Fundsachen
04 | April 2014 Artikel versenden Artikel drucken

Ironie

„Ich weiß zwar nicht genau, was Digital Humanities sind. Aber wir wollen auf jeden Fall dazugehören, wenn es dabei um Geld geht.“
Professor Reinhard Förtsch, zitiert nach Der Tagesspiegel vom 3. März 2014

Standards

„Schavans Anwälte aber versuchten, die wissenschaftlichen Standards aufzuweichen. Das Verfahren gegen sie schade auch der Wissenschaft, hat Schavan gesagt. Es ist umgekehrt: Ihr Sieg vor Gericht hätte großen Schaden angerichtet.“
Roland Preuss; zitiert nach Süddeutsche Zeitung vom 21. März 2014

System

„Wir würden unser System komplett auf den Kopf stellen in Deutschland, wenn die Fachhochschulen tatsächlich ein generelles Promotionsrecht bekämen. Dann gäbe es keinen Grund mehr, Max-Planck, Helmholtz, Fraunhofer, Leibniz das zu untersagen. Es gäbe auch keinen Grund mehr, Industrieunternehmen Promotionen zu untersagen, denn Industrieunternehmen forschen natürlich auch und teilweise noch viel mehr als die Fachhochschulen.“
Professor Horst Hippler, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz; zitiert nach Deutschlandradio Campus & Karriere vom 13. März 2014

Vielfalt

„Ich glaube, es ist schlecht für Deutschlands Kranke, wenn wir die angehenden Mediziner nur aufgrund der schulischen Leistungen aussuchen. Es gibt Stimmen, die behaupten, dass es junge Menschen mit Top-Abiturnoten nach der Uni eher in die Forschung oder in die Pharmabranche drängt. Das lässt sich so nicht belegen. Allerdings ist klar: Schon jetzt werden 50 Prozent aller Abiturienten, die ein Medizinstudium aufnehmen, nicht zu Ärzten, und wir müssen aufpassen, dass sich dieser Trend nicht verstärkt. Es ist immer gut, eine breitangelegte, heterogene Studentenschaft zu haben – heterogen hinsichtlich der Interessen, aber auch hinsichtlich der Abiturnoten.“
Alexander Zimmerhofer, Gesellschafter der ITB Consulting, die im Auftrag deutscher Hochschulen den „Test für medizinische Studiengänge“ (TMS) entworfen hat; zitiert nach Spiegel online vom 24. März 2014

Dummheiten

„Wenn die Menschen nicht manchmal Dummheiten machten, geschähe überhaupt nichts Gescheites.“
Ludwig Wittgenstein (1889 bis 1951), aus: Vermischte Bemerkungen

Smart I

„Wer ein Mobiltelefon besitzt, werfe es weg. Es hat ein Leben vor diesem Gerät gegeben, und die Spezies wird auch weiter existieren, wenn es wieder verschwunden ist. Der abergläubischen Verehrung, die ihm zuteil wird, sollte man nichts abgewinnen. Smart sind nicht diese Geräte oder die sie benutzen, sondern die sie uns anpreisen, um unermessliche Reichtümer anzuhäufen und gewöhnliche Menschen zu kontrollieren.“
Hans Magnus Enzensberger; zitiert nach Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 1. März 2014

Smart II

„Eine Forschungsgruppe der Universität Cambridge konnte zeigen, dass sie anhand der Likes eines Facebook-Nutzers dessen sexuelle Orientierung, religiöse und politische Ansichten relativ genau vorhersagen kann. Sie erkannten sogar, ob er oder sie ein Scheidungskind ist.“
Christoph Behrens;?zitiert nach Süddeutsche Zeitung vom 13. März 2014

Relevanz

„Freilich gibt es nützlicheres und weniger nützliches Wissen in gleitenden Abstufungen. Was jedoch als nützlich oder unnütz angesehen wird, ist das Ergebnis gesellschaftlicher Auseinandersetzungen, bei denen auch Wert- und Normkonflikte, Interessen- und Machtkonkurrenzen eine Rolle spielen.
Es gibt keine absolute Relevanz, und die Gesellschaft muss sich von der Wissenschaft sagen lassen, dass sie gar nicht wissen könne, wie sich ihre Einschätzung von Relevanzen mit der Zeit verändern wird. Eine wesentliche Funktion von Wissenschaft besteht ja gerade darin, Gesellschaft, Wirtschaft oder Politik nicht nur mit jenem Wissen auszustatten, das diese bereits für relevant halten.
Sie muss nicht zuletzt auch Wissen liefern, von dem man noch gar nicht weiß, ob es einmal relevant werden kann. Innovationen sind eben nicht antizipiertes Wissen.“
Professor Peter Strohschneider, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft; zitiert nach Die Welt vom 16. März 2014

Student

„Ich hatte mir den Studenten anders gedacht: ein Gemisch aus ritterlicher Galanterie, traulicher Heiterkeit, Begeisterung für seinen freien Stand, Geist, Herz und Gefühl für alles Schöne. Aber, was fand ich von alledem?“
Theodor Storm, Aus dem Tagebuch des Studenten, 1839


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