Portraitfoto von Prof. Dr. Maria Leptin
ERC

Europäischer Forschungsrat
Ab Juni Bewerbung für Sieben-Millionen-Euro-Stipendium möglich

Der Europäische Forschungsrat bereitet "Superstipendien" mit einer Laufzeit von sieben Jahren vor. Wer sich bewerben kann.

03.12.2025

Es gibt neue Details zu den von Ursula von der Leyen im Mai angekündigten "Superstipendien" des Europäischen Forschungsrats (ERC). Professorin Maria Leptin, Präsidentin des ERC, hat in einem Interview mit ERC-Sprecher Martin Penny erläutert, wie das neue Förderinstrument gestaltet sein wird und wann die Ausschreibung beginnt.

Hintergrund des neuen Förderangebots

Die Ankündigung der neuen, größeren Grants stand im Kontext der Bemühungen, die besten Forschenden aus der ganzen Welt bei einem Wechsel nach Europa zu unterstützen. Sie sollen eine langfristige Perspektive in der europäischen Region erhalten. Im ersten Schritt erhalten wechselbereite Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 2026 und 2027 schon die doppelte Fördersumme. Als zweiten Schritt habe nun der Forschungsrat die Ausschreibung der neuen Förderinstrumente vorbereitet, berichtet Penny. Die Stipendien seien in einem Update zum ERC-Arbeitsprogramm 2026 enthalten, das nun formell von der Europäischen Kommission angenommen worden sei.

"ERC Plus Grants sind individuelle Förderungen für herausragende Forschende, die Projekte oder Ziele verfolgen, die über das hinausgehen, was im Rahmen eines regulären ERC-Grants erreicht werden kann", erläutert Leptin im Gespräch. Als Beispiel nennt sie das Erschließen eines neuen Forschungsfelds oder einen Paradigmenwechsel in einem bereits bestehenden Feld. Im Rahmen der Förderung sollen die ausgewählten Forschenden über den Zeitraum von sieben Jahren bis zu sieben Millionen Euro erhalten.

Besonderheiten bei der Bewerbung um das neue Stipendium

Der Bewerbungsprozess laufe ähnlich ab wie bei existierenden Förderungen, so Leptin. Zusätzlich müssten die Forschenden aber im Rahmen eines Vision Statements beschreiben, was ihr Forschungsvorhaben auszeichne. Sie sollen erläutern, warum es größer und bahnbrechender ist als etwas, das in einem normalen Grant umsetzbar sei. Forschende könnten das umfassende Stipendium zudem nur einmal in ihrer Karriere erhalten. "Sie sollten daher gut überlegen, ob dies der richtige Moment für eine Bewerbung ist", erläutert Leptin.

Wer sich bewerben kann

Forschende ab dem Level der Starting Grants können sich für den Grant bewerben. Das sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit zwei bis sieben Jahren Forschungserfahrung im Anschluss an ihre Promotion. Die Förderung sei dabei sowohl für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler offen, die bereits in Europa leben und forschen, als auch für jene, die nach Europa wechseln möchten. Alle Bewerberinnen und Bewerber würden entsprechend ihres Karrierelevels beurteilt, erläutert Leptin. "Wir sind sicher, dass wir sie hinsichtlich ihrer jeweiligen Exzellenz und dem Potential, Durchbrüche zu erreichen, einschätzen können. Wir suchen Forschende, die bereits gezeigt haben, dass sie anspruchsvolle Projekte umsetzen können, die etwas erreicht haben, das vor ihnen noch niemand geschafft hat."

Zeitplan der Ausschreibung der ERC Plus Grants

Laut Leptin werde die Ausschreibung im kommenden Juni veröffentlicht und schließe dann voraussichtlich im September 2026. Die Förderentscheidungen würden in zwei Stufen getroffen. Die Gewinnerinnen und Gewinner sollen dann am Ende des kommenden Jahres oder Anfang 2027 verkündet werden, sodass sie im Jahr 2027 mit ihren Projekten beginnen können.

Finanziert werden die ERC Plus Grants mit zusätzlich gewährten Mitteln der Europäischen Kommission, so Leptin. Dadurch könnten nur insgesamt 30 Grants vergeben werden für alle Wissenschaftsfelder und Karrierestufen. Allerdings hoffe Leptin, dass die ERC Plus Grants nicht auf die kommenden beiden Jahre beschränkt bleiben.

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cpy