Fundsachen
07 | Juli 2014 Artikel versenden Artikel drucken

Sterne

„Für die Abschaffung des Kooperationsverbots hat der Bund einen hohen Preis gezahlt. Die Übernahme des Bafög bindet jährlich über eine Milliarde Euro. Immerhin ist damit der Dauerstreit zwischen Bund und Ländern um Bafög-Novellen und Erhöhungen beendet. Ob das durch die Entlastung frei werdende Geld allerdings wirklich bei den Universitäten ankommt und ob die Länder deren Grundfinanzierung erhöhen, steht in den Sternen. Zwar gibt es eine politische Übereinkunft, dass die Entlastung für Schule und Hochschule zu verwenden ist, doch die Schulen und fehlende Lehrerstellen liegen jedem Ministerpräsidenten näher als die Universitäten und deren Belange. Die Hochschulpolitik hat noch nie eine Landtagswahl entschieden, die Schulpolitik sehr wohl.“
Heike Schmoll; zitiert nach Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 28. Mai 2014

Inszenierung

„Jemand, der in Deutschland die Schule und die Universität besucht hat, braucht sich nicht zu verstecken. Es mag sein, dass das Spitzenangebot in manchen Fächern in Ländern wie den USA besser ist. Und natürlich sind die amerikanischen Hochschulen signifikant besser darin, sich zu vermarkten und sich selbst als globale Marke zu inszenieren.“
Martin Blessing, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank; zitiert nach Handelsblatt vom 16. Mai 2014

Verlust

„Das ist ein Verlust, den Sie nicht nur in Deutschland spüren werden, sondern in der ganzen Welt. Er ist unersetzlich. Er schaffte es, dass das intellektuelle Leben in Deutschland über das in Amerika triumphieren konnte. Weil er es wagte, Themen auf die Agenda zu setzen, die niemand in Amerika auf die Agenda setzen wollte.“
John Brockman, Literaturagent, zum Tode Frank Schirrmachers; zitiert nach Süddeutsche Zeitung vom 13. Juni 2014

Hinterkopf

„(In vieler Hinsicht waren die Professoren und die Hochschulen der Bologna-Reform nicht gewachsen), obwohl die Reform aus den Hochschulen hervorgegangen ist.(…)in den Universitäten, den Fachhochschulen kaum, haben sich eine Menge Leute mit den Augen am Hinterkopf orientiert und eine ideale Welt gezeichnet, nämlich die deutsche Universtiät des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.“
Professor Klaus Landfried, ehem. Präsident der Hochschulrektorenkonferenz; zitiert nach Deutschlandfunk „Campus & Karriere“ vom 5. Juni 2014

Hasswort

„Man sollte wissen, dass ,Gymnasium‘ für viele Bildungsreformer ein Hasswort ist. Warum? Ganz einfach. Gymnasium, das heißt: umfassende Bildung. Und je umfassender ein Mensch gebildet ist, desto skeptischer steht er in der Regel Bildungsreformen gegenüber. Wenn Bildungsreformer sich zur ,Zukunft des Gymnasiums‘ äußern, dann ist das so, als ob Nordkorea einen Aufruf zur ,Zukunft der Meinungsfreiheit‘ veröffentlicht.“
Harald Martenstein; zitiert nach Der Tagesspiegel vom 15. Juni 2014

Schnitzeljagd

„Mit der Bologna-Reform sollte europaweit einheitlich studiert werden, verknüpft wurde die Reform jedoch mit der Forderung nach einer Spezialisierung (,Profilbildung‘) der Universtiäten. Heraus kamen verschulte Studiengänge- und Studenten, die sich außer für Scheinkriterien und -probleme für kaum noch irgendwelche Inhalte interessieren, sondern nur noch für bescheinigte Punkte. So degenerierte das Studium zu einer demotivierten Schnitzeljagd, und man kann es den Studenten nicht einmal übel nehmen. Sie tun nur, was wir von ihnen erwarten!“
Professor Manfred Spitzer; zitiert nach Handelsblatt vom 16. Mai 2014

Ansehen

„Das Diplom war viel angesehener als das Ganze hier. Und man konnte sich vorher auch alles im Ausland anerkennen lassen. Also ich finde das nicht gut. Ich hätte lieber einen Diplom-Abschluss.“
Sarah Reuther, Masterstudentin; zitiert nach Campus & Karriere, Deutschlandradio vom 20. Juni 2014

Erfindungen

„Wir leben von Erfindungen. Wenn wir weiter als lebensfähiges Land existieren wollen, brauchen wir Erfindungen. Auch wenn viel erfunden wird, der Reichtum an Erfindungsmöglichkeiten ist naturgegeben und unendlich.“
Artur Fischer, Erfinder und Unternehmer; zitiert nach Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 15. Juni 2014


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