Eine Hand verfolgt mittels Kugelschreiber die Entwicklung von Ausgaben in einer Tabelle, davor ist symbolhaft Forschung als Icon dargestellt.
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Statistisches Bundesamt
3,17 Prozent des BIP für Forschung und Entwicklung

Die FuE-Ausgaben sind auf einem Höchststand. Deutschland übertrifft die EU-Vorgaben, erreicht aber die eigene Zielmarke von 3,5 Prozent nicht.

27.03.2026

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) in Deutschland sind im Jahr 2024 um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 137,1 Milliarden Euro gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, lag ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) demnach bei 3,17 Prozent. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1995 (2023: 3,13 Prozent). 

Deutschland hat damit das Ziel der EU-Wachstumsstrategie "Europa 2020", mindestens drei Prozent des BIP für Forschung und Entwicklung aufzuwenden, im Jahr 2024 erneut übertroffen. Das nationale Ziel, wonach die Forschungs- und Entwicklungsausgaben bis 2025 auf 3,5 Prozent des BIP steigen sollen, wurde dagegen verfehlt. In die Zahlen fließen alle FuE-Ausgaben der Wirtschaft, der Hochschulen und der außeruniversitären Einrichtungen ein. 

Hochschulen tragen rund 18 Prozent der FuE-Ausgaben 

Einen bedeutsamen Ausgabenzuwachs von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 92,5 Milliarden Euro verzeichneten im Jahr 2024 die Unternehmen. Damit bestritt die Wirtschaft weiterhin mehr als zwei Drittel der Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung. 

Die Ausgaben der Hochschulen stiegen um 4,7 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro und erreichten damit einen Anteil von rund 18 Prozent an den FuE-Gesamtausgaben. Außeruniversitäre Einrichtungen, zu denen öffentliche und überwiegend öffentlich geförderte Forschungseinrichtungen zählen, wendeten 20,4 Milliarden Euro auf. Das war eine überdurchschnittliche Zunahme von 10,1 Prozent und entspricht etwa 15 Prozent der FuE-Gesamtausgaben. 

Naturwissenschaften und Mathematik führend 

Im Jahr 2024 entfiel ein Großteil (39,9 Prozent) der FuE-Ausgaben der außeruniversitären Einrichtungen auf Institutionen, die im Wissenschaftszweig Naturwissenschaften und Mathematik aktiv sind. Hier stiegen die Ausgaben im Vorjahresvergleich um 22,8 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. 

Wesentliche Treiber dieser Entwicklung waren die Wissenschaftsgebiete Physik und Astronomie mit Ausgaben von insgesamt 4,4 Milliarden Euro. Dieses Plus von 46,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf hohe Investitionen bei einer Großforschungseinrichtung zurückzuführen. 

Bund und Länder investieren in etwa 300 FuE-Einrichtungen 

Mit einem Zuwachs von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 14,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 nahmen die etwa 300 gemeinsam von Bund und Ländern geförderten Einrichtungen ohne Erwerbszweck bei den FuE-Ausgaben den Spitzenplatz ein. Dazu gehören die Institute der Max-Planck- und Fraunhofer-Gesellschaft. 

Die übrigen außeruniversitären Forschungseinrichtungen wendeten im gleichen Zeitraum zusammen sechs Milliarden Euro (plus 26 Prozent) für FuE auf. Den prozentual stärksten Zuwachs erzielten dabei mit 54,9 Prozent die sonstigen öffentlich geförderten Organisationen ohne Erwerbszweck. 

Personalzuwächse an außeruniversitären Forschungseinrichtungen 

Die Personalsituation in den außeruniversitären Forschungseinrichtungen verbesserte sich im Jahr 2024 ebenfalls. Diese Entwicklung folgt einem langjährigen Trend, der sowohl das wissenschaftliche Personal als auch die Beschäftigten insgesamt im Bereich der Forschung und Entwicklung betrifft. 

So nahm die Zahl der auf die volle Arbeitszeit umgerechneten Beschäftigten für Forschung und Entwicklung (Vollzeitäquivalente) beim wissenschaftlichen Personal um 2,1 Prozent auf 67.200 Personen zu. Beim weiblichen Forschungspersonal mit wissenschaftlichen Aufgaben war der Anstieg mit plus 4,1 Prozent ausgeprägter als bei den männlichen Beschäftigten (plus 0,9 Prozent). 

Mit einem Anteil der Frauen von 36,7 Prozent an allen wissenschaftlichen Beschäftigten konnte beim wissenschaftlichen Personal im Jahr 2024 erneut keine Geschlechterparität erreicht werden. Der Frauenanteil stieg gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozentpunkte (2023: 36 Prozent). Etwas ausgewogener stellte sich die Situation beim insgesamt in der Forschung und Entwicklung tätigen Personal dar: Hier lag der Frauenanteil im Jahr 2024 bei 42,2 Prozent (2023: 41,9 Prozent).

cva