Studiengangswahl
Deutlich weniger Studienangebote mit beschränktem Zugang
In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Anteil der Studiengänge mit Zugangsbeschränkung deutlich verringert. Er liegt nunmehr bei 32,5 Prozent. Die Mehrzahl der Studiengänge stehe somit allen Studienanfängerinnen und Studienanfängern ungeachtet der Abiturnote oder dem Bestehen eines Eignungstests offen. Das geht aus einer Analyse hervor, die das CHE Centrum für Hochschulentwicklung am Dienstag veröffentlicht hat.
Im Wintersemester 2024/2025 habe die Quote der Studienfächer mit einer Zugangsbeschränkung wie einem Numerus Clausus (NC) oder einem Eignungsfeststellungsverfahren noch bei 35,2 Prozent gelegen. Zehn Jahre zuvor, im Wintersemester 2015/2016, habe der Anteil sogar noch 42 Prozent betragen. Die Zugangsbeschränkungen gehen laut CHE zurück, weil die Erstsemesterzahlen sänken und die Studienangebote gleichzeitig zunähmen. 800.000 Personen, die ein grundständiges oder weiterführendes Studium beginnen, stehen demnach aktuell 22.000 Studienangeboten gegenüber. 2015/2016 seien es laut CHE noch etwa 18.000 Studienangebote gewesen. Selbst bei bundesweit zugangsbeschränkten Studienfächern wie Medizin oder Pharmazie verbessere sich das Verhältnis von Bewerberinnen und Bewerbern zu Studienplätzen zugunsten der Studierenden, so CHE-Studienautor Cort-Denis Hachmeister.
Welche Bundesländer die meisten zulassungsbeschränkten Studiengänge haben
Im Deutschlandvergleich ist der Anteil der zugangsbeschränkten Studienangebote laut CHE-Analyse am höchsten in Berlin (54,4 Prozent) und in Baden-Württemberg (50,2). Am geringsten sei die Quote in Thüringen (18,0 Prozent), Rheinland-Pfalz (17,7 Prozent) und Brandenburg (17,4 Prozent). Bei den Hochschulorten mit dem höchsten Anteil an zugangsbeschränkten Studienangeboten führt Garching (77 Prozent) vor Leipzig (56 Prozent) und Freiburg (49 Prozent).
Der Anteil der Beschränkungen variiere zudem je Fach, Hochschultyp und Abschlussart: Während die Quote in den Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften bundesweit bei etwa 40 Prozent liege, seien die ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge zu mehr als 75 Prozent frei zugänglich.
Unis haben weniger Zulassungsschranken als HAWs
Universitäten verfügten über etwas weniger zulassungsbeschränkte Studiengänge (29,7 Prozent) als Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften (30,8 Prozent). Bei Masterstudiengängen sei der Anteil der Studiengänge mit Zugangsbeschränkung etwas höher als im Bachelorbereich (30,6 Prozent).
In die Analyse des CHE sind Daten des Hochschulkompasses der Hochschulrektorenkonferenz für mehr als 22.000 Studienangebote im Wintersemester 2025/2026 sowie entsprechende Daten der vergangenen Jahre eingegangen. Das CHE analysiert den Anteil an Zugangsbeschränkungen jährlich seit 2013.
cpy