Kommentar
05 | Mai 2015 Artikel versenden Artikel drucken

Aufbruch

Michael Hartmer

Es gibt (endlich) gute Nachrichten für Doktoranden und Postdocs. Die Berliner Koalitionäre haben sich auf eine „Personaloffensive“ für junge Wissenschaftler geeinigt. Ab 2017 sollen dafür in einer Dekade eine Milliarde Euro fließen.

Dass es so viel frischen Wind und zusätzliches Geld für junge Wissenschaftler gibt, ist vor allem der politischen Verantwortung zu verdanken, die qua Exzellenzinitiative und Pakte enorm vermehrten Jungwissenschaftler nicht im Regen stehen zu lassen. Besonderes Lob verdient die Bundesministerin, die ihre politische Verschnupfung, dass viele Länder die vom Bund übernommenen BAföG-Mittel nicht in die Hochschulen investiert haben, der Sache und der Nachwuchswissenschaftler willen zurückgestellt hat.

Doch damit ist das Schiff noch nicht im Hafen. Schon die praktische Umsetzung dieses Bund-Länder-Programms ist nicht trivial. Die von der Union geforderte Kopplung des Programms mit der Änderung des WissZeitVG birgt Zwistpotenzial. Fraglich ist auch, ob dieses Programm am Ende mit der derzeitigen Personalstruktur der Hochschulen kompatibel ist. Die von der Politik geforderten Personalentwicklungskonzepte stehen nun im Pflichtenheft der Universitäten. Eine Aufgabe, die nun auf der Prioritätenliste nach oben rutschen dürfte. Wer 2017 noch keines hat, könnte leer ausgehen.


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