Eingangsbereicht eines Bürogebäudes mit der Aufschrift National Science Foundation.
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USA
30 Prozent weniger Fördermittel durch die NSF

Die National Science Foundation ist wichtig für die Grundlagenforschung. Aktuell vergibt sie so wenig Mittel wie zuletzt vor 40 Jahren.

21.08.2026

Die U.S. National Science Foundation (NSF) hat zwölf neue Ausschreibungen veröffentlicht, die insgesamt rund 1,5 Milliarden US-Dollar für Grundlagenforschung bereitstellen. Das teilte die Wissenschaftsförderbehörde am 17. August in einer Pressemeldung mit. Es stünden Mittel sowohl für rein erkenntnisorientierte als auch für anwendungsinspirierte Forschung in den Natur-, Ingenieur- und anderen Wissenschaften zur Verfügung. Besonderes Augenmerk legten die Förderangebote auf "mutige, paradigmenbrechende Forschungsansätze, auf Grundlagenforschung, die neue disziplinübergreifende Verbindungen schafft, sowie auf Projekte, die Künstliche Intelligenz, Hochleistungsrechnen und Automatisierung nutzen", um neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu ermöglichen. 

Die NSF erläutert den neuen Förderansatz in ihrer Pressemitteilung als portfoliobasierten Ansatz: "Die heute angekündigten Ausschreibungen unterstützen eine Mischung aus langfristig angelegten Förderungen für ehrgeizige, transformative Forschung und kurzfristigen Zuschüssen zur schnellen Erprobung vielversprechender Ideen". Wo wissenschaftlich begründet, würden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ermutigt, für grundlegende Fragen Förderungen mit einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren zu beantragen. Dies ermögliche es ihnen, sich auf wirklich paradigmenwechselnde Forschung zu konzentrieren, anstatt lediglich schrittweise Ergebnisse zu liefern, um die nächste Bewilligung zu sichern. Förderinstrumente, institutionelle Modelle, Forschungsmodalitäten und Laufzeiten würden gezielt auf den Charakter der jeweiligen Forschung abgestimmt. 

Nach Einschätzung des Wissenschaftsmagazins Nature vergibt die NSF im laufenden Haushaltsjahr jedoch rund 30 Prozent weniger Forschungszuschüsse als im Vorjahr – so wenig wie zuletzt in den 1980er-Jahren. Demnach hält die Wissenschaftsförderbehörde rund eine Milliarde US-Dollar ihres Budgets zurück, damit das Geld in ein spezielles Projekt des Weißen Hauses namens "Grand Research Challenges" fließen kann. Dieses konzentriere sich auf wissenschaftliche Bereiche wie neuartige Materialien und Künstliche Intelligenz. Nature zitiert den früheren NSF-Direktor und Physiker Professor Neal Lane, der die Größenordnung der zurückgehaltenen Mittel als etwas beschreibt, das er sich unter früheren Regierungen nicht hätte vorstellen können. 

Forschende in Sorge um ihre Grundlagenforschung 

Wie Science berichtete, äußerten sich Forschende auf Nachfrage skeptisch bezüglich der Ausschreibungskonditionen und der Höhe der angesetzten Fördermittel. Demzufolge habe die NSF im Jahr 2023 für ihre Kerndisziplin Geowissenschaften rund 918 Millionen US-Dollar ausgegeben. Die neue Ausschreibung sehe für das Jahr 2027 nur noch Mittel in Höhe von 110 Millionen Dollar vor. Im Bereich Biologie würde das Budget von 640 Millionen Dollar (2023) immerhin auf 280 Millionen sinken. 

In drei der acht Hauptdisziplinen hat die NSF laut Science seit Monaten keine Ausschreibungen mehr veröffentlicht. So blieben beispielsweise die Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften (Social, Behavioral and Economic Sciences, SBE) unberücksichtigt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler äußerten gegenüber Science die Sorge, dies würde den Plänen im Haushaltsentwurf der Regierung unter Präsident Donald Trump für 2027 entsprechen, in welchem die SBE-Förderung quasi abgeschafft werde. 

Die NSF betont in ihrer Pressemitteilung jedoch, dass die neuen, gestrafften Ausschreibungen prägnanter und übersichtlicher gestaltet sowie in ihrer Anzahl reduziert wurden, sei Teil der Bemühungen, den bürokratischen Aufwand zu verringern. Die NSF unterstütze mit diesen Förderangeboten das vorrangige Ziel des Memorandums der US-Regierung mit dem Titel "Einleitung eines neuen goldenen Zeitalters amerikanischer Innovation: Prioritäten für das Forschungs- und Entwicklungsbudget der Regierung für das Haushaltsjahr 2028" vom 21. Juli 2026. Zudem setze man eine zentrale Prämisse des Berichts "Science: A New Golden Age" aus dem gleichen Monat um, indem man Bedingungen schaffe, unter denen herausragende wissenschaftliche Arbeit häufiger stattfinden und schneller voranschreiten könne. 

Der Direktor des Büros für Wissenschafts- und Technologiepolitik (Office of Science and Technology Policy, OSTP), Michael Kratsiosos, lobte in der NSF-Pressemitteilung die neuen Fördermöglichkeiten als passgenau: Die aktuellen Investitionen unterstützten "ein breiteres Spektrum exzellenter Forschungsvorhaben, indem Umfang, Laufzeit und Art der Förderung gezielt auf den Charakter der jeweiligen Forschungsarbeit abgestimmt werden".

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cva