Symbolbild mit einer Lupe, die drei männliche Spielzeugfiguren untersucht.
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Mut in der Wissenschaft
Ein Netzwerk aus Gleichgesinnten – der sichere Hafen

Mit der eigenen Forschung soziale Missstände aufzudecken, kann auf Widerstand stoßen. Erkenntnisse zu Diskriminierung gehören dazu.

Von Christine Vallbracht 16.09.2026

Forschung & Lehre: Worum genau geht es bei Ihrer Forschung? 

Monika Schröttle: Ich bin seit 35 Jahren als Forscherin tätig und befasse mich seit Beginn mit dem Thema Gewalt, speziell im Geschlechterverhältnis, sowie mit allen Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Vor inzwischen 15 Jahren bin ich dazu übergegangen, mich zunehmend mit Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen auseinanderzusetzen. Das hat mich schließlich zu einer breiteren Forschung geführt, die stark teilhabeorientiert ist. Also die Fragestellung: Wie können wir eine Gesellschaft bauen, an der alle unabhängig von Geschlecht, Behinderung oder Migrationshintergrund teilhaben können? Dazu habe ich lange in der Forschung, in der Lehre und in verschiedenen Gremien gearbeitet. 

F&L: Was an Ihrer Forschung durchbricht gesellschaftliche Tabus, beleuchtet blinde Flecken und stößt auf Gegenwehr?

Monika Schröttle ist Professorin für Soziale Arbeit und Teilhabe, Studiendekanin, Gleichstellungsbeauftragte und Diversity Beauftragte der Ravensburg-Weingarten University. Hochschule Ravensburg-Weingarten

Monika Schröttle: Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler leben in einer eher elitären Welt. Da ist es unangenehm, sich mit den eigenen Privilegien zu befassen. Oder sich damit auseinanderzusetzen, dass wir immer noch eine geschlechterungerechte Gesellschaft haben, in der Frauen – auch aufgrund der Angst vor Gewalt – nicht so auftreten wie Männer. Und dass wir in einer Welt leben, aus der weniger Privilegierte oder Menschen mit Behinderungen oder mit Migrationshintergrund lange exkludiert waren. 

Diese Themen sind zwar soziologisch erforscht, rufen aber nach wie vor Abneigung bei Privilegierten hervor. In der Wissenschaft haben wir ebenfalls hierarchische Strukturen mit elitären Aufstiegsstrukturen. Da ist es nicht selbstverständlich, sich mit den Problemen der Ausgeschlossenen oder der Benachteiligten zu befassen.

F&L: Sie haben von Privilegierten gesprochen. Ist es schwierig, diejenigen zu benennen, die Benachteiligung verursachen oder verantworten? 

Monika Schröttle: Ich habe lange Zeit Studien geleitet – auch für verschiedene Bundes- und Landesministerien – wo es genau darum geht. Wir sollten Strategien entwickeln, um beispielsweise Frauen oder Menschen mit Behinderungen besser zu schützen. Ich lehre im Bereich Soziale Arbeit und da gehört es zum Selbstverständnis, dass wir alle, wo auch immer wir stehen, für notwendige gesellschaftliche Veränderungen, Transformation und Gerechtigkeitsprozesse gleichermaßen mitverantwortlich sind. 

F&L: Inwiefern stellt Ihre Forschung eine kritische Instanz gegenüber Machtstrukturen dar? 

Monika Schröttle: Ich bin schon immer empirische Forscherin gewesen, sowohl quantitativ als auch qualitativ. Auch wenn in Teilen der Sozialwissenschaften oft kritisiert wird, wenn es überwiegend um Zahlen geht. Es war und ist mir wichtig, dass die Probleme überhaupt gesehen werden. Beispielsweise haben wir Anfang der 2000er-Jahre im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die erste repräsentative Studie zu Gewalt gegen Frauen in Deutschland durchgeführt. Durch Aufklärungskampagnen im Rahmen der Frauenbewegung und die sich entwickelnden Hilfestrukturen war bereits vorher klar, dass es Gewalt gegen Frauen gibt. Aber man vertrat im öffentlichen Raum stärker die Perspektive, das betreffe nur Randgruppen. 

"Von daher denke ich schon, dass Wissenschaft zur Aufdeckung schädlicher Strukturen beitragen kann."

Durch empirische Forschung konnten wir einen Punkt setzen und sagen: Nein! Wir haben durch Befragungen herausgefunden, dass mindestens jede vierte Frau schon Gewalt durch ihren Partner oder Expartner erlebt hat. Wir haben gezeigt, dass es nicht überwiegend unterprivilegierte Frauen sind, die diese Gewalt erleben. Von daher denke ich schon, dass Wissenschaft zur Aufdeckung schädlicher Strukturen beitragen kann. Engagierte Wissenschaft bedeutet auch, Probleme durch Zahlen und Fakten zu objektivieren und durch qualitative Forschung zu vertiefen. In der Folge geht es darum, diese Erkenntnisse als Basis zu nutzen, um Wege zur Veränderung zu suchen.

F&L: Was verstehen Sie persönlich unter mutiger Wissenschaft bzw. Mut in der Wissenschaft? 

Monika Schröttle: Ich empfinde es als sehr mutig, wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht einfach dem Mainstream folgen. Wenn sie stattdessen die Dinge erforschen, die sie besonders interessant und wichtig finden. Mich beeindrucken Forschende, die sich nicht einschüchtern lassen, beispielsweise davon, dass man bestimmte Koryphäen zitieren sollte, auch wenn die überhaupt nichts zu sagen haben zum Themenfeld. Ich habe es damals als junge Doktorandin so erlebt, dass hier ein unsichtbarer Zwang besteht. Das Wissenschaftssystem ist ja auch ein Machtsystem – oft ein selbstreferentielles. Wenn die Mehrheit es anders sieht, kann man sich mit seinem eigenen wissenschaftlichen Weg schnell ins Aus befördern. 

Mutig kann es auch sein, sich mit seinem eigenen wissenschaftlichen Umfeld zu befassen. Es gab zum Beispiel eine bundesweite Untersuchung zu sexueller Belästigung am Arbeitsplatz und vor kurzem wieder speziell zu sexueller Belästigung im Hochschulkontext. Wir stellen uns an unserer Hochschule Ravensburg-Weingarten die Frage, wie wir mit den Erkenntnissen so umgehen, dass es zum Abbau des Problems beiträgt. 

Ich selbst wünsche mir eine gesellschaftspolitisch engagierte Wissenschaft. Viele Kritikerinnen und Kritiker sagen, das sei subjektiv und nicht objektiv. Es gibt aber andere Zweige in der Wissenschaft, die dieser Einschätzung widersprechen, dass Wissenschaft per se objektiv sei, da die Menschen immer aus einer bestimmten sozialen Position und aus einem individuellen Standpunkt heraus Wissenschaft betreiben. Das beeinflusst natürlich ihre Methodik, ihre Zielsetzung, ihre Fragestellungen. Von daher denke ich schon, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler könnten und sollten insgesamt mutiger sein und sich zum Beispiel anschauen, was unsere Gesellschaft jetzt braucht, um diese enormen Probleme bewältigen zu können. Zurückhaltung passt zur heutigen Zeit wirklich gar nicht mehr.

F&L-Schwerpunkt "Mut in der Wissenschaft"

Die September-Ausgabe von "Forschung & Lehre" beschäftigt sich mit Mut in der Wissenschaft. Er zeigt sich, wenn Forscherinnen und Forscher unbequeme Fragen stellen, Irrtümer eingestehen, Methoden hinterfragen und bestehende Annahmen erschüttern.

Kärin Nickelsen
Werte verteidigen: Was ist Mut in der Wissenschaft?

Christoph Horn
Eine Frage des Charakters: Platonisch-aristotelische Perspektiven auf Mut

Albert Newen
Interdisziplinäre Philosophie: Forschung entgegen dem wissenschaftlichen Zeitgeist

Stefan Treue
Offenheit funktioniert: Zwischen Tierschutz, Bürokratie und Kommunikation in der tierexperimentellen Forschung

Im Gespräch: Mursal Dawodi
Nicht die Angst entscheiden lassen: Wenn Mut eine Notwendigkeit ist und nicht bloß Option 

Forschung & Lehre 9/2026 mit dem Themenschwerpunkt "Mut in der Wissenschaft" ist am 31. August 2026 erschienen. Auszüge der neuesten Ausgabe können Sie hier online lesen.

F&L: Was bedeutet für Sie der transformatorische Ansatz in Lehre und Forschung? 

Monika Schröttle: Wenn wir nur analysieren und dabei stehen bleiben, produzieren wir in den verschiedenen Berufen Menschen, die Probleme erkennen können, aber nicht wirklich wissen und erfahren, wie man sie lösen kann. Meiner Ansicht nach ist dieser zweite Teil der Wissenschaft – der stärker hervorgehoben werden könnte –, eine engagierte wissenschaftliche Auseinandersetzung damit, wie Systemveränderung funktioniert. Das führt vom Zusammentragen von Ideen und Lösungsansätzen über das Analysieren von Beispielen guter Praxis bis hin zur Aktionsforschung. Es muss natürlich auch die Grundlagenforschung geben und es ist sicher viel leichter, einen transformierenden Ansatz in der Sozialen Arbeit oder im sozialwissenschaftlichen Bereich zu verfolgen als etwa in der Chemie oder Physik. 

F&L: Wo braucht es in Ihrem Forschungsfeld und in Ihrem wissenschaftlichen Alltag Mut Ihrerseits? 

Monika Schröttle: Aus meiner Sicht spielt Mut auch lebenslaufspezifisch eine Rolle. In frühen Karrierephasen hat man viel zu verlieren. Ich persönlich habe eine gewisse Unabhängigkeit vom Elternhaus mitbekommen. Aber es ist schon ein enormer Druck, der sich in frühen wissenschaftlichen Karrieren aufbaut, dem man sich aber auch entgegenstellen und eigene Wege gehen kann. Mut braucht es heute außerdem, wenn es darum geht, in eigenen kollegialen Zusammenhängen die eigene Wahrheit zu vertreten. Wenn beispielsweise gefühlt alle einer Meinung sind, die ich persönlich überhaupt nicht teilen kann. Das kommt in Fragen sozialer Gerechtigkeit, von Teilhabe und bei Geschlechterfragen recht oft vor. Kein Mensch ist gerne für alle unangenehm, aber manchmal braucht es Menschen, die sich trauen zu widersprechen. 

"In frühen Karrierephasen hat man viel zu verlieren."

Außerdem gibt es auch innerhalb der Wissenschaft Bestrebungen, die teils von außen durch einflussreiche rechte Strömungen mit angestoßen werden. Es wird betont, wir dürften nicht parteilich sein. Ich sage: "Doch, wir dürfen es und wir müssen das!" Es geht ja nicht darum zu sagen, wählt die eine oder die andere Partei. Natürlich dürfen wir unsere Studierenden nicht politisch beeinflussen. Aber Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dürfen und müssen schwierige Entwicklungen in der Gesellschaft ansprechen. Mein Eindruck ist, dass dieser Spielraum gerade verengt wird und Angst da ist – unter anderem die Angst, in polarisierte Diskurse hineingezogen zu werden. Ich erlebe andererseits gerade im Unterricht, dass wir in der Lehre mit Studierenden aufzeigen können, wie man einen guten Diskurs führen kann, also wie man mit Argumenten und Gegenargumenten wieder zu einem konstruktiven, gesellschaftlichen und politischen Diskurs kommen kann. Zu lernen, wie ein gestalterischer Diskurs entstehen kann, um positive Entwicklungen zu befördern, ist genau das, was junge Menschen gerade brauchen. 

F&L: Können Sie persönlich nachvollziehen, dass beispielsweise in den USA manche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Land verlassen, weil sie für sich und ihre Forschung dort keine Zukunft mehr sehen? 

Monika Schröttle: Das ist eine individuelle Entscheidung, wie viel man aushalten kann. Ich kenne natürlich auch Kolleginnen und Kollegen aus den USA und habe mitbekommen, wie geschockt sie über den starken politischen Einfluss der Trump-Regierung auf die eigene Forschung waren. Anhand einer Filterung nach Worten wie Rassismus oder Sexismus wurde einfach so deren Forschung verunglimpft und nicht mehr weiter finanziert. Das war für uns alle in der Wissenschaft ein riesiger Schock. Natürlich gibt es Leute, die bleiben. Die sagen: "Ich muss helfen, dass sich das wieder in eine andere Richtung bewegt!" Dann gibt es Menschen, die haben vielleicht weniger die Wahl – wegen ihrer Familie, wegen existentieller Ängste oder Ähnlichem. Meiner Meinung nach kann es mutig sein zu bleiben und es kann mutig sein zu gehen. Zu gehen bedeutet, der Welt zu zeigen, dass ich ein System nicht mehr unterstütze, in dem ich nicht mehr frei und offen forschen und sprechen darf. Außerdem lassen Forschende ihre Existenz teilweise hinter sich. 

Natürlich haben viele von uns in Deutschland derzeit auch Angst, wenn sich bestimmte rechtsextreme Parteien oder auch rechtsextreme Sichtweisen immer mehr durchsetzen. Für mich ist es sicher leichter als für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, weil ich den Großteil meiner Karriere schon hinter mir habe. Ich hoffe, dass wir uns gemeinsam dagegenstemmen und es bald wieder besser läuft in Deutschland. 

F&L: Welche Strategie könnten Sie anderen Forschenden empfehlen, die sich mit unbequemen Themen beschäftigen und damit eventuell auf Hindernisse oder Angriffe stoßen? 

Monika Schröttle: Das eine ist, nicht sofort zu reagieren, sondern erst einmal einen Schritt zurückzutreten. Ich persönlich überlege dann, was wohl eigentlich der Hintergrund für diesen Angriff ist. Wenn Sie für sich erkannt haben, dass es Menschen gibt, die einfach nur angreifen wollen und es egal ist, was Sie antworten oder erklären, dann können Sie sich die emotionale Energie auch sparen und – wenn überhaupt – einfach kühl mit Fakten reagieren. Der zweite Punkt ist, dass man sich am besten Verbündete schafft. Wir haben zum Beispiel ein europäisches Forschungsnetz zu Gewalt und Geschlecht aufgebaut, das ich zusammen mit meiner Kollegin Renate Klein koordiniere. Wir sind inzwischen über 500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im European Network on Gender and Violence und treffen uns einmal jährlich. Das ist natürlich ein sicherer Hafen. Wir diskutieren über unser Thema, über Rückschritte, Antifeminismus und vieles mehr. Daraus entstehen eine Stärkung und das Gefühl, nicht ganz allein mit den Herausforderungen zu sein. 

"Man kann sich mit Gleichgesinnten zusammentun und Dinge entwickeln, die dann nach vielen Jahren plötzlich Eingang ins System finden."

In den Hochschulen gibt es viel Konservatives, aber auch viele innovative Menschen. Sie wollen zum Beispiel eine andere, neuartige Form von Lehre. Ich habe für mich persönlich festgestellt, dass es manchmal gut war, sich nicht zu lange damit aufzuhalten, gegen dicke Wände zu rennen. Stattdessen muss man einfach weitermachen, bis manche Sachen irgendwann reif für die Umsetzung sind. Bis dahin kann man sich mit Gleichgesinnten zusammentun und Dinge entwickeln, die dann nach vielen Jahren plötzlich Eingang ins System finden. Beispielsweise gewinnt die zukunftsorientierte, zukunftsgestaltende Wissenschaft durch viele neue Studiengänge immer mehr an Bedeutung. Diese befassen sich interdisziplinär mit zentralen gesellschaftlichen Fragen. Dafür war jahrzehntelange Vorarbeit von Menschen notwendig, die anfänglich als Spinner gegolten haben. Es ist ein unglaublich schönes Gefühl, wenn man sieht: "Oh, jetzt ist die Zeit reif!" 

F&L: Ist der Ton gegenüber Ihrer Forschung in letzter Zeit intoleranter oder feindschaftlich geworden? 

Monika Schröttle: Die inhaltliche Unterstützung durch die Frauenbewegung verläuft wellenförmig. Jetzt gerade haben wir wieder viele junge Frauen, die angestoßen auch durch die MeToo-Debatte das Ziel unterstützen, Gewalt im Geschlechterverhältnis abzubauen. Und es gibt gleichzeitig eine starke Gegenbewegung bei den Maskulinisten. Durch sie werden einzelne Menschen, Aktivistinnen und auch Wissenschaftlerinnen ziemlich massiv angegriffen. Aber so wirkmächtig ist diese Gegenbewegung – noch – nicht. Es gibt große Teile in der Männerwelt, die gemeinsam mit Frauen gewaltfreie Geschlechterverhältnisse schaffen wollen. Ich sehe Gleichstellungsthemen zumindest aktuell bei uns in Deutschland noch nicht so stark angegriffen, aber das kann schnell kippen. 

F&L: Im sogenannten Regierungsprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt steht, dass Geschlechterforschung keine Wissenschaft wäre, sondern Ideologie. Es soll als akademisches Fach abgeschafft werden. Das ist schon eine recht reale Bedrohung für alle, die es betrifft, oder? 

Monika Schröttle: Ja, das ist schlimm. Aber die Mehrheit im Wissenschaftsbetrieb steht nicht hinter dieser Meinung. Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass es auch Wählerinnen und Wähler dieser Partei im Wissenschaftsbetrieb gibt. Gravierend wird es erst dann, wenn solche Perspektiven die Macht haben, auf das Wissenschaftssystem Einfluss auszuüben. Zum Glück gibt es ein sehr starkes Engagement gegen antidemokratische Prozesse. 

F&L: Denken Sie, dass die Wissenschaftsfreiheit in Deutschland aktuell gefährdet ist? 

Monika Schröttle: Wir haben nicht das gleiche System wie den USA. Das ist vielleicht doch nicht ganz so leicht umzuwerfen. Aber es ist gefährdet und die Ängste sind da, ja. Allerdings finde ich manche Diskussionen über Wissenschaftsfreiheit befremdlich, bei denen es darum geht, dass man andere nicht zurechtweisen dürfe. Ich finde, dass sexistische, diskriminierende Äußerungen von Personen aus der Wissenschaft durchaus kritisiert werden sollten. Das hat nichts mit eingeschränkter Redefreiheit zu tun. Die Wissenschaft ist ein Diskursraum, aber das heißt nicht, dass es keine Grenzen gibt. Sie sollte für einen sachlichen Diskurs stehen, der durch Fakten untermauert ist. Ich schätze, dass sich ein Teil der Wissenschaft gezielt als Opfer darstellen will und der Begriff der Wissenschaftsfreiheit dazu benutzt wird, sich weiter menschenfeindlich und diskriminierend äußern zu dürfen.