Wissenschaftsministerin Anja Karliczek
dpa

Wissenschaftsministerin Anja Karliczek
Der Wissenschaft Gehör verschaffen

Wissenschaftsministerin Anja Karliczek hat ihre Antrittsrede gehalten. Sie plädierte für einen stärkeren Anwendungsbezug in der Forschung.

23.03.2018

"Die Wissenschaft  kann auf diese Regierung zählen", sagte Wissenschaftsministerin Anja Karliczek in ihrer Antrittsrede im Deutschen Bundestag. "Sie muss überall Gehör finden." Neben der Wissenschaftsfreiheit als Grundvoraussetzung hob Karliczek vor allem die anwendungsbezogene Forschung hervor.

Denn jede Bürgerin und jeder Bürger müsse spüren können, wie wissenschaftliche Erkenntnisse ihm oder ihr im Alltag helfen können. Beispielhaft nannte die Ministerin neue Behandlungsmethoden in der Medizin. Forschung solle außerdem "den Weg in innovative Unternehmen finden." Forschung und Entwicklung würden daher steuerlich stärker gefördert.

Wie in ihrer Rede zur Verleihung der Leibniz-Preise am vergangenen Montag appellierte die Ministerin an die Verantwortung der Länder: Bei ihnen lägen wesentliche Kompetenzen und sie dürften in ihrem Engagement für Bildung und Wissenschaft nicht nachlassen, auch wenn der Bund künftig verstärkt in diese Bereiche investieren werde.

Bildung und Forschung hätten "für diese Bundesregierung Priorität", betonte Karliczek erneut und verwies auf das Budget des Bildungsministeriums von insgesamt 17,6 Milliarden Euro, das viertgrößte im Haushalt der Großen Koalition. Für den Hochschulpakt und den Qualitätspakt Lehre will der Bund nach letzten Informationen bis 2023 rund 20 Milliarden Euro bereitstellen.

Große Koalition: "Moderne Bildung, lebenslanges Lernen und exzellente Forschung und Wissenschaft"

Vor Wissenschaft und Forschung sprach Karliczek über moderne Schulbildung und Weiterbildung. Modern heißt dabei laut ihrer rund zehnminütigen Rede vor allem digital und divers: Geld aus dem Digitalpakt soll die Ausstattung der Schulen und die Weiterbildung der Lehrkräfte mit 3,5 Miliarden in der kommenden Legislaturperiode verbessern. Fünf Milliarden sind insgesamt angesetzt. Schulen müssten besser auf die Bedürfnisse einzelner Schülerinnen und Schüler eingehen.

Weiterbildung ermögliche lebenslanges Lernen und erleichtere einen Wechsel zwischen beruflicher und akademischer Bildung, sagte die Ministerin. Dieser solle durchlässiger werden. Karliczek betonte auch die Gleichwertigkeit beider Bildungswege. "Es zählt nicht die Art des Abschlusses, sondern was jemand daraus macht", sagte sie.



kas

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