Kommentar
06 | Juni 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Unruhe

Michael Hartmer

Eigentlich ist gegen das Modell der MP Schools zur Förderung der Spitzenforschung nichts einzuwenden. Eigentlich ist es ein intelligentes, attraktives Konzept. Aber eben nur eigentlich. Denn es trifft die Universitäten an ihrer empfindlichen Stelle. Sie sind wundgescheuert, seit sie – selbst hoffnungslos unterfinanziert – ohnmächtig über viele Jahre die satten Finanzierungsaufwüchse der außeruniversitären Forschung mitansehen. Viele Universitäten lecken zudem noch ihre Wunden, die ihnen die Gründung der Nationalen Gesundheitsforschungszentren geschlagen haben. Vom „Fahrersitz“ und der versprochenen zentralen Position im Wissenschaftssystem fühlen sich die Universitäten weiter entfernt als vor 20 Jahren. Und nun noch die (befürchtete) Filetierung ihres Herzstücks „Promotionsrecht“, erst von den Fachhochschulen, demnächst von der MPG.

Dass die MPG ein solches Ansinnen weit von sich weist, besagt nicht viel. Bei vielen Industriepromotionen ist die Universität nicht einmal mehr auf dem „Beifahrersitz“: Doktorandengewinnung, Promotionsthemenwahl und Stellenfinanzierung liegen längst beim „Partner“ aus der Industrie. Eine ähnliche Aushöhlung des Promotionsrechts droht das MPG-Modell fortzuschreiben. Es gibt Gründe und Hintergründe für das Aufbegehren der Liga gegen den Branchenprimus.


Zurück | Artikel versenden Artikel versenden | Artikel drucken Artikel drucken