Fundsachen
04 | April 2015 Artikel versenden Artikel drucken

Egoismen

„Vom Ende her gedacht bedeutet universitäre Bildung für mich, Menschen einen Weg in ihr berufliches wie auch privates Leben zu eröffnen, in dem sie souverän handeln können, also selbst die Regeln ihres Handelns bestimmen, die Welt reflexiv durchdringen, anstatt Handlungsweisen einfach nur zu reproduzieren und im Bewusstsein der Verpflichtung gegenüber einer Gesellschaft leben, in der ich einen Beitrag zu leisten habe. Wir müssen mit den Egoismen vom Schlage der Wall Street aufräumen.“
Professor Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg; zitiert nach Die Welt vom 8. März 2015

Vorsicht

„Wenn alle Experten sich einig sind, ist Vorsicht geboten.“
Bertrand Russell

Modestudiengänge

„Wir leiden vielmehr unter den Folgen der Umstellung auf Bachelor- und Master-Abschlüsse. Die Ökonomenausbildung war früher generalistischer, die Absolventen hatten inhaltlich ein breiteres Spektrum. Dafür stand das Diplom. Nun entstehen vielerorts Modestudiengänge. Es findet eine frühe Spezialisierung der Studenten statt, da gibt es Eventmanagement und Gesundheitsmanagement und Medienmanagement. Viele betrachten das Bachelor-Studium mittlerweile als Ersatz für eine klassische Ausbildung. So geht der Elite­anspruch, den eine universitäre Aus­bildung haben sollte, verloren.“
Jürgen Herrmann, Präsident des Bundesverbands Deutscher Volks- und Betriebswirte; zitiert nach Wirtschaftswoche vom 10. März 2015

Neugier

„Ich hatte erwartet, Forscher zu treffen, die von der Welt draußen nichts wissen. Aber das Gegenteil ist der Fall. Diese Genies verfügen über eine gewaltige Neugier auf das Leben. Sie sind verspielt und jung geblieben, neben ihnen fühlte ich mich alt. Und fast alle treiben Sport, einige mit über 90.“
Peter Badge, der sich vorgenommen hat, alle noch lebenden Nobelpreisträger zu fotografieren; zitiert nach Der Spiegel 11/2015

Phrasen

„An deutschen Universitäten, die dauernd Exzellenz beschwören und nach Stanford schauen, gibt es zu viel Spitzenpersonal, das einfach nicht versteht, wenn sich andere über die Phrasen aufregen, mit denen es seine merkwürdigen Entscheidungen dekoriert.“
Jürgen Kaube; zitiert nach Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 18. März 2015

Ratschlag

„Frauen sollten sich auch nicht so viel von außen einreden lassen. Nur weil jetzt überall für Mint-Berufe geworben wird, heißt das doch nicht, dass da jetzt alle aufspringen müssen. In der Biologie sind die Hälfte der Studenten Frauen. Viele promovieren, nur weil sie nicht wissen, was sie sonst machen sollen. Das reicht nicht. Wer sich aber einen Weg an die Spitze erkämpfen will, dem sollten dann auch alle Türen offen stehen, und diesen Frauen kann ich nur sagen: Seid nicht so zimperlich. Setzt euch durch. Steht nicht so viel vorm Spiegel! Es schadet auch nicht, wenn ihr euch weniger selbst um eure Kinder kümmert.“
Professor Christiane Nüsslein-Volhard, Nobelpreisträgerin; zitiert nach Die Zeit vom 19. März 2015

Tatsache

„Diese Kinder-Unis sind durchaus beliebt, was nicht verwunderlich ist an­gesichts der Tatsache, dass jedes dritte Eltern­paar in Deutschland glaubt, sein Kind sei hochbegabt.“
Salman Ansari, Pädagoge; zitiert nach Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 22. März 2015

Wischkompetenz

„Wenn ein Kind im Alter von acht Jahren ganz toll mit dem iPad umgehen kann, hat es vielleicht eine hohe Wischkompetenz, mit Medienkompetenz hat das aber nichts zu tun. Wenn Kinder mit Smartphones, Tablets und Co. hantieren, bedienen sie sie völlig kontextfrei – nicht mit den Zielen Wissensaneignung und -verwertung..“
Gerald Lembke, Studiengangsleiter für Digitale Medien an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim und Präsident des Bundesverbandes für Medien und Marketing; zitiert nach Süddeutsche Zeitung vom 24. März 2015

Bildung

„Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand.“
Arthur Schopenhauer


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