Kommentar
09 | September 2015 Artikel versenden Artikel drucken

Nähe und Distanz

Felix Grigat

Hochschulen sind Stätten der Forschung und der Lehre. Sie können ihre Aufgaben am besten wahrnehmen, wenn sie eine klare Distanz zu gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Interessen wahren. Dies bedeutet aber nicht, dass die Hochschulen in einem völlig abgeschotteten Jenseits der Wirklichkeit verortet sind. Die notwendige Distanz und Nähe müssen deshalb immer wieder neu und präzise bestimmt werden. Ein gutes Beispiel für das sinnvolle Eingehen auf Bedürfnisse der Gesellschaft ist die Initiative der Hochschulen, zur Bildung und Weiterbildung von Flüchtlingen beizutragen. Unter diesen gibt es viele, die auf zum Teil entsetzliche Weise aus ihrem Lebensplan, der bei manchen auch Studium und Wissenschaft bedeutete, herausgerissen wurden. Es ist ein Zeichen der Humanität und Völkerverständigung, solchen Studierenden und Studienanfängern eine Perspektive zu bieten. Angesichts der knappen Kapazitäten ist dies den Hochschulen hoch anzurechnen.

Dass Wissenschaft heute international ist und dass das Streben nach Wahrheit nicht vor Grenzen halt macht, wird durch die Gegenwart dieser Menschen an den deutschen Hochschulen ebenso deutlich wie die Bildung des Menschen als Kernauftrag der Universitäten. Dazu müssen allerdings rasch mehr finanzielle Mittel an die Hochschulen fließen.


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