ZU ENDE GEDACHT » Professor Dr. Barbara Stollberg-Rilinger
08 | August 2015 Artikel versenden Artikel drucken


Professor Dr. Barbara Stollberg-Rilinger Foto: WWU/Peter Grewer

Professor Dr. Barbara Stollberg-Rilinger Foto: WWU/Peter Grewer

Ich beginne meinen Tag …
nie ohne umfangreiches Frühstück und Zeitung.

Meine besten Einfälle habe ich, …
wenn ich frühmorgens wach im Bett liege. Unter der Dusche lasse ich sie dann reifen.

Wenn ich einen Rat brauche, …
frage ich meine vertrautesten Freunde und Kollegen, meine Schwester oder einen meiner Söhne, je nachdem.

Am meisten ärgere ich mich …
über Dummheit, wenn sie mit Anmaßung und Dünkel einher­geht.

Das nächste Buch, das ich lesen will, …
liegt schon parat. Ich will mir ein eigenes Bild von Michel Houellebecqs Roman „Unterwerfung“ machen.

Wenn ich das Fernsehen anschalte, …
was ich abends ziemlich oft tue, schlafe ich über kurz oder lang ein.

Energie tanke ich …
beim Spazierengehen oder Fahrrad­fahren.

Wenn ich mehr Zeit hätte, …
würde ich mehr lesen, gründlicher nachdenken und entspannter schreiben.

Mit einer unverhofften Million würde ich …
vermutlich nicht das tun, was ich hier versucht wäre zu behaupten. Deshalb sage ich lieber gar nichts dazu.

Ich frage mich manchmal, …
wie die Historiker in hundert Jahren (vorausgesetzt, es gibt sie dann noch) unsere Zeit beschreiben werden.

Die Wahrheit zu finden, …
halte ich für einen anmaßenden, aber verzeihlichen Wunsch, die Überzeugung, sie schon gefunden zu haben, für die Ursache schlimmsten Übels.

Das Bewusstsein von der eigenen Vergäng­lichkeit …
beunruhigt mich nicht besonders.

Kreativität entsteht …
durch Konzentration in Verbindung mit Gelassenheit.

Freude an meinem Beruf …
haben zu können, empfinde ich als unerhört wertvolles Privileg, das ich mir gar nicht oft genug vor Augen führe.

Die Zeit meines Studiums …
war auf jeden Fall aufregend, kommt mir aber aus der Rückschau vermutlich unbeschwerter vor, als sie es damals war.

Wissenschaftler sind Menschen, …
die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben und dann feststellen, dass sie es kaum noch ausüben können.

Wenn ich Wissenschaftsministerin ­wäre, …
würde ich versuchen, den Wettbewerbsdruck an den Hochschulen zu verringern und die Erwartungssicherheit zu erhöhen.

Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik …
ist zwiespältig. Von Fortschritt sprechen Historiker ja lieber nicht ohne Anführungszeichen. Obwohl ich zugeben muss, dass ich, heute vor die Wahl gestellt, nicht in einem früheren Jahrhundert hätte leben wollen.


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