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02 | Februar 2016 Artikel versenden Artikel drucken

Lesen und lesen lassen

Rationale Rechtsanwendung

Obgleich das alte Hochschulrahmengesetz auch zehn Jahre nach der Föderalismusreform I auf Grund der Übergangsregelung Art. 125b GG immer noch fortbesteht, geht die dezentrale Ausdifferenzierung des Landeshochschulrechts weiter. Schon die Filigranität (und bisweilen geringe legistische Qualität) machen es im Interesse einer rationalen Rechtsanwendung notwendig, die einzelnen, nicht nur in den Details sehr unterschiedlichen Hochschulgesetze der Länder separat zu kommentieren.

Eine vorzügliche Kommentierung zum Niedersächsischen Hochschulgesetz hat nunmehr Volker Epping als Herausgeber vorgelegt. 27 Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft und Praxis erläutern auf voluminösen knapp 1.700 Seiten das Gesetz. Die wissenschaftliche Qualität der Kommentierungen, die durch Fußnotenapparate übersichtlich gehalten sind, überzeugt. Eine eingehende Auseinandersetzung mit Schrifttum und Rechtsprechung macht den Kommentar nicht nur für die Rechtsanwender, sondern auch den wissenschaftlichen Diskurs interessant. An manchen Stellen finden sich zu Problemen weiterführende Kommentierungen im Kurzaufsatzformat. Aktuelle hochschulpolitische Diskussionen werden gezielt aufgegriffen (z.B. zur Zivilklausel, § 24 Rn. 21). Vielfach beeindruckt der hohe Grad der Anschaulichkeit, der auch durch ausgiebige Fußnotenapparate mit Problemverweisen und Fallbeispielen hergestellt wird (vgl. die vorbildliche Kommentierung zur Berufung in § 26).

Obgleich der Kommentar ein Landesgesetz erläutert, ist er nicht zuletzt auf Grund der durchgehaltenen verfassungsrechtlichen Rückversicherung der Kommentierungen sowie der bisweilen auch standardisierten Regelungsgegenstände uneingeschränkt auch bei der Entscheidungsfindung in anderen Ländern hilfreich. Eine vorangestellte Referenzliste verweist jeweils auf vergleichbare Regelungen in anderen Landesgesetzen, was eine Nutzung des Kommentars über Niedersachsen hinaus erleichtert.

Volker Epping (Hrsg.): Niedersächsisches Hochschulgesetz mit Hochschulzulassungsgesetz, Nomos Verlag, Baden-Baden 2016, 1689 Seiten, 129,- Euro.

Professor Klaus Ferdinand Gärditz, Universität Bonn

Prächtig

Ob etwas schön ist, ist eine Geschmacksfrage, und eine Auswahl der schönsten Universitäten der Welt ist daher zwangsläufig subjektiv. Warum Fotograf und Autor die in diesem Bildband versammelten 23 Universitäten aus 14 Ländern für den vorliegenden Bildband zusammengestellt haben, wird im Vorwort erläutert. Zu sehen sind beeindruckende Fotos von Gebäuden und Innenräumen, mit vielen Blicken auf kleine Details, verbunden mit einem einführenden Text zur Geschichte, Architektur und Kunst der jeweiligen Universität. Der Bildband gewährt Einblicke z.B. in das Refektorium der Universität Oxford, die Aula der LMU München oder auf das von islamischer Baukunst geprägte Hauptgebäude der Universität in Beirut. In Yale oder Princeton zeigen die Fotos, dass zu den altehrwürdigen Gebäuden moderne Architektur, etwa von Norman Foster oder Frank Gehry, hinzugekommen ist. Mit der Universität in Doha und dem „Rolex Learning Center“ der École polytechnique fédérale de Lausanne wird auch noch „hypermoderne“ Architektur abgebildet. Auffällig ist, dass im ganzen Bildband nicht ein einziger Mensch zu sehen ist, ohne die jedoch selbst die schönste Universität nicht denkbar ist.

Die schönsten Universitäten der Welt. Fotografien von Guillaume de Laubier, Texte von Jean Serroy. Verlag Knesebeck, München 2015, 239 Seiten, 49,95 Euro.

Ina Lohaus


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