Fundsachen
10 | Oktober 2014 Artikel versenden Artikel drucken

Sprache

„(Es bleibt) die wichtigste Aufgabe der Schule, sprechen zu lehren und Sprache zu pflegen. Angesichts der suggestiven Bild- und Toneindrücke und eines nur allzu oft vor Bild und Ton verstummenden Elternhauses muss die Schule die diffusen und bruchstückhaften Vorstellungen von Welt und Leben in den Köpfen junger Menschen zu einem Ganzen ordnen: indem sie sie zur Sprache bringt. Diese Aufgabe kann dem Bildungswesen niemand abnehmen – auch im ,Zeitalter nach Gutenberg’ nicht.“
Professor Hans Maier; zitiert nach Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15. September 2014

Überraschung

„Die BTU Cottbus-Senftenberg erhält ab 2014 mindestens zehn Millionen Euro mehr als die beiden Vorgänger-Hochschulen zusammen.“
Birger Hendriks, Gründungsbeauftragter der BTU Cottbus-Senftenberg; zitiert nach Handelsblatt vom 27. August 2014

Abstieg

„Als Hochschule bezeichnet sich freilich heute alles, was früher Fachhochschule hieß, und das Abitur ist oft schon der Regelabschluss. Doch nach dem Willen der OECD soll offenbar am besten jeder studieren. Insbesondere das Versprechen ,Aufstieg durch Bildung’ werde hierzulande nicht eingelöst. Es gibt aber auch Abstieg durch Bildung, nämlich dann, wenn ,Bildung’ keine inhaltliche Bedeutung mehr hat, sich allenfalls in irgendwelchen Abschlüssen zeigt. Wer sich wirklich bilden will, gebildet ist, strebt nicht nach höchstmöglichem Einkommen um jeden Preis. Womöglich hat er aber eher das Glück, in seinem Beruf Erfüllung zu finden – und nicht bei gutem Gehalt zu verblöden.“
Leander Steinkopf; zitiert nach Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 23. Juli 2014

Weisheit

„Wo ist die Weisheit, die wir im Wissen verloren haben? Wo ist das Wissen, das wir in der Information verloren haben?“
T. S. Eliot (1888 bis 1965)

Abenteuer

„Wissenschaft ist (…) ein Abenteuer, ein ergebnisoffener Prozess, der ziemlich lange dauren kann – womöglich reichen vier Wochen für eine Entdeckung, wahrscheinlich ist es aber nicht. Das Abenteuer des Sich-Einlassens auf die Wissenschaft nennt sich Promotion, und die wird von den Fakultäten ja nun in allen Schattierungen angeboten – von Projekten für echte Abenteurer bis zu solchen, die tatsächlich nur Spuren von wissenschaftlichem Risiko enthalten.“
Professor Josef Pfeilschifter, Goethe-Universität Frankfurt a.M.; zitiert nach Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 17. September 2014

Feuer

„Wenn man weiß, warum man etwas lernt, lernt man es motivierter. Wenn der Studierende einmal angesteckt ist vom Feuer der Wissenschaft, dann ­arbeitet er so viel und so lange, bis er beherrscht, was er beherrschen will. Diesen Zustand herbeizuführen ist die ­große Kunst.“
Professor Manfred Hampe, TU Darmstadt; zitiert nach Die Zeit vom 11. September 2014

Frieden

„Wenn der Wissenschaftsrat über das Forschungs- und Wissenschaftssystem in Deutschland nachdenkt, dann hat er längst seinen Frieden mit der bestehenden Ordnung gemacht. Bund und Länder sorgen dafür, dass hier nichts Unbequemes oder gar Revolutionäres ins Auge gefasst wird. Die Handschrift der Zukunft bleibt hier, wie auch sonst in den deutschen Wissenschaftsdebatten, verborgen.“
Professor Jürgen Mittelstraß, Universität Konstanz; zitiert nach Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22. September 2014

Dauer

„Ich glaube, die Exzellenzinitiative in der jetzigen Form ist so nicht wirklich weiterführbar, denn der Aufwand für die Anträge ist immens groß und verschlingt so viele Ressourcen, Zeit und Geld, dass man das, glaube ich, nicht auf Dauer stellen kann. Hinzu kommt, dass irgendwann dann alle Universitäten mal gewinnen müssen, dann haben wir nur noch Exzellenzuniversitäten.“
Professor Stefan Hornbostel; zitiert nachDeutschlandradio Campus und Karriere vom 22. September 2014

Selbstverständnis

„Ich ertappe mich dabei, dass ich sehr großen Wert auf die Rückkehr in den Professorenberuf lege. Wenn mich jemand nach meinem Beruf fragt, werde ich immer antworten: Professorin. Das war auch während meiner Zeit als Politikerin so. Das ist einfach mein Selbstverständnis. Was sollte ich sonst ­sagen?“
Professor Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität in Frankfurt am Main; zitiert nach Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 21. September 2014


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