ZU ENDE GEDACHT » Professor Dr. Elsbeth Stern
05 | Mai 2016 Artikel versenden Artikel drucken


Professor Dr. Elsbeth Stern – Foto: Juraj Lipscher

Professor Dr. Elsbeth Stern – Foto: Juraj Lipscher

Ich beginne meinen Tag …
mit Plänen und Ideen für die anstehende Arbeit des Tages. Ich bin ein Morgenmensch.

Meine besten Einfälle habe ich, …
wenn ich die Arbeit an einem Problem wieder aufnehme, die ich zwischendurch unterbrochen hatte, weil ich nicht weiterkam.

Wenn ich einen Rat brauche, …
frage ich Menschen, die in dem jeweiligen Problemfeld mehr Expertise haben als ich.

Am meisten ärgere ich mich, …
wenn auch Wissenschaftler dem so genannten Confirmation Bias (Bestätigungsfehler) unterliegen, also einseitig nach Evidenzen suchen, die ihre Argumente stützen. Es ist die Suche nach Gegenevidenz, die uns voranbringt.

Das nächste Buch, das ich lesen will, …
liegt auf dem Stapel der Werke über jüngere Geschichte – eine meiner Leidenschaften.

Wenn ich das Fernsehen anschalte, …
kommt Rauschen. Unser Gerät hat vor einem Jahr den Geist aufgegeben, und mein Mann und ich fragen uns immer noch, ob wir es ersetzen sollen.

Energie tanke ich …
beim zwanzigminütigen Fußweg zwischen meiner Wohnung und dem
Institut sowie beim abendlichen Lesen von Texten, die ich nicht begutachten oder für meine wissenschaftliche Arbeit verwerten muss.

Wenn ich mehr Zeit hätte, …

würde ich mehr forschen, aber wohl immer noch über Zeitmangel klagen.

Mit einer unverhofften Million würde ich …
ein Sparkonto eröffnen und das Geld für interessante aber riskante Forschungsprojekte nach meiner Emeritierung verwenden.

Ich frage mich manchmal …
wie spätere Generationen auf unsere heutige Zeit zurückblicken.

Die Wahrheit zu finden …
wird angesichts der vielen Menschen, die danach suchen, nicht leichter.

Das Bewusstsein von der eigenen Vergäng­lichkeit …
lässt mich immer öfter darüber nachdenken, welche wissenschaftlichen Einsichten ich der Welt hinterlassen möchte und wie ich sie vermitteln soll.

Kreativität entsteht …
in einer Umgebung, in der Freiheit und externe Anreize in einem guten Verhältnis zueinander stehen.

Freude an meinem Beruf …
ist bei mir Gott sei Dank immer erhalten geblieben.

Die Zeit meines Studiums …
war gut, auch wenn sie von 1977-1982 in eine Zeit gesellschaftlicher Zerrissenheit fiel. Ich musste meine eher linken politischen Ansichten mit einer starken persönlichen Leistungsmotivation in Einklang bringen.

Wissenschaftler sind Menschen, …
bei denen der Drang nach Erkenntnis idealerweise stärker ausgeprägt ist als die persönliche Eitelkeit.

Wenn ich Wissenschaftsminister ­wäre, …
würde ich mich immer wieder fragen, ob und wozu es mich braucht.

Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik …
wird sich zukünftig insbesondere daran bemessen, ob und wie wir die von Menschen gemachten Probleme in den Griff bekommen.


Zurück | Artikel versenden Artikel versenden | Artikel drucken Artikel drucken