Eine Wissenschaftlerin sitzt in einem Labor vor rötlich schimmernden Bildschirmen und einen Mikroskop.
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Shanghai Hochschulranking
Deutsche Unis erzielen Spitzenwerte in Medizintechnik

Beim Fächerranking stechen deutsche Universitäten vor allem in medizinischen Fachgebieten hervor. Fächerübergreifend dominieren die USA und China.

24.11.2025

Im kürzlich veröffentlichten "Globalen Ranking der akademischen Fächer" 2025 (GRAS) der Shanghai-Ranking Consultancy belegen deutsche Universitäten vor allem in medizinischen und lebenswissenschaftlichen Fächern Spitzenplatzierungen unter den Top 100. Schwerpunkt der Bewertung ist die Forschung. 

Das an der Shanghai Jiao Tong Universität entwickelte Ranking umfasst in diesem Jahr 57 Fächer aus den Bereichen Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Lebenswissenschaften, Medizin und Sozialwissenschaften an rund 2.000 Universitäten in 92 Ländern und Regionen. Als neue Fächer wurden erstmals Artificial Intelligence und Robotics Science and Engineering aufgenommen. 

In der Medizintechnik gehören insgesamt 14 deutsche Universitäten zu den hundert besten. Den Spitzenplatz unter den deutschen Hochschulen belegt die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) gefolgt von der Technischen Universität München (TUM) und der Universität Heidelberg. Im Fachbereich Humanbiologie rangieren zehn Universitäten aus Deutschland unter den weltweit höchstplatzierten. Platz eins im nationalen Vergleich belegt die LMU mit der Freien Universität (FU) Berlin auf dem zweitbesten und der Universität Heidelberg auf dem drittbesten Platz. 

Süddeutschland belegt Spitzenplatzierungen 

In Agrarwissenschaften und Fernerkundung gehört die TUM einer Pressemitteilung zufolge zu den Top 10, in Medizintechnik, Ökologie und Robotik zu den Top 25. In vier weiteren Fächern erreicht sie Platzierungen unter den besten 50 Universitäten. 

In den pharmazeutischen Wissenschaften belegt die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) weltweit Platz 42 und Rang zwei in Deutschland, meldet die Universität. Hervorzuheben ist demzufolge der Leistungsindikator, der die Zahl besonders einflussreicher Artikel in den Top-Fachzeitschriften misst: Hier führt die JMU mit 67,3 Punkten die deutsche Spitze an. In der Medizintechnik wird der JMU im weltweiten Fächerranking Rang 55 zugewiesen, national ist sie unter den Top zehn. In den Biowissenschaften zählt die Würzburger Hochschule zu den fünf besten deutschen Universitäten. 

Die Otto-Friedrich-Universität Bamberg erreicht gute Platzierungen in den Fächern Soziologie und Politikwissenschaft. Gemeinsam mit der Goethe-Universität Frankfurt und der Universität zu Köln liegt die Bamberger Soziologie im deutschlandweiten Vergleich hinter der erstplatzierten Humboldt-Universität zu Berlin. 

In fünf Fächern zählt die Universität Freiburg zu den 100 besten Universitäten weltweit und ist insgesamt mit 31 der 57 Fächer im weltweiten Ranking vertreten, teilte die Hochschule am 20. November mit. Auf nationaler Ebene schneide die Universität in Fächern wie Geographie, Agrarwissenschaften und Klinischer Medizin besonders gut ab. 

Bewertungskriterien für fachbezogenen Forschungserfolg 

GRAS 2025 verwendet nach eigenen Angaben objektive akademische Indikatoren, die fünf Bewertungskategorien abdecken. Die Kategorie "Weltklasse-Fakultät" umfasst unter anderem die Indikatoren Preisträgerinnen und Preisträger internationaler akademischer Auszeichnungen (Laureates) sowie Führungspositionen in internationalen akademischen Organisationen. 

Die Kategorie "Weltklasse-Publikationsleistung" nutzt die zwei Indikatoren Top-Fachartikel und internationale akademische Auszeichnungen. Die Kategorie "Hochwertige Forschung" verwendet Fachartikel als Kriterium, die Kategorie "Forschungswirkung" den Category Normalized Citation Impact (CNCI) und die Kategorie „Internationale Zusammenarbeit“ berücksichtigt internationale Gemeinschaftspublikationen. 

Die Indikatoren werden je nach Fächerkultur unterschiedlich gewichtet, informiert die TUM. In einigen Fächern ergänze das Ranking die Zahl bedeutender Auszeichnungen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Merkmal. 

Fächerübergreifend dominieren die USA und China 

Universitäten aus den Vereinigten Staaten dominieren weiterhin weltweit und belegen in 27 Fächern die Führungsplätze, dicht gefolgt von chinesischen Universitäten mit 21 von ihnen angeführten Fächern. Die Niederlande und Singapur erzielen jeweils zwei Spitzenplätze, während das Vereinigte Königreich und Dänemark jeweils einen Spitzenplatz belegen. 

Die Harvard University sticht mit Spitzenplätzen bei elf Fächern als leistungsstärkste Institution hervor. Direkt danach folgt die Tsinghua-Universität aus China mit Top1-Positionen in sieben Fächern, während das Massachusetts Institute of Technology (MIT) in vier Fächern an der Spitze steht.

cva