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Forschung & Lehre:
08 | August 2010 Nachgefragt
Wissenschaftler zur Synthetischen Biologie
In den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit ist die Synthetische Biologie unlängst durch den US-amerikanischen Biochemiker Craig Venter und sein Team getreten. Die Wissenschaftler haben erstmals ein fortpflanzungsfähiges synthetisches Bakterium konstruiert. Ein nach Computerbauplan im Labor vollständig montiertes Genom wurde in eine Zelle eingepflanzt. Die so entstandene Zelle soll in der Lage sein, sich zu reproduzieren. Dazu hat Forschung & Lehre Wissenschaftler mit drei Fragen um ihre Einschätzung gebeten: 1. Ist das synthetisch hergestellte Bakterium künstliches Leben? 2. Welche Zukunftschancen bietet die Synthetische Biologie? 3. Welche Risiken sind abzuwehren?
Ein Goldrausch steht nicht bevor
Fragen an den Präsidenten der Nationalen Akademie der Wissenschaften
| Jörg Hacker
Die Erwartungen an die Synthetische Biologie sind groß. Die Konstruktion von Bakterien, die Kohle in Biogas umwandeln, wird ebenso erhofft wie die von Mikroben, die Kerosin produzieren. Auch die Medizin setzt große Hoffnungen in diese Wissenschaft. Wie realistisch sind diese Szenarien? Welche Risiken gibt es?
»Lückenlose Kontrolle notwendig«
Zur Kritik der Synthetischen Biologie
| Christoph Then
Das Aufkommen der Synthetischen Biologie hat sogleich Kritiker auf den Plan gerufen. Sie befürchten z.B., dass künstliche Lebewesen entstehen, die unkontrolliert freigesetzt werden könnten. Reichen die bisherigen Gesetze aus? Sind schärfere Kontrollen notwendig?
Die Besoldung der W-Professoren
Eine Länderübersicht
| Ulrike Preißler
Bund und Länder regeln aufgrund der Föderalismusreform die Höhe der W-Grundgehälter in eigener Zuständigkeit. Durch unterschiedliche Besoldungsanpassungen variieren daher die Grundgehälter inzwischen erheblich.
Gesellschaftlich unterbewertet
Die Übersetzung deutscher wissenschaftlicher Texte ins Englische
| Dirk Siepmann
Übersetzungen in eine fremde Sprache sind grundsätzlich eine diffizile und anspruchsvolle Angelegenheit. Was muss ein Übersetzer eines deutschen wissenschaftlichen Beitrags ins Englische an sprachlichen und kulturellen Fähigkeiten, aber auch an disziplinären Vorkenntnissen mitbringen? Der Autor beschreibt, wo die besonderen Herausforderungen liegen und welche Fallstricke auf den Übersetzer warten.
Zur Zukunft des Berufungsverfahrens
Eine Resolution des Deutschen Hochschulverbandes
Die Berufungspraxis an deutschen Universitäten steht offenbar an der Schwelle zu einem tiefgreifenden Wandel. Immer häufiger geben Hochschulleitungen die bisher üblichen Standards in Berufungsverfahren auf. Ihr Machtzuwachs geht mit einem massiven Verlust an Transparenz für die Berufungsteilnehmer einher. Der Deutsche Hochschulverband kritisiert diese Tendenzen und fordert eine Umkehr.
Wissenschaftliche Bankrotterklärung?
Über Berufungen an der Leuphana Universität Lüneburg
| Rolf-Michael Simon
Die akademischen Mitbestimmungsrechte bei Neuberufungen bewusst auszuhebeln, scheint in Mode zu kommen. Die Spitze der Bewegung ist die Universität Lüneburg, deren Präsidium jüngst 40 neue Professoren mit einer extern besetzten Kommission berief. Ein Lagebericht.
Ungünstige Prognose
Die Exzellenzinitiative und die Unterscheidung von Politik und Wissenschaft
| Gerd Roellecke
Die genaue Unterscheidung ist kein hervorstechendes Merkmal der aktuellen hochschulpolitischen Diskussion. Viele Begriffe sind unterbestimmt, unklar oder werden bewusst zu Propagandazwecken eingesetzt. Dabei wird meist übersehen, dass die gesellschaftlichen Subsysteme jeweils nach ihren eigenen Regeln funktionieren und nicht eines durch das andere ersetzt werden kann. Ein Plädoyer für klare Sprache und eine Kultur der Unterscheidung.