Forscher am Helmholtz-Zentrum
dpa

Finanzierung 12,7 Milliarden Euro für außeruniversitäre Forschung

Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wachsen in Deutschland. Auch 2016 haben sie mehr Geld und Mitarbeiter bekommen.

21.03.2018

Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen haben 2016 in Deutschland rund 12,7 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Das waren 1,9 Prozent mehr als 2015. Gleichzeitig stieg das Personal, das in diesen Einrichtungen für Forschung und Entwicklung eingesetzt ist, um 1,5 Prozent auf 103.200 Vollzeitäquivalente. Darunter entfielen 54.000 Vollzeitäquivalente auf wissenschaftliches Personal. Während der Frauenanteil beim Personal für Forschung und Entwicklung insgesamt 40,5 Prozent betrug, war beim wissenschaftlichen Personal knapp ein Drittel (32,6 Prozent) weiblich (17.600). Das geht aus einer aktuellen Mitteilung des Statistischen Bundesamtes hervor.

Fast die Hälfte (44,6 Prozent) des Geldes für außeruniversitäre Forschung wurde demnach mit 5,7 Milliarden Euro in den Naturwissenschaften ausgegeben. Etwas mehr als ein Viertel (27,2 Prozent) entfiel mit 3,5 Milliarden Euro auf die Ingenieurwissenschaften. Weitere 1,3 Milliarden Euro (10,3 Prozent) der Forschungsausgaben flossen in die Humanmedizin, 0,9 Milliarden Euro (6,8 Prozent) in die Geisteswissenschaften, 0,8 Milliarden Euro (6,2 Prozent) in die Sozialwissenschaften und 0,6 Milliarden Euro (4,9 Prozent) in die agrarwissenschaftliche Forschung.

Helmholtz-Zentren haben die höchsten Ausgaben

Zu den außeruniversitären Forschungseinrichtungen gehören Einrichtungen von Bund, Ländern und Gemeinden sowie öffentlich geförderte private Einrichtungen ohne Erwerbszweck. Auf die gemeinsam von Bund und Ländern geförderten privaten Forschungseinrichtungen entfielen 2016 mit rund 9,6 Milliarden Euro drei Viertel (75,3 Prozent) der gesamten außeruniversitären Forschungsausgaben. Davon gaben die Helmholtz-Zentren 4,1 Milliarden Euro, die Institute der Fraunhofer-Gesellschaft 2,1 Milliarden Euro, die Institute der Max-Planck-Gesellschaft 1,9 Milliarden Euro und die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft 1,4 Milliarden Euro aus. Auf die Akademien der Wissenschaften entfielen rund 0,1 Milliarden Euro.

Die Forschungseinrichtungen von Bund, Ländern und Gemeinden hatten mit 1,4 Milliarden Euro einen Anteil von 10,9 Prozent an den gesamten Forschungsausgaben der außeruniversitären Einrichtungen für Forschung und Entwicklung. Sonstige öffentlich geförderte Forschungseinrichtungen, einschließlich der wissenschaftlichen Bibliotheken und Museen, gaben 2016 zusammen 1,8 Milliarden Euro (13,8 Prozent) für Forschung und Entwicklung aus.

Knapp drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für F&E

Die außeruniversitären Forschungseinrichtungen hatten 2016 einen Anteil von 13,8 Prozent an den gesamten Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) in Deutschland. Auf die Hochschulen entfielen 18 Prozent. Den größten Teil (68,2 Prozent) investierte die Wirtschaft.

Insgesamt wurden 2016 in diesen drei Sektoren 92,2 Milliarden Euro für F&E aufgewendet. Das entsprach einem Anteil von 2,93 Prozent am Bruttoinlandsprodukt. In der Wachstumsstrategie für die Europäische Union "Europa 2020" wurde ein Anteil von drei Prozent am Bruttoinlandsprodukt als Ziel für das Jahr 2020 formuliert.

gri