Kommentar
04 | April 2015 Artikel versenden Artikel drucken

Kein Generalverdacht

Felix Grigat

Ist es nun eine gute Nachricht oder ein Alarmsignal, dass es weniger Drittmittel aus der Wirtschaft für die Hochschulen gibt? Kritiker freuen sich über den Rückgang, überzeugt davon, dass solche Drittmittel die Hochschulen zu „Sklaven der Wirtschaft“ oder „Bütteln der Konzerne“ machen. Die Befürworter dagegen sehen darin ein Alarmsignal für den Forschungsstandort Deutschland. Denn Kooperationen von Forschung und Wirtschaft seien die Voraussetzung für Innovation und damit ein wichtiger Wettbewerbsvorteil.

Die Hochschulleitungen dementieren den Vorwurf der Einflussnahme. Sie bescheinigen den Unternehmen Fairness und einen den wissenschaftlichen Regeln entsprechenden Umgang. Zu Recht sagt deshalb der Stifterverband, problematisch sei allein der Generalverdacht. Transparenz, Fairness und ein partnerschaftliches Verhältnis auf Augenhöhe müsse die Grundlage für Kooperationen sein.

Beide Seiten müssen jedoch immer wieder daran erinnert werden, dass Forschung an Universitäten ohne wenn und aber primär erkenntnisgeleitet und frei sein muss. Dies wendet sich gegen die ideologisch geleitete Ökonomiekritik ebenso wie gegen den Ökonomismus. Wird dies akzeptiert, dann können Kooperationen mit der Wirtschaft sinnvoll und fruchtbar sein.


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