Fundsachen
12 | Dezember 2017 Artikel versenden Artikel drucken

zwecklos

„Ist eine gute alte: Auch im Zeitalter der Massenuniversität und fortschreitender Spezialisierung bleibt das Humboldtsche Bildungsideal aktuell: Humboldt wollte Menschen und nicht funktionierende Arbeitnehmer bilden. Bildung um ihrer selbst und nicht um eines bestimmten Zweckes willen, lautet sein Vermächtnis. Dass die „Bildungsrepublik“ inzwischen weitgehend von Politikern und Persönlichkeiten gestaltet wird, die den Begriff Bildung entsorgt und mit ihm nur noch wenig anzufangen wissen, dürfen Wissenschaftler nicht achselzuckend hinnehmen. Den Verfechtern einer Bildung ohne Bildungsideal dürfen sie das Feld nicht überlassen.“
Professor Christian von Coelln auf die Frage „Eine Erkenntnis, zu der Sie jüngst kamen?“; zitiert nach Zeit Chancen Brief vom 20. November 2017

überlegen

„Hinzu kommt, dass Eltern und Schulabsolventen des mittleren Abschlusses und des Gymnasiums so lange die Überlegenheit des Studiums nahegebracht wurde, dass nun jeder den politischen Slogan von der Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung für Propaganda hält.”
Heike Schmoll; zitiert nach Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14. November 2017

unfassbar

„Für Leute, die den klassischen Karriereweg gehen, bin ich schwerlich zu fassen (…) Unter Umständen möchte ich gern noch promovieren, das reizt mich schon. Ich bin auch schon im Gespräch mit einem Professor, es soll um die ‚Prolegomena‘ von Kant gehen. Aber mal sehen, so etwas braucht ja zwei bis drei Jahre. Und dafür müsste ich mich im März auch erst mal wieder immatrikulieren.“
Stefan Dörr, der nach 36 Semestern einen Magisterabschluss in Philosophie erhielt; zitiert nach Süddeutsche.de vom 8. November 2017

diskreditiert

„Und dass Regierung und Fraktionsführungen auf der Suche nach großen Richterpersönlichkeiten wären, die ihnen später von Karlsruhe aus die Leviten lesen, das mag glauben, wer will. Das Verfassungsgericht wird jedenfalls von der Exekutive eher als Störfaktor angesehen und gar auf verschiedenen Wegen diskreditiert.“
Reinhard Müller;?zitiert nach Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 18. November 2017

unbefriedigend

„Denn die Verknüpfung der Exzellenz-Titel mit den Clustern ist eine Verlegenheitslösung. Sie macht deutlich, dass die Kriterien für den Spitzenrang einer ganzen Universität seit Beginn des Förderprogramms unklar sind und dass es bis heute kein überzeugendes Mittel gibt, Exzellenz zu messen. Gerade für Deutschland mit seiner in der Spitze breiten Forschungslandschaft ist es unwahrschienlich, dass eine Universität auf allen Ebenen zu den besten gehört. So rollt der Exzellenzzug seine Schienen weiter vor sich her, ohne die kreativen Zerstörungen, die er am Seitenrand hinterlässt, befriedigend rechtfertigen zu können.“
Thomas Thiel; zitiert nach Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 4. Oktober 2017

außerordentlich

„Wer sich mit den Anfängen zivilisatorischer Errungenschaften befasst, den begleiten über einen langen Zeitraum die Texte von Forschern, die außerhalb ihrer Disziplinen kaum jemand kennt. Dabei sind es durch ihre Langmut beim Studieren, ihr Insistieren auf Argumente und ihre kognitive Phantasie ganz außerordentliche Menschen. Manche ihrer Erkenntnisse, womöglich die meisten, werden eines Tages überholt sein, die Art, wie sie zu ihnen kamen, aber nicht so leicht. Dieses Buch verdankt Gelehrten und ihren Schriften alles.“
Jürgen Kaube, F.A.Z. Herausgeber in der Danksagung zu seinem Buch „Die Anfänge von allem“, Rowohlt Verlag, Berlin, 2017

verwechselt

„Die Schäden, die soziale Medien anrichten, sind seit Jahren zu besichtigen: Erst durch die Verwechselung von Realität und Unterhaltung konnte ein Fernsehstar amerikanischer Präsident werden (…) Die Leute haben längst begriffen, dass sie in Wahrheit gar nicht gern vierundzwanzig Stunden lang online sind. Dass ihnen das nicht guttut. Wir lernen erst gerade, uns von den sozialen Medien zu distanzieren. Ihren Zauber haben sie jedenfalls verloren. Und die Romanze mit Twitter ist ohnehin beendet, dafür hat Trump gesorgt.“
Jonathan Franzen, US-amerikanischer Schriftsteller; zitiert nach Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 18. November 2017

konditional

„Ich will mich gerne belehren lassen, wenn ich geirrt habe.“
Kurt Tucholsky (1890 bis 1935)

gefunden

„Ich habe immer gefunden, dass es gut sei etwas zu wissen.“
Johann Wolfgang von Goethe nach Johann Peter Eckermann, 17. Februar 1831


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