Der Schriftzug "Europäisches Patentamt" ist auf einem Pfeiler vor einem hohen Gebäude zu sehen.
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Studie
Deutschland bei europäischen Patentaktivitäten weit vorne

Eine Studie des Europäischen Patentamts zeigt die Bedeutung öffentlicher Forschungseinrichtungen. Drei führende Einrichtungen liegen in Deutschland.

22.10.2025

Bei den europäischen Patentanmeldungen mit Beteiligung öffentlicher Forschungseinrichtungen (PROs) belegt Deutschland den zweiten Platz hinter Frankreich. Das zeigt eine Studie des Europäischen Patentamts (EPA) in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI), die heute veröffentlicht wurde. Demzufolge meldete Deutschland zwischen 2001 und 2020 über 18.000 Patente an, an denen öffentliche Forschungseinrichtungen beteiligt waren. Im betrachteten Zeitraum stieg die Anzahl entsprechender deutscher Patentanmeldungen um 45 Prozent.

Europaweit machte die Zahl der Patentanmeldungen mit Beteiligung von PROs der Studie zufolge fast fünf Prozent aller Patentanmeldungen aus. Drei der führenden Einrichtungen liegen dabei in Deutschland: Die Fraunhofer-Gesellschaft steht mit fast 8.000 Patentanmeldungen auf Platz drei in Europa, es folgen die Max-Planck-Gesellschaft mit über 2.000 Patentanmeldungen auf Platz sieben und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit gut 1.000 Patenten auf Platz zehn. 

Generell sind laut Bericht akademische Patente, die aus PROs hervorgehen, "hoch konzentriert und spezialisiert auf wissenschaftsbasierte Technologien". Dabei kommen fast 28 Prozent aller akademischen Patente aus der Biotechnologie und Pharmazie. Hinzu kommen Messtechnik, Halbleiter- und Computertechnologie. 

Forschungskrankenhäuser und Start-ups 

Europäische Forschungskliniken trugen mit stetigem Wachstum zwischen 2001 und 2020 zu rund 17.400 EP-Anmeldungen bei. Mehr als 2.800 europäische Start-ups meldeten Patente beim EPA an, deren Erfinderinnen und Erfinder einen Bezug zu europäischen Universitäten, öffentlichen Forschungseinrichtungen oder Krankenhäusern hatten. 

Frankreich führt das europäische Feld mit etwa 4.600 Anmeldungen an, gefolgt von Deutschland (rund 2.900) und dem Vereinigten Königreich (2.500). Sie machen damit über 56 Prozent aller akademischen Patente von Forschungskliniken aus. Dabei konzentrieren sich fast 90 Prozent der Patente auf die vier Bereiche Pharmazeutika, Biotechnologie, Medizintechnik und die Analyse biologischer Materialien. Deutsche Forschungskrankenhäuser platzieren sich auf den Rängen vier, fünf und sieben mit dem Universitätsklinikum Heidelberg, der Charité – Universitätsmedizin Berlin und mit dem Universitätsklinikum Freiburg. 

Deutsche Start-ups legen ihren inhaltlichen Schwerpunkt mehrheitlich auf den Health-Tech-Sektor (51 Prozent), gefolgt von Energie (circa elf Prozent) und Computerhardware (rund neun Prozent). Deutsche Universitäten, öffentliche Forschungseinrichtungen und Krankenhäuser sind zudem mit 98 Start-ups in anderen europäischen Ländern verknüpft.

hes/cva