Statistisches Bundesamt
Drittmittel pro Professur erstmals seit Jahren gesunken
2024 hat eine Professorin beziehungsweise ein Professor an einer deutschen Universität durchschnittlich 325.400 Euro Drittmittel eingeworben, meldete das Statistische Bundesamt (Destatis) am 28. September. Das waren 2,1 Prozent oder 6.800 Euro weniger als im Vorjahr und damit der erste Rückgang seit 2016.
Im direkten Jahresvergleich über den Zeitraum 2016 bis 2024 wird deutlich, dass die Drittmitteleinnahmen pro Universitätsprofessur kontinuierlich von rund 258.000 Euro (2016) über ein Zwischenhoch von 332.200 Euro (2023) in der aktuellen Bilanz für 2024 erstmals im Vergleich zum Vorjahr und zum Jahr davor gesunken sind (siehe Abbildung).
Laut Destatis lag die Technische Hochschule Aachen (RWTH Aachen) mit 1.160.400 Euro wie in den Vorjahren auf dem ersten Platz bei den Drittmitteleinnahmen je Professur, gefolgt von der Technischen Universität München (TUM) mit 891.100 Euro und der Universität Stuttgart mit 860.500 Euro. Bezogen auf die Gesamtsumme der eingeworbenen Drittmittel belegte 2024 mit 436 Millionen Euro erneut die TUM den Spitzenrang. Es folgten wie in den Jahren zuvor die RWTH Aachen mit 403 Millionen Euro und die TU Dresden mit 296 Millionen Euro.
Methodischer Hinweis
Drittmittel werden hauptsächlich für einzelne Forschungsprojekte oder -bereiche eingeworben. Um Vergleiche zwischen Universitäten mit und ohne medizinische Einrichtungen zu ermöglichen, sind hierbei die medizinischen Einrichtungen beziehungsweise Gesundheitswissenschaften der Universitäten aufgrund der dort sehr hohen Drittmitteleinnahmen nicht berücksichtigt. Beim Vergleich der Drittmitteleinnahmen nach Fächergruppen sind diese jedoch einbezogen.
Höchste Drittmitteleinnahmen in den Ingenieurwissenschaften
Die Fächergruppe mit den höchsten Drittmitteleinnahmen je Universitätsprofessorin und -professor waren 2024 die Ingenieurwissenschaften mit 715.600 Euro (-0,3 Prozent gegenüber 2023). An zweiter Stelle folgte die Fächergruppe Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften, in welcher die Einnahmen um vier Prozent auf 707.400 Euro (+4 Prozent) gestiegen sind. Den dritten Platz belegt die Fächergruppe Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften, Veterinärmedizin mit 391.500 Euro und einem Rückgang zum Vorjahr um sieben Prozent.
Wesentlich geringer waren die Drittmitteleinnahmen in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit 164.400 Euro je Professorin und Professor (-3 Prozent) und in den Geisteswissenschaften mit 147.800 Euro (-1,4 Prozent). Am niedrigsten waren sie in der Fächergruppe Kunst/Kunstwissenschaft mit 94.800 Euro (-6 Prozent).
An Fachhochschulen deutlich geringere Drittmitteleinnahmen
In anderen Hochschularten waren die durchschnittlichen Drittmitteleinnahmen je Professorin und Professor im Jahr 2024 deutlich geringer als an den Universitäten: An den Fachhochschulen (ohne Verwaltungsfachhochschulen) betrugen sie 53.300 Euro (+0,3 Prozent gegenüber 2023) und an den Kunsthochschulen 23.800 Euro (+19 Prozent). Im Durchschnitt aller Hochschulen (ohne Verwaltungsfachhochschulen) warb eine Professorin beziehungsweise ein Professor im Jahr 2024 Drittmittel in Höhe von 225.700 Euro ein (+0,1 Prozent).
cva