheit der Wissenschaft als regulative Idee ernst nehmen, mit Leben füllen, damit die Empfehlungen nicht zu Lippenbekenntnissen werden.


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