Symbolbild der NASA, das illustrieren soll, wie die Meteoriten die Nukleobasen zur Erde gebracht haben könnten.
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Evolution
DNA-Bestandteile aus dem All

Forschende haben in Meteoriten Bestandteile von DNA gefunden. Ein Indiz dafür, dass die Evolution auf der Erde vom Weltall aus begonnen hat.

27.04.2022

Die Entstehung des Lebens auf der Erde ist noch nicht letztgültig geklärt. Ein Team von Forschenden aus Japan und den Vereinigten Staaten von Amerika hat dazu nun neue Erkenntnisse geliefert: In drei Meteoriten konnten sie sogenannte Nukleobasen nachweisen, wie sie in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ berichten. Nukleobasen sind Bestandteile der Erbsubstanz DNA. Sie könnten laut den Forschenden bereits im Weltall entstanden sein, noch vor der Entstehung der Sonne und der Erde. Auf der Erde hätten sie dann vermutlich zur Entstehung der genetischen Eigenschaften des Lebens beigetragen. So ließe sich erklären, warum die Evolution auf der Erde wahrscheinlich unmittelbar ab dem Zeitpunkt begonnen hat, als unser Planet genug abgekühlt war, dass Wasser auf seiner Oberfläche flüssig blieb: vor 3,9 Milliarden Jahren.

Bereits seit längerem wisse man, dass organische Stoffe im Weltall entstehen können. Auch Aminosäuren und Zuckermoleküle seien bereits in Gaswolken und in zur Erde gefallenen Meteoriten nachgewiesen worden. Mithilfe neuer, genauerer Messmethoden konnten die Forschenden demnach nun eine große Vielfalt von Nukleobasen in den drei untersuchten Meteoriten nachweisen. Sie hätten die Nukleobasen in Konzentrationen von bis zu einem Molekül unter einer Milliarde Molekülen vorgefunden. Dies decke sich mit Vorhersagen von Modellen der chemischen Entwicklung in dichten Gaswolken, aus denen Sterne und Planeten entstehen.

Bei einem der untersuchten Meteoriten handelt es sich um den im September 1969 in Australien auf die Erde gestürzten sogenannten "Murchison-Meteorit", in dem bereits in der Vergangenheit organische Moleküle nachgewiesen wurden. Bei den anderen beiden untersuchten Meteoriten handelt es sich laut der Studie um den Murray- und den Tagish Lake-Meteoriten. In allen drei Meteoriten wurden Nukleobasen gefunden, dies zeige, dass die enthaltenen DNA-Bausteine keine Einzelfälle seien.

cpy