Kommentar
09 | September 2016 Artikel versenden Artikel drucken

Endlich!

Felix Grigat

Am Fuße des Leuchtturms ist kein Licht – so in etwa könnte man den merkwürdigen Tatbestand beschreiben, dass die Wissenschaft zwar tagaus, tagein an den Big Data-Gebirgen arbeitet, über diese Arbeit selbst aber viel zu wenig weiß.

Es ist schon verwunderlich, dass es in Deutschland bisher keinen Überblick über die genauen Zahlen der Doktoranden und den erfolgreichen Abschluss von Promotionen gibt. Die Universitäten und die Wissenschaftsministerien wissen nicht, wie lange und zu welchen Themen promoviert wird. Sie wissen auch nicht, wieviele Doktoranden ihre Professoren betreuen.

Es ist also gut, dass Baden-Württemberg nun endlich eine umfassende Dokumentation der Promotionen und ihrer Dauer beginnen will. Warum geschieht das erst jetzt? Warum hört man von den anderen Bundesländern nichts dazu?

Erst auf der Grundlage dieser Daten kann man Fehlentwicklungen entgegensteuern und in Zukunft besser werden. Gut, dass die Hochschulrektoren betonen, Daten seien keineswegs alles, sondern allein ihre Interpretation und ihre Auswertung könne die Qualität verbessern. Es wurde und wird so viel von Qualitätsentwicklung an Hochschulen geredet. Hier ist vielleicht einer der wichtigsten Hebel mit großer Bedeutung für die Zukunft.


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