Fundsachen
08 | August 2016 Artikel versenden Artikel drucken

Leistungsdichte

„Die Erwartung, dass der Exzellenzprozess klare Prioritäten schaffen würde, hat sich nicht erfüllt. Die Grundidee des deutschen Universitätssystems ist weitgehend unverändert geblieben. Die Tatsache, dass rund 110 Standorte in relativ großer Leistungsdichte, aber ohne absolute Spitzeninstitutionen die qualitativ ausgeglichenste Hochschullandschaft der Welt repräsentieren, bleibt bestehen. Die funktionale Differenzierung durch Exzellenzförderung hat nicht wirklich stattgefunden.“
Professor Peter-André Alt, Präsident der Freien Universität Berlin; zitiert nach Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14. Juli 2016

Studentenbewegung I

„(Das wichtigste Verdienst der Studentenbewegung war), dass Autoritäten hinterfragt werden. Dass viele auch vor Fürstenthronen Mut zeigen. Die Erkenntnis, dass Politik wichtig ist.“
Knut Nevermann, 1966/67 Vorsitzender des Allgemeinen Studentenausschusses ­(Asta) der Freien Universität Berlin; zitiert nach Die Zeit vom 30. Juni 2016

Studentenbewegung II

„(Schiefgelaufen bei der Studentenbewegung) ist die Verlotterung zwischenmenschlicher Umgangsformen. Die unverantwortliche Gewaltbereitschaft. Die Schmierereien in Zügen und an Häusern. Wir sind sozusagen auf der Suche nach dem verlorenen Über-Ich.“
Knut Nevermann, 1966/67 Vorsitzender des Allgemeinen Studentenausschusses (Asta) der Freien Universität Berlin; zitiert nach Die Zeit vom 30. Juni 2016

Vorbereitung

„Das Privileg selbstregulierten Arbeitsverhaltens geht freilich auch im akademischen Alltag immer stärker verloren, und zwar paradoxerweise gerade durch Ausweitung und Institutionalisierung von Prokrastination. Die immer stärkere Verlagerung von Verwaltungs- und Organisationsaufgaben in den Lehr- und Forschungsbetrieb, die Zurückdrängung langfristiger Beschäftigungsverhältnisse zugunsten drittmittelfinanzierter, befristeter Projektstellen oder Lehraufträge, die immer stärkere Verantwortlichkeit individueller Forscher gegenüber Teams und Arbeitsgruppen haben seit der Bologna-Reform die Zahl solcher Tätigkeiten inflationieren lassen, die im Grunde nur der Ermöglichung und Vorbereitung wissenschaftlichen Arbeitens dienen sollen.“
Magnus Klaue; zitiert nach Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20. Juni 2016

Ignoranz

„Wir brauchen mehr Wissenschaftler. Es gibt zu viel Ignoranz in der Welt. Zu viele Leute glauben an äußere Kräfte, die unser Leben regieren. Die Welt wäre besser, wenn die Leute gebildeter wären.“
Professor Dan Shechtman, Nobelpreis­träger, zitiert nach Süddeutsche Zeitung vom 5. Juli 2016

Denken

„Ohne zu schreiben, kann man nicht denken; jedenfalls nicht in anspruchsvoller, anschlussfähiger Weise.“
Niklas Luhmann; zitiert aus: Kommunikation mit Zettelkästen. Ein Erfahrungsbericht, in N. Luhmann, Universität als Milieu, Bielefeld, 1992

Selbstbedienung

„(…) warum sollten Studiengänge überhaupt noch vorgefertigt angeboten und nicht lieber von den Studierenden mitkonstruiert werden? Die Zukunft sieht dann so aus: Die Hochschule beschränkt sich auf Leitgedanken, die Studierenden setzen Schwerpunkte und wählen aus. An einer Uni studieren nicht mehr alle denselben Studiengang Molekulare Biomedizin, sondern zum Beipiel Molekulare Biomedizin mit Ethik, Religion und Recht oder Molekulare Biomedizin mit Psychologie und Philosophie – all das hat man sich dann selbst zusammengestellt. Statt 18 000 Studiengängen könnte es künftig bis zu drei Millionen individualisierte Studienabschlüsse geben: so viele wie es Studenten in Deutschland gibt.“
Volker Meyer-Guckel, stellvertr. Generalsekretär des Stifterverbandes; zitiert nach Die Zeit vom 21. Juli 2016

Fragen

„Wenn Du eine weise Antwort verlangst, musst Du vernünftig fragen.“
Johann Wolfgang von Goethe


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