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05 | Mai 2016 Artikel versenden Artikel drucken

Birgit Ufermann

Jobticket

Stellt der Arbeitgeber/Dienstherr seinen Arbeitnehmern/ Beschäftigten Jobtickets verbilligt oder unentgeltlich zur Verfügung, liegt grundsätzlich ein geldwerter Vorteil (Sachbezug) vor. Maßgeblich für die Bewertung des geldwerten Vorteils ist der Wert (d.h. der um übliche Preisnachlässe geminderte Preis am Abgabeort). Die Anwendung der 44-Euro-Freigrenze ist möglich. Ein geldwerter Vorteil ist nicht anzunehmen, wenn der Arbeitgeber/Dienstherr seinen Arbeitnehmern ein Jobticket zu dem mit dem Preisträger vereinbarten Preis überlässt.
BayLfSt, Verfügung vom 12.8.2015 – S 2334.2.1-98/5 St32

Kindergeld

Während eines mehrjährigen Auslandsaufenthalts zum Zweck einer Berufsausbildung behält ein Kind seinen Wohnsitz in der Wohnung der Eltern im Inland im Regelfall nur dann bei, wenn es diese Wohnung zumindest überwiegend in den ausbildungsfreien Zeiten nutzt. Dabei ist es nicht erforderlich, dass das Kind den weit überwiegenden Teil der ausbildungsfreien Zeit im Inland verbringt.
Bei mehrjährigen Auslandsaufenthalten zum Zweck der Berufsausbildung gibt es keine Unterscheidung, ob es sich um die Anfangsphase der Berufsausbildung oder eine spätere Phase handelt.
Für die Frage des inländischen Wohnsitzes können auch außerhalb des jeweiligen kindergeldrechtlichen Streitzeitraums liegende tatsächliche Umstände berücksichtigt werden. So können die Art der Unterbringung am Ausbildungsort und die elterliche Wohnung in eine Gesamtwürdigung mit einbezogen werden sowie die persönlichen Beziehungen des Kindes am Wohnort der Eltern einerseits und am Ausbildungsort andererseits.
BFH, Urteil vom 23.6.2015 – III R 38/14

Kostenübernahme bei Studienkosten

Die vertraglich festgehaltene Verpflichtung eines Unternehmers, die Kosten eines Erststudiums seines im Betrieb beschäftigten Kindes zu übernehmen, führt grundsätzlich nicht zur Anerkennung als Betriebsausgaben. Hintergrund ist der, dass eine solche Verpflichtung im Hinblick auf die bestehende Unterhaltsverpflichtung von Eltern für ihre Kinder in jedenfalls nicht unerheblichem Maße privat mitmotiviert ist. Dies gilt auch für den Fall, dass das Kind sich vertraglich verpflichtet hat, die Studienkosten bei vorzeitigem Ausscheiden aus dem elterlichen Betrieb ganz oder teilweise zurückzuzahlen.
FG Münster, Urteil vom 15.1.2016 – 4 K 2091/13 E – rechtskräftig


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