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01 | Januar 2015 Artikel versenden Artikel drucken

Welche Rolle spielen Gleichstellungsfragen im Berufungsverfahren?

Vanessa Adam

Nach den hochschulrechtlichen Vorgaben ist es Aufgabe der Hochschulen, Maßnahmen zur Verwirklichung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in allen Aufgabenbereichen der Hochschulen umzusetzen und auf die Beseitigung bestehender Nachteile hinzuwirken. Die Hochschulleitung bei dieser Aufgabe zu unterstützen, obliegt der an der Hochschule gewählten Gleichstellungsbeauftragten. Im Berufungsverfahren ist die Gleichstellungsbeauftragte i.d.R. mit einem Recht auf Anhörung oder Stellungnahme beteiligt. Rügt sie die Missachtung des Gleichstellungsauftrags, hat die Hochschulleitung eine Prüfungspflicht und kann den Listenvorschlag ggf. sogar an die Kommission zurückverweisen. Um die Berufungskommission im Hinblick auf Gleichstellungsfragen zu sensibilisieren, haben viele Hochchulen in ihre Berufungsordnungen Hinweise zur Gleichstellung aufgenommen. Auch im Kommissionsgespräch ist es nicht unüblich, dass Bewerberinnen oder Bewerber gefragt werden, was sie selbst auf der angestrebten Professur zur Förderung der Gleichstellung an der Hochschule beitragen wollen. Zur Vorbereitung ist es daher für Bewerberinnen und Bewerber empfehlenswert, sich mit dieser Frage zu befassen. Informationen kann zunächst ein Blick auf die Internetseite der Gleichstellungsbeauftragten liefern. Häufig werden hier Rechtsvorschriften, Gleichstellungspläne, aber auch individuelle Gleichstellungsmaßnahmen der Hochschule genannt. Gibt es an der Hochschule ein „Family Office“, kann auch die Kenntnis der dortigen Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie nützlich sein. Es sollte im Kommissionsgespräch deutlich werden, dass die Bewerberin bzw. der Bewerber sich Gedanken zur Umsetzung der Gleichstellung gemacht hat und möglicherweise sogar konkrete Beispiele aus dem eigenen Arbeitsalltag benennen kann.


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