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01 | Januar 2015 Artikel versenden Artikel drucken

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Besoldungsrecht

Andreas Reich ist ein ungemein fruchtbarer Autor. Er hat u.a. das Hochschulrahmengesetz, das Beamtenstatusgesetz und das Beamtenversorgungsgesetz allein kommentiert und hat jetzt den Kommentar zum Bundesbesoldungsgesetz zusammen mit der Justitiarin im Deutschen Hochschulverband, Dr. Ulrike Preißler, verfasst.

Vor der zwar wichtigen, aber sperrigen Materie des Besoldungsrechts schrecken etliche am Hochschulrecht interessierte Autoren einschließlich des Rezensenten zurück. Deshalb ist es sehr zu begrüßen, dass es außer der guten Dissertation von Juliane Koch, Leistungsorientierte Professorenbesoldung (2010), nun einen handlichen Kommentar gibt, der sich der Beamtenbesoldung in toto widmet.

Andreas Reich hat den Löwenanteil beigesteuert. Er hat aber die Erläuterungen zu § 32 bis § 35 zur Professorenbesoldung – § 34 ist weggefallen – Ulrike Preißler übertragen. Damit hat er eine kompetente Kollegin gewonnen, die die Besoldung der Professoren sowie der hauptberuflichen Leiter von Hochschulen und der Mitglieder von Leitungsgremien an Hochschulen vorzüglich kommentiert. Durch das Professorenbesoldungsreformgesetz wurden gemeinsame W 2- und W 3-Ämter an Fachhochschulen und Universitäten ausgebracht (vgl. Preißler, § 32, Rn. 5). Das BVerfG hat in seinem Urteil vom 14.02.2012 (BVerfGE 130, 263 ff. = NVwZ 2012, 357) „das zweigliedrige Vergütungssystem der W-Besoldung für verfassungsmäßig erachtet und damit die Ablösung des altersabhängigen C-Besoldungssystems zugunsten der leistungsorientierten W-Professorenbesoldung nicht moniert“. Preißler erläutert die Bemessung des Grundgehaltes (§ 32 a)) und die berücksichtigungsfähigen Zeiten (§ 32 b)) und widmet sich dann den ungemein wichtigen Leistungsbezügen des § 33. Schließlich wendet sich Preißler auch den Übergangsvorschriften §§ 77, 77 a) aus Anlass des Professorenbesoldungsreformgesetzes zu.

Gleichermaßen gut und informativ sind aber auch die Erläuterungen von Reich, der die Hauptlast getragen und diese Aufgabe sehr gut gelöst hat. Deshalb komme ich zu dem Fazit: Der inhaltsreiche und bundesweit wichtige Kommentar ist für Verwaltungsgerichte und Hochschulen unentbehrlich.

Andreas Reich / Ulrike Preißler, Kommentar zum Bundesbesoldungsgesetz, Verlag C.H.Beck, München 2014, 505 Seiten, 95,- Euro.

Rechtsanwalt Prof. Dr. Dieter Leuze, Essen/Bochum

Universalmaschine

Als der Logiker Alan Turing seine Schrift „On Computable Numbers…“ 1936 veröffentlichte, war er gerade mal 24 Jahre alt. Er hatte darin die theoretischen Grundlagen für zukünftige Computer geliefert. Ausgehend von Turings „Universalmaschine“ erzählt der amerikanische Wissenschaftshistoriker George Dyson von den Anfängen der Computertechnik und von den Wissenschaftlern und Ingenieuren, die am Institute for Advanced Study (IAS) der Universität Princeton mit Hochdruck an der Fortentwicklung von Computern arbeiteten. Durch die Verknüpfung der Technikgeschichte mit den Biographien der Forscher und mit vielen Zitaten gespickt wird eindrücklich vermittelt, wie sich die unterschiedlichen Wissenschaftler mit ihrem Fachwissen, ihren Ideen und auch mit ihrer je eigenen Persönlichkeit hier eingebracht haben. Deutlich wird auch die erschreckend enge Verbindung zwischen der Fortentwicklung der Computer und militärischen Zwecken. Zu Beginn noch mit Lochkarten und Vakuumröhren wurde am IAS der Boden für die heutigen „Universalmaschinen“ des digitalen Zeitalters bereitet.

George Dyson: Turings Kathedrale. Die Ursprünge des digitalen Zeitalters, Propyläen Ver­­lag, Berlin 2014, 592 S., 26,- Euro.

Ina Lohaus


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