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01 | Januar 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Birgit Ufermann

Umzug in Etappen

Die berufliche Veranlassung eines Umzugs endet regelmäßig mit dem Einzug in die erste Wohnung am neuen Arbeitsort. Somit sind Gründe, die den Umzug in eine sog. Zwischenwohnung notwendig machen, in aller Regel privater Natur, auch wenn diese Wohnung der Größe und Ausstattung nach nicht der früheren Wohnung entspricht.

Im vorliegenden Fall ging es um eine Biologin, die von Kanada aus zum 1.10.2013 eine Stelle als Forschungsgruppenleiterin in einem Institut in J. (Deutschland) antrat, ihre Möbel zwischenlagerte und eine möblierte Ferienwohnung in J. als Interimslösung bezog und erst zum 1.3.2015 in eine adäquate Wohnung in J einzog. Das Finanzamt und Finanzgericht erkannten hier nur die Umzugskosten in diese erste Zwischenwohnung steuerlich an, nicht aber die Mietkosten bis zum weiteren Umzug oder die Einlagerungskosten.

Das Gericht sah die Kosten in die Ferienwohnung als privat veranlasst (für private Wohnzwecke) an, die somit als sog. gemischte Aufwendungen gem. § 12 EStG nicht steuerlich anerkannt werden können. Auch mit der Begründung einer etwaigen doppelten Haushaltsführung oder dem Verweis auf die Umzugskostenvergütung für Beamte kam es nicht zur Anerkennung der Umzugskosten in die Zwischenwohnung, da der Umzug erst bei Bezug in die Wohnung im Jahr 2015 beendet war.

Nur in seltenen Ausnahmefällen gilt ein solcher Umzug nicht als beendet, wenn die Zwischenwohnung nur einen behelfsmäßigen Charakter hat, insbesondere wenn die eigentliche Wohnung nicht bezugsfertig ist (z.B. wegen baulicher Gestaltung) – also Gründe vorliegen, die nicht in der Sphäre des Arbeitnehmers liegen. Insofern ist von „Zwischenlösungen“ beim Umzug abzuraten, da dabei meist weder die Einlagerungskosten noch die Umzugskosten in die endgültige Wohnung steuerlich anerkannt werden.
Thüringer Finanzgericht, Urteil vom 27.1.2016 – 3 K 693/15 – rechtskräftig

Dienstjubiläum

Ein Dienstjubiläum ist ein berufsbezogenes Ereignis wegen der langjährigen, treuen Pflichterfüllung gegenüber dem Dienstherrn. Aufwendungen für eine betriebsinterne Feier (im vorliegenden Fall für ein 40-jähriges Dienstjubiläum eines Beamten der Finanzverwaltung in den Räumen des Finanzamts) können ausschließlich beruflich veranlasst sein und demnach als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Tätigkeit anerkannt werden, wenn der Arbeitnehmer die Gäste nach abstrakten berufsbezogenen Kriterien einlädt. Es darf sich also nicht um eine gesellschaftliche Veranstaltung zur Erfüllung der Repräsentationspflichten, die die berufliche Position mitbringt, handeln.
Bundesfinanzhof, Urteil vom 20.1.2016 – VI R 24/15


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