Eine sechsköpfige Gruppe formell gekleideter Menschen vor einem EU-Plakat.
HRK

Diskussionspapier
DFG, HRK und WR wollen europäische Exzellenznetzwerke

Die Organisationen schlagen mit Nexus ein neues Förderinstrument vor. Es soll europäische Spitzenforschung bündeln und weltweit sichtbar machen.

05.03.2026

Die Spitzenforschung innerhalb des Europäischen Forschungsraums soll besser vernetzt werden. Ein neues Förderinstrument namens Nexus könnte die institutionalisierte Zusammenarbeit der besten Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Europa stärken. Diese Idee haben Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und Wissenschaftsrat (WR) am 3. März in Brüssel in einem Diskussionspapier präsentiert. 

Nach Vorstellung der drei Organisationen sollen hierfür 2,8 Milliarden Euro an zusätzlichen Mitteln für das zehnte EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation (FP10) bereitgestellt werden. 

Ausgangspunkt der Überlegungen ist laut der Pressemitteilung zum Diskussionspapier ein Bericht des früheren Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit – der sogenannte Draghi-Bericht. Dieser hatte 2024 in Anlehnung an den europäischen Forschungsrat (European Research Council, ERC) einen "ERC für Institutionen" als hoch kompetitives Programm für besonders forschungsstarke Einrichtungen skizziert. 

Exzellenznetzwerke aus mindestens drei Hochschulen 

DFG, HRK und WR schlagen vor, mit der Nexus-Förderung in Zukunft Exzellenznetzwerke aufzubauen, die aus mindestens drei Hochschulen oder Forschungseinrichtungen aus verschiedenen Ländern bestehen. Die Netzwerke sollen zu einer selbst gewählten gemeinsamen Thematik von strategischer Bedeutung für die beteiligten Institutionen forschen. Leitprinzipien sollen ein wissenschaftsgeleiteter Auswahlprozess, Exzellenzorientierung, Offenheit für alle Disziplinen und Themen sowie eine Einbettung in strategische Prozesse der Institutionen sein. 

Eine Nexus-Förderung würde ein Netzwerk mit jeweils 20 Millionen Euro pro Jahr über einen Zeitraum von sieben Jahren finanzieren. Bei einer Ansiedelung im ERC könnten dafür in einer Pilotphase 20 Netzwerke gefördert werden. Nach der Pilotphase sollten Umsetzung und Auswirkungen von Nexus evaluiert werden, um über dessen Fortsetzung zu entscheiden. 

DFG-Präsidentin Professorin Katja Becker sagte bei der Vorstellung des Konzepts, Ziel sei es, durch länderübergreifendes Verknüpfen Synergien herzustellen. "Auf diese Weise soll Europas Spitzenforschung die kritische Masse erreichen, die für zukünftige wissenschaftliche Durchbrüche erforderlich ist." Nexus könne zudem die Resilienz der europäischen Forschungs- und Innovationslandschaft unterstützen. 

HRK-Präsident Professor Walter Rosenthal erklärte, Voraussetzung für eine erhöhte Sichtbarkeit der europäischen Spitzenforschung seien schlanke Antragsprozesse, Themenoffenheit und die volle Bandbreite von der Grundlagen- bis zur anwendungsnahen Forschung. 

Der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Professor Wolfgang Wick, fügte an: "Europa sollte kurzfristig neue Akzente setzen, da der Wettbewerb um Ideen, Talente und Ressourcen rapide zunimmt." Die Exzellenzstrategie in Deutschland zeige, dass viel bewegt werden könne, wenn statt auf Inhaltsvorgaben auf Kreativität und bottom-up-getriebene Kooperationen in der Wissenschaft gesetzt werde.

cva