Fundsachen
02 | Februar 2016 Artikel versenden Artikel drucken

Einfach

„Erklärt in einfachen Worten, was Ihr vorhabt, und wer weiß, vielleicht versteht ihr es am Ende sogar selbst.“
Stephen Hawking, Physiker, als Rat an junge Wissenschaftler; zitiert nach Spiegel online vom 19. Januar 2016

Allenfalls

„Ich erwarte von der Politik, dass sie die Empfehlungen der Expertenkommission, welche sie ja selber eingesetzt hat, sehr genau studiert und trans­parent macht, wieso sie allenfalls zu ­einem anderen Entscheid kommt.“
Dieter Imboden, Vorsitzender der ­Kommission zur Evaluierung der Exzellenz­initiative; zitiert nach WirtschaftsWoche vom 21. Januar 2016

Romantisch

„Dazu muss man sich die Ursachen anschauen, warum die Innovationskraft zurückgegangen ist. Eine Frage übrigens, die nicht bloß Deutschland betrifft, sondern auch die USA. Früher waren die Menschen fasziniert von Entdeckungen, es gab eine geradezu romantische Lust auf das Abenteuer, man liebte die Ungewissheit und das Neue. Damit einher ging eine Kultur der Innovation. Doch diese Haltung hat sich verändert. Leider gibt es dazu kaum historische Daten, die sich genau quantifizieren lassen. Was aber offenkundig ist: In sehr vielen Ländern, auch in den USA, gibt es einen wachsenden Hang zum Korporatismus.“
Nobelpreisträger Edmund Phelps auf die Frage, was Deutschland tun kann, um inno­vativer zu werden; zitiert nach Süddeutsche Zeitung vom 21. Januar 2016

Doof?

„Die Übergriffigkeit der wissenschaftsfördernden Institutionen auf zivilgesellschaftliche Prozesse und insbesondere in das Recht auf freie Medienwahl durch freie Autoren ist Zeichen von Hybris und mangelnder Reflexionskraft, im Kern aber ein eklatantes Symptom demokratiefeindlicher Regelungs­phan­tasien, letztlich mit Zensurabsicht. ­Eigentlich immer, wenn dergleichen zu beobachten ist, kann geschlossen werden, dass die Partei, die sich solcher Mittel bedient, argumentativ aus dem letzten Loch pfeift. (…) Denn wenn Open Access wirklich so eine unglaublich attraktive Publikationsform wäre, wie die Lobbybediensteten der Wissenschaftsorganisationen (…) tagein, tagaus ihrem offenbar unüberzeugten Publikum einschärfen müssen, dann darf sich selbst Lieschen Müller fragen, warum in aller Welt man dazu gezwungen werden sollte. Sind wir nur einfach zu doof?“
Professor Roland Reuss; zitiert nach Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 30. Dezember 2015

Indirekt

„(…) Als Präsident oder Präsidentin regiert man eine Hochschule, die eine demokratisch verfasste Einrichtung ist, ja nicht. Man leitet sie indirekt: Es geht ums Moderieren und Verbinden, darum, gemeinsam eine Linie zu finden.“
Sabine Kunst, designierte Präsidentin der HU Berlin; zitiert nach Der Tagesspiegel vom 21. Januar 2016

Typisch

„Man erkennt die Geistes- und Sozialwissenschaftler im Abteil sofort. Sie spielen nicht Call of Duty und schauen keine amerikanischen Serien auf ihren Laptops, sondern bauen die letzten Folien für ihre Vorlesungen oder halten Bücher in den Händen, die blauen Bände von Suhrkamp oder die gelben von Reclam.“
Philipp Hübl; zitiert nach ZEIT online vom 16. Januar 2016

Vorvorgestern

„Was ist ein Erfolg in der Wissenschaft? Was zählt mehr? Eine Publikation oder ein Patent? Der Schlüssel dazu liegt nicht im Gestern, sondern im Vorvorgestern. In der Nachwuchsförderung kann man den schnellen Erfolg, den man heute gerne hätte, nicht kaufen. Man muss ihn vorausdenken, ihn langsam und über die Jahre aufbauen. Und dann an den Werten festhalten.“
Detlef Günther, Vizepräsident für Forschung und Wirtschaftsbeziehungen an der ETH Zürich im Interview mit Florian Meyer, ETH Zürch vom 18. Januar 2016

Biedersinnig

„Wenn diese Tyrannei der anachronistischen Werte weiter um sich greift, werden Hunderte von Denkmälern stürzen. Denn welche historischen Figuren können schon vor den Maßstäben biedersinniger Geschichtsschreiber bestehen?“
Gina Thomas, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 16. Januar 2016, kritisiert die Initiative, die ein Denkmal von Cecil Rhodes, dem Kolonialismus vorgeworfen wird, auf dem Campus der Universität Oxford entfernen will.

Unabhängig

„Wir haben Stiftungslehrstühle abgelehnt, weil der Stifter gern inhaltlich mitmischen und den zu berufenden Professoren Themen vorgeben wollte. Das können wir nicht machen. Die Universität muss unabhängig bleiben, nur so kann sie ihr Niveau halten. Lieber verzichtet man auf Geld.“
Wolfgang Herrmann, Präsident der TU München, zitiert nach Der Spiegel 4/2016


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