US-Studie
Festanstellung beeinträchtigt Forschungsleistung nicht
Aktuelle Studienergebnisse deuten darauf hin, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Anstrengungen nicht reduzieren, nachdem sie eine Festanstellung erlangt haben. Ein Forschungsteam der Northwestern University, der Northeastern University und der University of Wisconsin in Madison analysierte die Publikationsmuster von 12.000 in den USA forschenden Personen aus 15 Fachbereichen über einen Zeitraum von elf Jahren. Die Studie erschien in den Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America. Zuerst hatte die Online-Zeitschrift Inside Higher Ed berichtet.
Anreize zu publizieren würden gemäß Studie durch die Festanstellung zwar verringert, doch steuere die "Screening"-Funktion des Evaluationsprozesses dagegen. Dieser filtere Personen mit einer hohen intrinsischen Leistungsbereitschaft heraus. Über alle Fachbereiche hinweg sei die durchschnittliche Publikationsrate bei Forschenden auf Tenure-Track-Stellen bis etwa ein Jahr vor ihrer Entfristung immer weiter angestiegen. Auf diesem Höchstwert habe sie sich nach der Entfristung stabilisiert.
Wo sich Rückgänge abzeichnen
Durch eine unvermindert hohe Publikationstätigkeit zeichne sich allerdings vor allem die Laborforschung aus. Anders als in Fachbereichen wie Biologie und Chemie würde der Output in Fachbereichen wie Mathematik und Soziologie zurückgehen. Professor Dashun Wang, Co-Autor der Studie, erklärte diesen Unterschied laut Inside Higher Ed mit der stärkeren Abhängigkeit der Laborforschung von externen Fördermitteln.
Unabhängig von Publikationsraten ließen sich jedoch positive Effekte auf die Kreativität von Forschenden ausmachen: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Festanstellung würden sich vermehrt neuartiger, risikoreicher Forschung widmen, was zu weniger Erfolgen und verringerten Zitationszahlen führe, den Horizont der Wissenschaft aber insgesamt erweitere.
hes