Fundsachen
09 | September 2015 Artikel versenden Artikel drucken

Quatsch

„Akademikerschwemme, so ein Quatsch. Studierende sind doch kein Treibgut. Das klingt, als würden wir massenhaft arbeitslose Akademiker produzieren, die nicht wissen, was sie tun sollen. Dem ist nicht so. Was wahr ist: Man hat sich jahrelang von der OECD aufschwatzen lassen, dass wir mehr Akademiker brauchen – und dabei ignoriert, dass es bei uns das System der dualen Ausbildung gibt. Aber jetzt Grenzen zu ziehen, davor warne ich. Das ist Planwirtschaft, man muss immer auch an das Individuum denken.“
Professor Horst Hippler, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz; zitiert nach Süddeutsche Zeitung vom 10. August 2015

Beobachtung

„Unter den Menschen gibt es viel mehr Kopien als Originale.“
Pablo Picasso

Empfehlung

„Weitermachen.“
Professor Horst Hippler, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, auf die Frage: „Was raten Sie einem Physik-Bachelor?“; zitiert nach Süddeutsche Zeitung vom 10. August 2015

Ernüchterung

„Es gab einen großen Hype um Moocs. Wenn man sich die Statistiken aber anschaut, dann beenden bis zu 98 Prozent der Teilnehmer, die sich für einen Mooc einschreiben, diesen nicht. Viele brechen schon nach wenigen Wochen ab. In Bezug auf Moocs ist in den Vereinigten Staaten Ernüchterung eingekehrt.“
Max Nikias, Präsident der Privaten University of Southern California; zitiert nach Die Tageszeitung vom 30. Juli 2015

Faulheit

„Wir befürchten, dass der Kerndatensatz fast ausschließlich den panoptischen Beobachtungswünschen der Wissenschaftsbürokratien dient. Ich sehe keinen Nutzen, der für die Wissenschaft selbst entsteht.“
Professor Martin Schulze Wessel, Vorsitzender des Historikerverbandes; zitiert nach Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 12. August 2015

Marketingmaßnahme

„Es gibt in der Welt der Wissenschaft keine Marketingmaßnahme, die so viel bewirkt wie ein Nobelpreis.“
Thomas Vitzthum; zitiert nach Die Welt vom 6. August 2015

Intrigen

„Sie können sich nicht vorstellen, welche Intrigen sich in diesen heiligen Hallen der Wissenschaft abspielen. Die Wissenschaft, so fürchte ich, ist auch nicht rechter als jedes andere menschliche Tätigkeitsgebiet, obwohl sie es sein sollte. Verdienst allein nützt recht wenig, um etwas auszurichten, muss man dazu noch Takt und Welterfahrenheit besitzen.“
Thomas Henry Huxley (1825 bis 1895)

Verarmung

„Die bemerkenswerte Verarmung der Sprache der Bildung, die sich an der weitgehenden Gleichsetzung von Bildung mit Schul- beziehungsweise Bildungsabschluss feststellen lässt, ist ein Indiz dafür, wie wenig die erziehungswissenschaftliche und vor allem politisch geförderte empirische Bildungsforschung noch an den tatsächlichen Lern- und Bildungsprozessen der Menschen in ihrer Lebenswelt interessiert ist. In dieser begrifflichen und ideellen Verarmung liegt die Wurzel des verachtenden Ausdrucks ,bildungsfern’.“
Professor Roland Reichenbach, Universität Zürich; zitiert nach Merkur:?Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken vom August 2015

Ansehen

„In ihrem Ansehen gestiegen sind erstens Universitäten, die – ob staatlich oder privat – eine besondere Freiheit zur Ausbildung eines individuellen Profils hatten; die es sich zweitens leisten konnten, bei der Auswahl ihrer Studenten und ihres Lehrpersonals ausschließlich (oder zumindest vor allem) intellektuelle Qualitätskriterien anzuwenden; die drittens in Städten mit einer Einwohnerzahl von deutlich unter einer halben Million liegen und eine Konzentration ihrer Aktivitäten in der Präsenz des Campus kultivieren; und die viertens eine Dominanz von praxisorientierten und naturwissenschaftlichen Fächern mit kleinen geisteswissenschaftlichen Abteilungen hoher Qualität verbinden.“
Professor Hans Ulrich Gumbrecht; zitiert nach Frankfurter Allgemeine Blog vom 1. August 2015

Einsicht

„Im heutigen Leben bedeutet Spielraum alles.“
Oscar Wilde


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